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Große Blasen auf den Blättern sind eindeutig - dieser Pfirsichbaum hat die Kräuselkrankheit. Bildrechte: MDR Garten/Brigitte Goss

Hausmittel-TestKräuselkrankheit beim Pfirsich bekämpfen

von Brigitte Goss, MDR Garten

Stand: 07. April 2022, 08:24 Uhr

Pfirsichbäume sind im Grunde unkomplizierte Obstbäume. Nur der Pilz der Kräuselkrankheit (Taphrina deformans) macht ihnen zu schaffen. Das Nahrungsergänzungsmittel Lecithin könnte als Hausmittel die Krankheit eindämmen. Gärtnerin Brigitte Goss will das dieses Jahr an ihren Pfirsichbäumen ausprobieren.  

Gärtnerin Brigitte Goss besitzt zwei Pfirsichbäume. Ein Baum ist aus dem Kern eines Weinbergpfirsichs gezogen. Ein weiterer Baum ist ein Nachkomme einer resistenten Linie des 'Kernechter vom Vorgebirge'. Beide haben noch nicht getragen und hatten in den letzten beiden Jahren nur sehr leichten Befall der Kräuselkrankheit. Die befallenen Blätter hat Brigitte gleich bei den ersten Anzeichen entfernt und entsorgt. Damit wird der Befall eingedämmt, doch das kann sich auch ändern.

Die Kräuselkankheit zeigt sich bald nach dem Austrieb, wenn sich die Blätter rollen und verfärben. Die erkrankten Blätter fallen im Frühsommer ab. Erstmal ist das nicht schlimm, weil der Pfirsich wieder neue Triebe und Blätter treibt. Doch die Blütenknospen fürs neue Jahr werden unterversorgt und der Pfirsichbaum wird insgesamt geschwächt.

Kurz nach dem Austrieb rollen sich erkrankte Blätter ein. Bildrechte: MDR Garten/Brigitte Goss

Sporen des Pilzes überwintern auf Knospen

In den Knospenschuppen und auf Trieben überwintern die Sporen. Schwellen die Knospen an, infizieren sich die Blätter. Das Knospenschwellen erkennt man, wenn sich die Knospenschuppen heller färben. Das ist der ideale Zeitpunkt, um gegen die Kräuselkrankheit vorzugehen. Es gibt für den Hobbyanbau zugelassene Fungizide, doch auch Pflanzenstärkungsmittel können den Baum schon unterstützen.

Auf Knospen und Trieben überwintert der Pilz Taphrina deformans. Bildrechte: MDR Garten/Brigitte Goss

Lecithin könnte gegen Kräuselkrankheit helfen

Das Lebensmittelergänzungsmittel Lecithin (E 322) kann die Krankheit eindämmen. Dazu werden 7,5 Gramm Lecithin in 10 Liter kaltes Wasser gerührt und der Baum tropfnass eingesprüht. Diese Maßnahme erfolgt ab dem Zeitpunkt des Blattknospenschwellens und sollte mehrmals im Abstand von mindestens fünf Tagen wiederholt werden. Drei bis zwölf Anwendungen werden empfohlen. Die Spritzanwendung ist nur bei trockener Witterung sinnvoll. Wenn die Pfirsiche fast die sortentypische Fruchtgröße erreicht haben, sollte nicht mehr gespritzt werden.

Häufiges Spritzen mit Lecithin könnte gegen die Kräuselkrankheit helfen. Bildrechte: MDR Garten/Brigitte Goss

Lecithin ist als Grundstoff gegen Pilzerkrankungen vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zugelassen. Es kann gegen Echten Mehltau an Gurken, Feldsalat, Salat, Stachelbeeren, Weinreben und Zierpflanzen sowie gegen Krautfäule an Tomaten eingesetzt werden. Zum Behandeln der Kräuselkrankheit sollte das Lecithin in Pulverform verwendet werden. Dieses gibt es in Apotheken, Reformhäusern und Online-Shops.

MDR Garten

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 01. Mai 2022 | 08:30 Uhr

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