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Ukrainische Soldaten, angeblich in einem Graben in der Nähe von Bachmut (Bild vom 29. April) Bildrechte: dpa

Ukraine-NewsUkrainischer Gegenangriff bei Bachmut

von MDR AKTUELL

10. Mai 2023, 20:32 Uhr

Die Berichterstattung aus der Ukraine ist schwierig, da wegen der Kämpfe nur wenige unabhängige Medienvertreter im Land sind. Informationen kommen vor allem von der ukrainischen Regierung und dem Verteidigungsministerium aus Russland, die allerdings kaum überprüft werden können.

20:32 Uhr | Wagner-Chef befürchtet Einkesselung bei Bachmut

Der Chef der russischen Söldner-Truppe Wagner befürchtet eine Einkesselung seiner Einheit bei Bachmut. "Angesichts fehlender Munition droht sich der 'Fleischwolf' nun in umgekehrter Richtung zu drehen", schrieb Jewgeni Prigoschin auf Telegram. Wegen hoher Verluste habe Wagner den Flankenschutz regulären Einheiten der russischen Armee überlassen müssen. "Es besteht jetzt die ernsthafte Gefahr der Einkesselung von Wagner durch den Zusammenbruch der Flanken."

Nach Prigoschins Einschätzung hat Bachmut "keinen strategischen Wert". Der Kampf um Bachmut sei von russischer Seite nur aufgenommen worden, um nach dem Rückzug russischer Truppen aus anderen Teilen der Ukraine das Potenzial der ukrainischen Streitkräfte zu zermürben.

19:01 Uhr | Ukraine: Russische Truppen bei Bachmut zwei Kilometer zurückgedrängt

Die ukrainische Armee hat die russischen Truppen bei Bachmut nach eigenen Angaben stellenweise um bis zu zwei Kilometer zurückgedrängt. "Wir führen dort effektive Gegenangriffe", erklärte der ukrainische Heereskommandeur Olexander Syrskyj auf Telegram. Nach Syrskyjs Darstellung sind die Einheiten der bei Bachmut eingesetzten russischen Söldnertruppe Wagner an einigen Abschnitten durch reguläre russische Armee-Einheiten ersetzt worden. Diese weniger gut ausgebildeten Einheiten seien nun geschlagen worden. Die Angaben der ukrainischen Militärs zu ihren Erfolgen konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden.

17:24 Uhr | Deutschland bekommt 50 weitere Puma-Schützenpanzer

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat einem Kauf von 50 weiteren Schützenpanzern Puma für die Bundeswehr zugestimmt. Die Fachpolitiker gaben damit grünes Licht für das Rüstungsprogramm, für das die Bundesregierung rund 1,5 Milliarden Euro ausgeben will.

Politiker der Ampel-Koalition erklärten, der Kauf sei für die Modernisierung der Streitkräfte wichtig, auch wenn an dem Schützenpanzer noch Probleme behoben werden müssten. Verteidigungsministerium und Industrie seien gefordert, die umfassende Funktionsfähigkeit des Waffensystems sicherzustellen.

17:01 Uhr | Prigoschin beklagt erneut Munitionsmangel

Jewgeni Prigoschin Bildrechte: IMAGO / ITAR-TASS

Der Chef der russischen Söldner-Gruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat der Militärführung in Moskau erneut eine unzureichende Belieferung mit Munition vorgeworfen. "Wir erhalten nicht genügend Granaten, sondern nur zehn Prozent des Bedarfs", erklärte Prigoschin in einer Audiobotschaft. Die Bürokratie im Verteidigungsministerium bremse eine rasche Nachschub-Lieferung aus.

Prigoschin hatte den seit Monaten schwelenden Streit mit der russischen Militärführung zuletzt verschärft und mit einem Abzug seiner Söldner bei Bachmut gedroht. Er ruderte zurück, nachdem das Verteidigungsministerium eine bessere Versorgung mit Munition zugesagt hatte.

13:13 Uhr | Kreml bedauert Tod eines AFP-Reporters

Nach dem Tod des AFP-Journalisten Arman Soldin im Osten der Ukraine hat Moskau sein Bedauern ausgedrückt und eine Untersuchung gefordert. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow wies dabei Behauptungen zurück, dass Russland dafür verantwortlich sei. Soldin war nach AFP-Angaben gestern im Beschuss auf Stellungen der ukrainischen Armee nahe Bachmut umgekommen.

13:05 Uhr | Haftstrafe für russische Soldaten

Zwei russische Kriegsdienstverweigerer sind nach Angaben von Menschenrechtlern zu jeweils zweieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil sie nicht in der Ukraine kämpfen wollten. Ein Militärgericht in der Region Kamtschatka im Osten habe die Strafen gegen Alexander Stepanow und Andrej Michailow bereits Ende April verhängt, teilte die Organisation OVD-Info mit. Den Angaben zufolge sind die beiden Männer allerdings noch nicht in Haft und können noch Berufung gegen das Urteil einlegen.

