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Diese weiß blühende Akelei verschönert jeden Garten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wilde Staude für Sonne und SchattenAkelei aussäen und richtig pflegen(Aquilegia) Zigeunerglocke, Narrenkappe, Taubenblume, Elfenhandschuh, Venuswagen

03. Mai 2023, 12:40 Uhr

Die Akelei ist eine wilde Schönheit. Sie wandert gerne durch Gärten und hinterlässt viele Nachkommen mit ganz unterschiedlichen Blütenfarben. Informationen zu Standort, Pflege und Aussaat, haben wir hier zusammengefasst.

Während Veilchen die Lieblingsblumen der Romantik im 19. Jahrhundert waren, erlebte die Akelei bereits im Mittelalter ihre große Zeit. Schon damals wurde sie in Gärten angebaut. Die heimische Art, die Gewöhnliche Akelei, heißt botanisch Aquilegia vulgaris und gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse. Der Gattungsname Aquilegia leitet sich wahrscheinlich von dem lateinischen Wort "aquila" für Adler ab und bezieht sich auf die Ähnlichkeit der Blütensporne mit Adlerkrallen. Die Gemeine Akelei hat meist blaue, drei bis fünf Zentimeter große Blüten. Es kommen auch violette, weiße und rosafarbene Variationen vor.

Auf einen Blick
HeimatKanada, USA, West-Alpen
PflanzenfamilieHahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Wuchskleinwüchsig bis 1 Meter hoch, reichverzweigte Stängel, krautige Pflanze
Blütenickende Blüten in unterschiedlichen Formen und Farben
BlütezeitHauptblühzeit: Mai
Standortam liebsten im lichten Schatten unter Gehölzen
Bodennährstoffhaltig, kalkreich
Winterhartja
Mehrjährigja (etwa 5 Jahre)
Besonderheitenalle Teile der Pflanze sind giftig

Akelei: Blüten in tollen Farben

Die Blüten dieser dauerhaften Staude hängen elegant nickend am aufrechten Stängel und erscheinen von Mai bis Juli. Sie werden etwa drei bis fünf Zentimeter groß und erscheinen in den unterschiedlichsten Farben: Blau, Blauviolett, Gelb, Blau-Weiß, Rot und Weiß. Die Blätter bilden sich im März. Sie sind doppelt dreiteilig, die unteren langgestielt, die oberen sitzend. Die Pflanze gibt es in verschiedenen Größen, maximal wird sie einen Meter hoch. Sie ist als Schnittblume geeignet, auch als Topfpflanze oder im Steingarten zu verwenden. Selbst Miniaturarten mit winzigsten edlen Blüten gibt es im Handel.

Die Blüten der Akelei sind so vielfältig und zauberhaft. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der richtige Standort und Boden für Akelei

Die Gemeine Akelei wächst in der Natur auf Bergwiesen, in lichten Laubwäldern und an Waldrändern. Sie bevorzugt kalkreichen Boden, ist grundsätzlich aber unkompliziert. Akeleien sollten in Gruppen gesetzt werden, ab drei bis vier Pflanzen kann man bereits schöne Effekte erzielen. Die kleine Rumtreiberin nimmt es mit der Auswahl ihrer Orte nicht so genau und breitet sich durch Samen unbeirrt an allen möglichen und unmöglichen Stellen im Garten aus, sofern man sie nur lässt.

Man muss ein wenig aufpassen, weil Akelei-Pflanzen es mit dem Sex nicht so genau nehmen. Sie suchen gerne Partner, die nicht ihresgleichen sind und dann gibt es viele kleine Hybriden, die man nicht haben möchte.

Thea Carlin | Chefgärtnerin Königliche Gartenakademie

Andere Akelei-Arten

Außer der Gemeinen Akelei gibt es in Deutschland noch die Schwärzliche Akelei (Aquilegia atrata), die Alpen-Akelei (Aquilegia alpina) sowie verschiedene Zuchtformen, die in Gärten angepflanzt werden. Sie wachsen gern im lichten Schatten, können aber auch in der vollen Sonne stehen. Der Boden sollte humos, nährstoffreich, frisch bis feucht und gering durchwurzelt sein.

Kanadische Akelei (Aquilegia canadensis) 'Little Lanterns' Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

SortentippsWeiße, schlichte Akelei: 'Vulgaris alba'
Gelbe Akelei: 'Yellow cream'
Zweifarbig in purpur und weiß: 'Williams guiness'
Niedrig wachsend: Zwerg-Akelei ‘Ministar’

Aussaat

Im Frühling werden die Samen ausgesät. In den Folgejahren samt sich die pflegeleichte Pflanze von alleine aus. Will man das Aussamen verhindern, sollten die Stängel rasch nach der Blüte abgeschnitten und entsorgt werden. Mit Glück bekommt man so auch noch eine zweite Blüte im Herbst.

Akelei enthält giftige Stoffe

Die Akelei enthält das Gift Magnoflorin sowie ein Blausäure bildendes Glycosid. Schon nach dem Verzehr von 20 Gramm der frischen Blätter kann es zu Atemnot, Herzbeschwerden und Krämpfen kommen, die Symptome klingen allerdings rasch wieder ab. Die Giftstoffe bewirken auch Hautreizungen und Blasenbildung. Früher wurde Akelei für Erkrankungen von Leber und Milz als Heilkraut eingesetzt.

Quelle: MDR Garten

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 14. Mai 2023 | 08:30 Uhr