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Pflanzenlampen spenden Licht in einem speziellen Spektrum, dass für die Pflanzen wichtig ist. Normale Zimmerlampen sind nicht geeignet. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Technik fürs GärtnernPflanzenlampen: Licht für Anzucht und Zimmerpflanzen

20. Januar 2023, 10:12 Uhr

In Häusern und Wohnungen ist es gerade in den Wintermonaten oft zu dunkel für lichthungrige Pflanzen. Kräuter, junge Gemüsepflanzen und viele Zimmerpflanzen freuen sich über zusätzliches Licht, das spezielle Pflanzenlampen spenden. Warum Pflanzenleuchten wichtig sind und worauf Sie achten sollten.

Wann brauche ich eine Pflanzenlampe?

Ohne Licht gedeihen Pflanzen nicht. Sie versuchen daher, zur nächsten Lichtquelle zu wachsen, wenn es ihnen zu dunkel ist. Ihre Triebe werden lang und länger. Blätter und Knospen können abfallen. Auch bei Aussaat und Anzucht ist fehlende Helligkeit ein Problem. Wer zum Ende des Winters und im Frühjahr in der Wohnung aussät, erkennt Lichtmangel am Wachstum der Keimlinge: Sind sie sehr lang, dünn und wirken schwächlich, stehen sie wahrscheinlich zu dunkel. Dann muss schnell ein hellerer Standort her - und am besten eine künstliche Lichtquelle, das heißt eine Pflanzenlampe.

Wofür brauche ich eine Pflanzenlampe?

Grüne Pflanzen nehmen mit ihren Blättern rotes und blaues Licht auf. Nur so können sie die Photosynthese betreiben, mit der sie die Energie des Lichts umwandeln und für sich nutzen. Gute Pflanzenleuchten spenden die roten, langwelligen und die blauen, kurzwelligen Anteile des Lichtspektrums. Sie sind zum Wachsen und Blühen notwendig. Während das blaue Licht vor allem das Blattwachstum anregt, unterstützen die roten Lichtanteile die Blütenbildung und die Entwicklung der Früchte.

Sobald sich die ersten Laubblätter bilden, das heißt die nächsten Blätter über den Keimblättern, sollte man mit der Lichtgabe beginnen.

Brigitte Goss, Gärtnerin und Gartenfachberaterin

Worauf sollte ich beim Kauf und Aufstellen einer Pflanzenleuchte achten?

Wichtig sind die richtigen Wellenlängen des Lichts und die Beleuchtungsstärke, die in Lux angegeben wird. Die Leuchten dürfen zudem nicht heiß werden, damit die Pflanzen keine Hitzeschäden erleiden. Explizit als Pflanzenleuchten angebotene LED-Lampen und -Panels eignen sich deshalb besonders gut. Bei ihnen besteht keine Gefahr der Überhitzung. Auch Leuchtstoffröhren, die als Pflanzenlicht verkauft werden, können eine gute Wahl sein. Idealerweise spendet die Lampe viel Licht bei geringem Stromverbrauch. Bei fertigen Indoor-Gärten und Lampen bekannter Hersteller sind alle wichtigen Faktoren in der Regel gut aufeinander abgestimmt. Auch für Hobby-Gemüsegärtner kann sich die Anschaffung einer Lampe lohnen. Denn damit Jungpflanzen wachsen, sind mindestens 1.000 Lux nötig. Ein heller Standort und eine Pflanzenleuchte zusätzlich sind optimal.

Die Leuchte sollte nah genug an den Pflanzen sein, damit genügend Licht ankommt. Hängen Sie die Lampe in einer Höhe von etwa 30 Zentimetern über den Pflanzgefäßen auf. Der Abstand sollte höchstens 50 Zentimeter betragen. Sinnvoll sind daher höhenverstellbare Pflanzenlampen. Insbesondere bei der Anzucht können sie gut an die Höhe der Keimlinge und Jungpflanzen angepasst werden. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Designs und Ausführungen: Niemand ist mehr gezwungen, Lampen mit den lilafarbenen Leuchten zu benutzen, das an Blumenläden oder illegale Hanfplantagen erinnert.

Im Februar und im März fehlt selbst am hellen Fensterbrett ausreichend Licht. Hier unterstützen spezielle Pflanzenlampen das Wachstum junger Pflanzen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Welche Rolle spielen Aussehen und Lichteindruck einer Pflanzenlampe?

"Ich rate immer zu Pflanzenlampen mit einem angenehmen, weißen Lichteindruck", sagt die Gartenbloggerin Carolin Engwert. Gerade bei Wohnräumen und in der Küche sollte die Lampe zum Einrichtungsstil passen. Kribbelbunte LED-Leuchten und -Panels sind Geschmackssache und drängen sich womöglich zu sehr in den Vordergrund. Wer es lieber dezent mag, kann auch fündig werden: Fertige Pflanzenleuchten gibt es in vielen Farben zum Aufstellen, Anklemmen und Hineinstecken in den Blumentopf. Wer am liebsten eine eigene Lampe benutzen möchte, kann sich auch eine Leuchte mit Gewinde zum Hineinschrauben in eine Fassung zulegen. So wird die Schreibtisch- oder Stehlampe zur Lichtquelle für Zimmerpflanzen.

Pflanzenlampen - darauf kommt es an

Gute Pflanzenleuchten spenden die roten, langwelligen und die blauen, kurzwelligen Anteile des Lichtspektrums. Nur mit Hilfe des Lichts können die Pflanzen Photosynthese betreiben, wachsen und blühen. Bildrechte: MDR
Diese jungen Pflänzchen haben lange Hälse gebildet. Ein Zeichen dafür, dass sie zu dunkel stehen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Im Handel werden ganz verschiedene Lampen angeboten, auch solche, die wie ganz normale Lampen aussehen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Für kleine Töpfe und Kräuter sind Leuchten ideal, die gleich einen Untersetzer haben. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Auch der Abstand der Lichtquelle zur Pflanze ist wichtig. Viele Pflanzenlampen sind höhenverstellbar. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Bei dieser Leuchte sind die Arme beweglich, sie können also einfach in die richtige Position gebracht werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Manche Modelle kann man in den Topf stecken. Optimal ist es, wenn die Lampen zwölf bis 15 Stunden lang Licht spenden. Es gibt Leuchten mit eingebauter Zeitschaltuhr. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Diese LED-Panels sind praktisch und können gleich mehrere Pflanzen mit Licht versorgen. Man braucht aber auch ausreichend Platz. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Wie lange sollten Pflanzenlampen brennen?

Für die meisten Pflanzen gilt: Zehn bis 15 Stunden lang sollte die Pflanzenleuchte sie mit Licht versorgen. Gärtnerin Brigitte Goss lässt ihre Pflanzenlampen rund zwölf Stunden brennen. Manche Zimmerpflanzen bilden zwar Ausnahmen, aber wer vor allem säen und essbare Pflanzen ernten möchte, sollte sich an diesen Werten orientieren. Wichtig ist, dass die Pflanzen in der Nacht eine Ruhepause mit Dunkelheit bekommen. Besonders bequem sind Zeitschaltuhren, mit denen die Beleuchtung - wie bei Aquarien - automatisch gesteuert wird. Manche Pflanzenleuchten haben bereits solche Timer eingebaut.

Quellen: MDR Garten-Expertin und Gärtnerin Brigitte Goss, Gartenbloggerin und Kleingärtnerin Carolin Engwert

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 21. Januar 2023 | 09:05 Uhr