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Großstreik am MontagZugausfälle schon am Sonntag möglich

24. März 2023, 18:36 Uhr

Am kommenden Montag soll kein Zug sein Depot verlassen. Nachdem Verdi und EVG den Großstreik angekündigt haben, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn, dass es bereits am Sonntagabend zu Zugausfällen kommen kann. Einen Ersatzfahrplan wird es nicht geben.

Die Auswirkungen des für Montag angekündigten Warnstreiks der Deutschen Bahn sind einem Konzernsprecher zufolge bereits am Sonntagabend zu spüren. Grund seien überlappende Schichten. "Für unsere Reisenden ist es sicherlich schon ein guter Tipp, an dem ja sehr nachfragestarken Sonntag früher zu fahren, nicht gerade den letzten Zug zu nehmen", sagte der Sprecher. Auch zum Betriebsbeginn am Dienstagmorgen werde es noch Ausfälle geben.

Die Deutsche Bahn sehe zudem keine Möglichkeit für einen Notfahrplan im Fernverkehr. Zu viele Berufsgruppen seien vom Streik betroffen, um Ersatzzüge bereitzustellen. Es sei besser, die Züge blieben an diesem Tag in den Depots. Auch im Regional- und S-Bahnverkehr sei größtenteils mit Zugausfällen zu rechnen.

Österreichischer Bahnverkehr betroffen

Der Warnstreik betrifft außerdem den Bahnverkehr nach Österreich. Es werde keine grenzüberschreitenden Nah- und Fernverkehrszüge geben, teilten die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) am Freitag mit. In der Regel enden sie vor der Grenze. Auch Nachtzüge mit deutschen Streckenabschnitten, die am Sonntag und Montag starten, sind betroffen. Und sogar auf den Fernverkehr in Österreich gibt es Auswirkungen, da die Züge nicht über das deutsche Eck fahren können. Hier verlängert sich die Fahrzeit um bis zu drei Stunden.

Wohl auch starke Einschränkungen im Güterverkehr

Neben dem Personenverkehr wird es durch den Streik auch Einschränkungen im Schienengüterverkehr geben. Wie ein Bahn-Sprecher mitteilte, hat der Transport versorgungsrelevanter Güter Priorität, sichergestellt sei er jedoch nicht. Die Bahn sei mit den Kundinnen und Kunden im Güterverkehr in Kontakt, "ob nicht doch die Möglichkeit besteht, einzelne Züge zu fahren". Zu versorgungsrelevanten Gütern gehört zum Beispiel der Energietransport zu Kraftwerken.

Der Bundesverband Güterverkehr und Logistik (BGL) fordert deshalb die Aufhebung des Lkw-Fahrverbots am Sonntag. "Es droht Versorgungschaos und ein Schaden von zig Millionen, wenn Waren nicht rechtzeitig geliefert werden können", sagte BGL-Chef Dirk Engelhardt der "Bild"-Zeitung. Würde Verkehrsminister Volker Wissing das Verbot am kommenden Sonntag aufheben, könne das den Schaden für die Wirtschaft abmildern, erklärte Engelhardt.

Speditionsverband sieht sich gut aufgestellt für Streik-Montag

Der Bundesverband Spedition und Logistik sieht sich für den kommenden Streik-Montag gut aufgestellt. Hauptgeschäftsführer Frank Huster sagte MDR AKTUELL, die Logistik sei zwar indirekt auch betroffen. Aber man stelle sich schon seit Tagen mit Hochdruck darauf ein, die anstehenden Staus umgehen zu können und Lieferketten weiterhin aufrechtzuerhalten. Man müsse sich keine Gedanken darüber machen, dass die Supermärkte nicht versorgt werden könnten. Es werde keine gravierenden Auswirkungen auf den Straßengüterverkehr geben. Ausweichszenarien gebe es auch für die Schiene.

EVG und Verdi rufen zu Großstreik auf

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hatte zusammen mit der Gewerkschaft Verdi zu umfangreichen bundesweiten Warnstreiks im Verkehrssektor für Montag aufgerufen. Der Fern- und Regionalverkehr der Bahn ist am Montag von dem Warnstreik ebenso betroffen wie Autobahnen, Wasserstraßen, der Nahverkehr in zahlreichen Bundesländern und Kommunen. Auch auf mehreren deutschen Flughäfen soll es Warnstreiks geben.

dpa (amu)

Die Auswirkungen in Mitteldeutschland

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 24. März 2023 | 11:00 Uhr

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