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Die einmalblühende Rose 'Königin von Dänemark' gilt als sehr robust. Gezüchtet wurde diese Alte Rose bereits Anfang des 19. Jahrhunderts. Sie eignet sich dank ihrer Wuchskraft sehr gut als Hecke oder üppiger Rosenstrauch. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Rückschnitt für besondere Rosen

Ramblerrosen und andere sommerblühende Sorten schneiden

von Brigitte Goss

Stand: 09. Juni 2021, 14:12 Uhr

Manche Rosen blühen nur einmal im Jahr. So öffnen viele der beliebten Ramblerrosen ihre Blüten nur im Juni und Juli. Einmalblühende Sorten werden anders geschnitten als öfterblühende Beet- und Strauchrosen: nicht im Frühjahr, sondern - wenn nötig - im Sommer nach der Blüte. Warum es sich lohnt, die einmalblühenden Rosen in den Garten zu holen, weiß Gartenfachberaterin Brigitte Goss.

Der Juni ist Rosenzeit. Moderne Strauch-, Beet- und Edelrosen starten jetzt in den Sommer, machen meistens eine Blühpause und blühen dann bis in den Herbst immer ein wenig weiter.

Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts war das nicht so. Bis dahin gab es ausschließlich Rosen, die nur zum Anfang des Sommers blühten. Sie werden in der Fachsprache als sommerblühend bezeichnet. Diese Rosen mit natürlichem und historischem Ursprung gibt es noch immer und bezaubern mit einer Blütenfülle und -pracht, die moderne Rosen nicht bieten. Damit nicht genug: Sehr viele Arten und Sorten betören mit einem atemberaubenden Duft und Nahrung für Bienen und andere Insekten. Meist sind sie auch nicht so wählerisch, was den Standort betrifft. Sie vertragen teilweise auch Halbschatten oder lichten Schatten unter Bäumen.

Alte Rosen - eine Auswahl

Rosa-weiße Knospen umgeben die duftenden, rahmweißen Blüten der Alten Rosensorte 'Mme Plantier'. Sie wurde im 19. Jahrhundert gezüchtet. Dank ihres hohen, überhängenden Wuchses kann sie auch als Kletterrose verwendet werden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Die seit Jahrhunderten bekannte Apothekerrose (Rosa gallica 'Officinalis') verdankt ihren Namen der Verwendung in der Heilkunst. Sie wird in Frankreich noch heute zur Gewinnung von Rosenöl angebaut. Im Garten sollte diese alte Sorte mit ihren pinkfarbenen bis purpurroten Blüten einen sehr sonnigen Platz bekommen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Die sommerblühende Parkrose 'Alba Suaveolens' kann auch als Kletterrose an Pergolen, Wänden und Torbögen gezogen werden. Ihre weißen, halbgefüllten Blüten verströmen einen süßen Duft. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Die 'Königin von Dänemark' entwickelt sich zu einer beachtlichen Strauchrose mit einer Höhe bis 1,50 Meter. Im Juni und Juli blüht sie sehr reich. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss
Die Rose 'Paulette Bentall' stammt aus England und gehört zu den Ramblern, den Kletterrosen. Sie gehört zu den sommer- also einmalblühenden Rosen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Sie ist eine Französin: Die Rose 'Haddington' trägt dunkelrote Blüten und gehört zu den öfterblühenden Sorten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Mit ihrer weißen Blüten und ihrem starken Duft lässt die Rose 'Boule de Neige' das Gärtnerherz höher schlagen. Sie wird etwa anderthalb Meter hoch und blüht mehrfach im Jahr. Die Sorte entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Die dezent duftende Rose 'St. Nicholas' ist sommerblühend und gehört zu den Damaszener-Rosen. Sie wirkt entzündungshemmend, krampflösend und fiebersenkend. Seit der Antike werden Damaszener-Rosen zur Gewinnung von Rosenöl und -wasser verwendet. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Die Rose 'Jacques Cartier' gehört ebenfalls zu den Damaszener-Rosen. Sie blüht öfter und reich in Rosa. Sie wird ein bis anderthalb Meter hoch und wächst überhängend. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
In zartem Rosa sorgt die Rose 'Félicité Paramentier' für einen Hauch an Romantik im Garten und stammt aus Belgien. Sie gehört zu den sommerblühenden Rosen und wird ein bis anderthalb Meter hoch. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
In einem intensiven Rot blüht die Rose 'Ulrich Brunner Fils' in mehreren Schüben. Ihre Blüte ist gefüllt. Sie duftet stark und eignet sich auch als Schnittrose. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Die 'Little White Pet' ist eine niedrige Strauchrose. Ihre Blüten erinnern an weiße Pomponbälle. Sie wächst recht flach und wird höchsten einen halben Meter hoch. Die Chinarose gilt als besonders pflegeleicht. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Verwendung historischer und sommerblühender Rosen

Unter dieser Rosengruppe gibt es keine Zwerge. Mit einer Rosenkörpergröße ab etwa 1,50 Zentimetern sind es schon beachtliche Strauchrosen - die 'Königin von Dänemark' oder die 'Apothekerrose' -, die ein sonniges Staudenbeet dominieren können. Andere sind noch wüchsiger und können auch als Kletterrosen an Pergolen, Wänden und Torbögen gezogen werden, wie die Parkrose 'Alba Suaveolens', 'May Queen' oder 'Christine Hélène'. Sie erweisen sich robust gegenüber Spätfrösten. Zu den größten Rosenkletterpflanzen, den Ramblerrosen, gehören 'Paul's Himalayan Musk' und 'Bobby James', die bis zehn Meter in die Höhe wachsen. Sie beranken unansehnliche Bauwerke und hohe Bauern oder wachsen in alten, knorrigen Obstbäumen.

Die Parkrose 'Alba Suaveolens' zeigt im Juni weiße Blüten. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Wie werden sommerblühende Rosen und Ramblerrosen geschnitten?

Schneiden Sie sommerblühende Rosen nicht im Frühjahr zurück. Dieser sonst übliche Rückschnitt würde ihnen die Blütenanlagen nehmen. Schneiden Sie deshalb, wenn nötig, die alten, sommerblühenden Sorten nach der Blütezeit im Spätsommer. Bei Strauchrosen kann ein Drittel der Pflanze weggenommen werden, aber auch ein stärkerer Rückschnitt ist möglich: Je nach Standort und Verwendung der Strauchrose können bis zu zwei Drittel abgeschnitten werden, um die Pflanze zu verjüngen. Dadurch wird ein buschiger, kuppelförmiger Wuchs gefördert. Bei Kletterrosen entnimmt man ab dem fünften Standjahr einzelne, alte Triebe. Jährlich werden die abgeblühten Triebe zurückgeschnitten. Große Ramblerrosen brauchen keinen jährlichen Rückschnitt. Erst nach fünf bis zehn Jahren ist ein starker Rückschnitt zur Verjüngung nötig, den man aus Gründen des Naturschutzes allerdings eher in die Wintermonate verlegen sollte.

Es gibt aber auch Gründe, die gegen einen kräftigen Rückschnitt einmalblühender Rosen im Sommer sprechen. Stattdessen kann im Winter geschnitten werden.

Die Apothekerrose (Rosa gallica 'Officinalis') zählt zu den historischen Rosensorten und wird in Frankreich noch immer zur Gewinnung von Rosenöl genutzt. Sie sollte einen sonnigen Standort im Garten bekommen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 12. Juni 2021 | 09:05 Uhr

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