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Fruchtiges FrühlingsgemüseRhabarber anbauen, pflegen, erntenBot. Rheum barbarum (Barbarenwurzel)

06. Juni 2024, 11:36 Uhr

Auch wenn Rhabarber wie Obst in Süßspeisen verarbeitet wird: Es ist ein mehrjähriges Gemüse aus der Familie der Knöterichgewächse. Hier finden Sie Informationen zur Pflanze, Tipps für den Anbau und die Pflege und einfache Rezepte, wie Sie die säuerlichen Stängel verarbeiten können.

Rhabarber gehört zu den beliebtesten Pflanzen im Nutzgarten. Rhabarber ist unkompliziert und im Gegensatz zu den meist einjährigen Gemüsearten eine Dauerkultur. Die winterharte Staude wird einmal gepflanzt und kann etwa acht Jahre am gleichen Standort bleiben. Der Ertrag steigert sich von Jahr zu Jahr.

Rhabarber ist bekannt für seine regenschirm-großen Blätter. Bildrechte: IMAGO / imagebroker/schreiter

Rhabarber pflanzen

Seinen natürlichen Standort hat Rhabarber auf humus- und nährstoffreichen Böden. Er sollte im Garten an einem sonnigen bis halbschattigen Standort wachsen, der immer etwas feucht ist. Ist der Standort zu schattig, bleiben die Stiele sehr dünn. Der Platz im Garten sollte mit Weitsicht gewählt werden, da die Pflanze bis zu acht Jahre alt wird. Sie wird im Laufe der Jahre immer größer. Einen Quadratmeter Beetfläche braucht der Rhabarber mindestens, eher mehr. Gepflanzt wird idealerweise im Herbst oder im zeitigen Frühjahr. Aber auch wenn Rhabarber später gepflanzt wird, macht das die Pflanze problemlos mit.

Rhabarber pflanzen* Boden tiefgründig umgraben
* Wurzelunkräuter gründlich entfernen
* in sandige Böden reichlich Laubhumus einarbeiten, so kann der Boden besser Wasser speichern
* frisch gesetzte Staude gründlich gießen
* um die Pflanze herum Kompost in den Boden einarbeiten, der zusätzlich mit einer Hand voll Hornspäne angereichert werden kann

Rhabarber vortreiben

Sobald sich im Frühjahr die ersten zarten Triebe des Rhabarbers zeigen, können sie beim Austreiben unterstützt werden. Dazu die Pflanze mit einem Eimer, einem Weidenkorb oder einem großen Tontopf abdecken. Das Prinzip ist schnell erklärt: Die Frühjahrssonne erwärmt die Luft und den Boden unter der Abdeckung. Dadurch treibt der Rhabarber viel schneller aus. Das mangelnde Licht stört ihn dabei nicht. Die Dunkelheit sorgt sogar dafür, dass die Stängel ein besonders zartes Aroma bekommen. Mit dieser Methode ist der Rhabarber bereits an vier Wochen nach der Abdeckung erntereif.

Rhabarber richtig pflegen

Rhabarber braucht im Mai und im Juni ausreichend Nährstoffe und Wasser. Zu diesem Zeitpunkt wächst er und bildet die Rhabarberstangen. Damit der Boden schön fruchtbar bleibt, wird die Pflanze im März mit Kompost und Hornspänen gedüngt. Nach der Ernte darf noch einmal ein organischer Dünger wie zum Beispiel Pferdemist in den Boden.

Damit die Rhabarberstangen schön kräftig werden, sollte der Standort nie austrocknen - in Trockenzeiten also das Gießen nicht vergessen. Im Oktober beginnt die Ruhephase der Pflanze: Die Blätter werden gelb und ziehen sich ein. Winterschutz ist nicht nötig, da Rhabarber extrem winterhart ist.

Erntezeit für Rhabarber

Rhabarber wird traditionell nur bis zum 24. Juni geerntet. Danach steigt der Oxalsäuregehalt in der Pflanze. Außerdem benötigt sie Kraft für das nächte Jahr.

Die kräftigsten Stangen sollten herausgezogen werden. Rhabarber niemals abschneiden, sonst verfault der Rest am Wurzelstock. Ein Rest des Blattes sollte an der geernteten Stange verbleiben, sonst rollt sich diese auf.

Auch sollte mindestens die Hälfte der Stangen stehenbleiben, da sonst Blätter für die Fotosynthese fehlen. Über die Blätter werden die Energiereserven für das nächste Jahr angelegt. Einmal geerntet verliert Rhabarber schnell Wasser, deshalb sollte er so frisch wie möglich verarbeitet werden.

Rhabarber verarbeiten

Da der Rhabarber einmal geerntet schnell Wasser verliert, sollte er so frisch wie möglich verarbeitet werden. Die Stangen müssen nicht unbedingt geschält werden.

