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Eine Demonstration in Berlin gegen Polarisierung und Rassismus. Laut einer aktuellen Studie ist die Gesellschaft in den vergangenen Jahren aber nicht auseinandergedriftet. Bildrechte: imago/Müller-Stauffenberg

Soziologische StudieKein wissenschaftlicher Beleg für Polarisierung der deutschen Gesellschaft

12. Mai 2023, 09:46 Uhr

In vielen Medienberichten ist in den vergangenen Jahren davon die Rede gewesen, dass die Gesellschaft in Deutschland sich polarisiere und weiter auseinanderdrifte. Eine Studie der Freien Universität Berlin und der Uni Hannover hat nun jedoch gezeigt, dass es keine wissenschaftliche Grundlage dafür gebe, die deutsche Gesellschaft als polarisiert zu beschreiben und dass sie nicht in verschiedene Lager zerfalle.

Die Forschenden analysierten dafür Daten des Politbarometers der Forschungsgruppe Wahlen der vergangenen 30 Jahre zu verschiedenen Themenblöcken. Dies wurde mit soziodemografischen Merkmalen wie Bildungsgrad, Geschlecht, Alter, Sozialisation in Ost oder West und Einkommen verknüpft. "Das Ergebnis ist eindeutig: Bei keinem einzigen der vier Themen sind die Ränder des Meinungsspektrums zu erratischen, gegnerischen Blöcken heranwachsen", betont die Studienautorin Céline Teney.

Tatsächlich nehme laut der Untersuchung die Mehrheit der Deutschen seit Jahrzehnten kontinuierlich eine differenzierte Haltung gegenüber der Immigration ein. Zudem sei der Anteil derjenigen, die Einwanderung eher positiv sehen, gewachsen, während die Zahl der Gegner gesunken ist. Dass die Debatte zeitweise hitzig verlief, verweise demnach nicht auf eine Meinungspolarisierung. Vielmehr habe die Flüchtlingskrise von 2015 das Thema in den Fokus gerückt, was manche politischen Kräfte für ihre Zwecke nutzen konnten, so die Studienautorinnen.

MDR WISSEN News

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