13:03 Uhr | Polen bestellt russischen Botschafter ein

Nachdem ein russischer Kampfjet nach Angaben aus Warschau einem polnischen Flugzeug gefährlich nahe gekommen sein soll, hat das polnische Außenministerium den russischen Botschafter einbestellt. Ihm sei eine Protestnote überreicht worden, teilte der Sprecher des Außenministeriums auf Twitter mit. Am Freitag soll ein Su-35-Jagdflugzeug mit "aggressiven und gefährlichen Manövern" eine polnische Propeller-Maschine in internationalem Luftraum bedroht haben, die über dem Schwarzen Meer auf Patrouillenflug für die EU-Grenzschutzbehörde Frontex gewesen sei. Die Besatzung habe durch die Turbulenzen vorübergehend die Kontrolle verloren.

12:37 Uhr | Russland will KSE-Vertrag beenden

Russland bereitet anscheinend seinen Austritt aus dem Abrüstungsvertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE-Vertrag) vor. Das geht aus einer Anordnung von Präsident Wladimir Putin hervor, in der Vizeaußenminister Sergej Rjabkow zum Bevollmächtigten dafür ernannt wird. Der KSE-Vertrag legt Obergrenzen für die Stationierung schwerer Waffen in Europa fest. Moskau unterzeichnete 1990, legte jedoch 2007 die Umsetzung größtenteils auf Eis. Seit 2015, ein Jahr nach der Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim, nimmt Russland nicht mehr an den KSE-Beratungen teil.

12:38 Uhr | Russische Rakete in Wald in Polen

Bei einem im April in einem Wald in Polen entdeckten militärischen Objekt handelt es sich nach Medienberichten um eine russische Rakete. Sie sei vom Typ CH-55, berichten polnische Sender unter Berufung auf nicht genannte Informanten. Der Fundort liegt angeblich hunderte Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt, ebenso von Belarus oder der russischen Exklave Kaliningrad.

12:01 Uhr | Chrupalla in der russischen Botschaft

AfD-Chef Tino Chrupalla hat gestern an einem Empfang der russischen Botschaft in Berlin zum 78. Jahrestag des sowjetischen Sieges über Nazi-Deutschland teilgenommen. Das bestätigte er der dpa heute und sagte, dass der 9. Mai bis vor kurzem ein Gedenktag gewesen sei, "an dem deutsche Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien selbstverständlich teilnahmen. Diesen Dialog sollte man in Krisenzeiten nicht abreißen lassen." Es sei ihm wichtig gewesen, wird Chrupalla zitiert, "die deutsche Sicht auf Geschichte und Gegenwart selbstbewusst darzulegen".

11:47 Uhr | Transneft meldet Angriff auf "Druschba"

Die russische Öl-Pipeline "Druschba" (Russisch: Freundschaft) ist nach Angaben des Betreibers Transneft angegriffen worden. Verletzte habe es nicht gegeben, teilt das Unternehmen mit. Der Vorfall habe sich an einem Füllpunkt auf russischer Seite nahe der Grenze zur Ukraine ereignet. Transneft sprach von einem "Terroranschlag". Die Leitung hatte noch bis Ende 2022 die PCK-Raffinerie Schwedt in Brandenburg versorgt und vorher auch die in Leuna. Seit Jahresbeginn verzichtet Deutschland aber wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine vollständig auf Öl-Importe aus Russland.

11:31 Uhr | USA bestätigen Abschuss von "Kinschal"

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums ist eine russische Hyperschallrakete über der Ukraine mit dem "Patriot"-System abgeschossen worden. Laut CNN (englisch) bestätigte Pentagon-Sprecher Pat Ryder entsprechende Berichte der Ukraine vom Wochenende, wonach es sich um eine Rakete des Typs "Kinschal" (Russisch: Dolch) gehandelt habe. Die extrem schnell und hoch fliegenden und dabei manövrierfähigen Raketen setzen russische Streitkräfte mindestens seit März im Krieg gegen die Ukraine ein, etwa zur Zerstörung von Treibstoff- und Waffenlagern.

10:27 Uhr | Ukraine meldet Gebietsgewinne bei Bachmut

Südwestlich von Bachmut im Osten der Ukraine liefern sich ukrainische und russische Truppen nach Angaben beider Seiten neue schwere Kämpfe. Der Gründer des umstrittenen ukrainischen "Asow"-Regiments, Andrij Bilezkyj, berichtete vergangene Nacht auf Telegram von eigenen Angriffen "auf einer Breite von drei Kilometer und einer Tiefe von 2,6 Kilometern". Das Gelände sei jetzt frei von russischen Soldaten, mindestens zwei Kompanien der regulären russischen Armee seien aufgerieben und Gefangene gemacht worden.