Rhabarber hält sich auch ein paar Tage im Kühlschrank. Am besten schlagen Sie ihn in ein feuchtes Küchenhandtuch ein. Auch das Einfrieren ist eine echte Empfehlung: Entweder als Kompott oder noch roh und gestückelt. So lässt sich Rhabarber auch im Winter als Kuchenbelag oder zu anderen Leckereien weiter verarbeiten.

Rhabarberblüte entfernen

Rhabarber ist ein Knöterichgewächs, das nicht nur essbare Stiele bildet, sondern auch imposante Blüten - schließlich will sie sich vermehren und Hummeln und Bienen anlocken. Dabei steckt die Pflanze ihre ganze Energie in die Blüte. Das Wachstum der Rhabarberstangen bleibt dabei allerdings auf der Strecke.

Wer also reichlich Rhabarber ernten möchte, sollte die Blüte schnell entfernen. Sie ist essbar und kann zum Beispiel gedünstet als pikante, leicht säuerliche Gemüsebeilage genossen werden. Wer also auf die Ernte der Rhabarberstangen verzichtet und die Staude einfach mal wachsen lässt, kann sich an ihren exotisch anmutenden Samenständen erfreuen.

So imposant blüht der Rhabarber. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Wann blüht Rhabarber?Wenn die Rhabarberpflanze drei bis vier Monate lang Temperaturen unter 10 Grad Celsius ausgesetzt war, setzt sie Blüten an. Damit sich die Blattstiele entwickeln, sollten die Blütenknospen im April, spätestens im Mai, ausgebrochen werden.

Rhabarber vermehren

Wenn die Pflanze beginnt, in der Mitte kahl zu werden, sollte Rhabarber geteilt und versetzt werden. Das passiert etwa nach sechs bis acht Jahren. Eine günstige Zeit für die Teilung ist der Oktober. Die Pflanze kann mit einem Spaten geteilt werden. Jedes Teilstück der kräftigen Wurzel sollte etwa zehn bis fünfzehn Zentimeter lang sein. Weil sich Rhabarber sehr ausbreitet, sollte eine geteilte und wieder eingesetzte Pflanze mindestens einen Meter Abstand zum nächsten Gewächs haben. Nur die Triebknospen sollten nach dem Einpflanzen noch aus der Erde schauen. Bei der Teilung im Herbst können die Rhabarber-Teilstücke auch mit etwas schützender Erde angehäufelt werden.

Schädlinge und Krankheiten

Rhabarber gilt als sehr robust. Auch wird er von Schnecken weitgehend gemieden. Wühlmäuse können jedoch Probleme bereiten. Gelegentlich hat die Staude mit verschiedenen Blattfleckenpilzen zu kämpfen - vor allem in feucht-warmen Jahren. Befallene Blätter sollten Sie frühzeitig entfernen. Bitte nicht auf den Kompost werfen. Sie gehören in den Hausmüll.

Inhaltsstoffe von Rhabarber - Vorsicht Oxalsäure

Die Säuren und Mineralstoffe im Rhabarber haben übrigens eine entschlackende und blutreinigende Wirkung. Das wussten schon die Chinesen vor mehr 2.500 Jahren. Aber Vorsicht! Sauer macht nicht immer lustig. Menschen, die zu Rheuma, Gicht und Arthritis neigen oder einen empfindlichen Magen haben, sollten entweder ganz auf Rhabarber verzichten oder nur kleine Mengen verzehren.

Beim Zubereiten mit Milch bitte berücksichtigen: Die Milch macht zwar die Oxalsäure unschädlich. Das in der Milch enthaltene Kalzium geht aber mit der Oxalsäure eine Verbindung ein - und steht damit dem menschlichen Körper nicht mehr zur Verfügung.

Wie gefährlich ist die enthaltene Oxalsäure?Der Gehalt an Oxalsäure ist sehr gering und wird durch den Garprozess zusätzlich reduziert. Für eine spürbare Auswirkung der Oxalsäure müsste ein 60 Kilogramm schwerer Mensch 36 Kilogramm frischen Rhabarber essen. Die Blüten haben keinen Einfluss auf den Oxalsäuregehalt der Pflanze. Auch wenn sie blüht, kann sie unbedenklich verzehrt werden.

Auf einen Blick
HeimatAsien (Sibirien, China, Mongolei, Tibet u.a.)
PflanzenfamilieKnöterichgewächs (Polygonaceae)
Wuchshorstartig
BlüteBlütenstand wird über zwei Meter hoch
BlütezeitApril/Mai
Früchtegeerntet werden die Rhabarberstangen
Standortsonnig bis halbschattig
Bodenhumoser, nährstoffreicher Boden; sandige Böden sollten mit Humus angereichert werden
Winterhartja
Mehrjährigja
Lebensdaueracht bis zehn Jahre, danach lassen Wuchs und Ertrag nach
Besonderheitenist ein Gemüse und nicht wie oft angenommen eine Obstsorte

MDR Garten

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 09. Juni 2024 | 08:30 Uhr