Zuvor hatte der Chef der russischen Söldnertruppe "Wagner", Jewgeni Prigoschin, ein Zurückweichen der russischen Armee an eben dieser Flanke beklagt. "Sie haben alles stehen lassen, sind davongerannt und haben die Front auf einer Breite von fast zwei Kilometer und einer Tiefe von fünfhundert Metern entblößt", hieß es zuletzt bei Prigoschin auf Telegram.

Weder die eine noch die andere Angabe ließ sich unmittelbar überpüfen. Die Stadt Bachmut im Gebiet Donezk ist seit Monaten schwer umkämpft. Sie gilt offenbar beiden Seiten als strategisch wichtig.

06:00 Uhr | Ukraine dämpft Erwartungen

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba warnt vor zu hohen Erwartungen an eine ukrainische Offensive. "Betrachten Sie diese Gegenoffensive nicht als die letzte, denn wir wissen nicht, was dabei herauskommen wird", sagte er der "Bild"-Zeitung von heute.

Dmytro Kuleba Bildrechte: IMAGO / Pacific Press Agency

Nur wenn es auch gelinge, die russisch besetzten Gebiete zu befreien, werde es die letzte sein, sagte der Diplomat. Andernfalls müssen "wir uns auf die nächste Gegenoffensive vorbereiten."

In dem Interview sagte Kuleba auch, dass eine Nato-Mitgliedschaft nach dem Ende des Kriegs mit Russland eine wichtige Sicherheitsgarantie sei. Sie könne diesen Krieg nicht mehr verhindern, aber "weitere Kriege nach diesem Krieg". Wenn Deutschland ein sicheres Europa wolle, sagte Kuleba, müsse die Nato sein Land aufnehmen: "Das ist der einzige Weg."

05:30 Uhr | Breuer: Pläne für ukrainische Offensive

Nach einer Einschätzung von Bundeswehr-Generalinspekteur Carsten Breuer kommt die Ukraine mit Vorbereitungen für eine Gegenoffensive voran. "Der Boden ist immer noch morastig und feucht. Teilweise stehen noch große Seen auf den Feldern. Die Voraussetzungen für eine umfassende Offensive waren in den letzten Wochen noch nicht gegeben", sagte er der dpa: "Mir ist in allen Gesprächen aber deutlich geworden, dass die Planungen für die ukrainische Offensive laufen." Breuer war vergangenen Woche in der Ukraine.

03:40 Uhr | Blinken: Die Ukraine hat alles

Die Ukraine hat nach Ansicht von US-Außenminister Antony Blinken alle nötigen Mittel, um bei einer Gegenoffensive russisch besetzte Gebiete zurückzuerobern. "Sie haben alles, was sie brauchen", sagte er bei einer Pressekonferenz mit seinem britischen Amtskollegen James Cleverly gestern in Washington. Zuvor hatte die US-Regierung weitere militärische Hilfen für die Ukraine im Wert von rund 1,2 Milliarden US-Dollar angekündigt.

01:05 Uhr | USA: Spionagesoftware ausgeschaltet

Das US-Justizministerium hat nach eigenen Angaben eine "hochentwickelte" Spionagesoftware ausgeschaltet, mit der Russland Geheimdienst FSB Computersysteme in mindestens 50 Ländern angegriffen haben soll. Mithilfe des "Snake" genannten Schadprogramms sei der FSB in den vergangenen 20 Jahren vor allem in Netzwerke staatlicher Stellen, Forschungseinrichtungen und Medien eingedrungen und habe "hunderte geheimer Dokumente" gestohlen, wie das Ministerium mitteilte. Ziel der Angriffe sei auch ein Nato-Mitgliedsstaat gewesen. Welcher genau wurde nicht bekannt.

00:13 Uhr | "Wagner-Gruppe" als Terrororganisation gesehen

Das französische Parlament will die russische Söldnertruppe "Wagner" wegen der Hinrichtung von Zivilisten als terroristische Organisation einstufen lassen. Die Nationalversammlung in Paris verabschiedete einstimmig eine entsprechende Resolution. Darin wird die Regierung aufgefordert, sich in der EU für eine Einstufung der Truppe als Terrororganisation einzusetzen.

Auch Großbritannien will nach einem Bericht der Zeitung "The Times" die Söldner-Truppe so einstufen. Sie steht im Verdacht, in der Ukraine, aber auch in Syrien und afrikanischen Ländern gefoltert und getötet zu haben.

00:01 Uhr | Kämpfe in der Ostukraine

Verteidiger und russische Angreifer haben sich gestern erneut schwere Kämpfe im Osten der Ukraine geliefert, erneut auch in der seit Monaten umkämpften Stadt Bachmut. Wie der ukrainische Generalstab dazu mitteilte, stießen russische Truppen auch bei Liman, Awdijiwka und Marjinka vor. Am Dienstag seien insgesamt rund 30 Angriffe abgeschlagen worden, hieß es noch, was sich zunächst aber nicht überprüfen ließ.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP gestern meldete, wurde ihr Videojournalist Arman Soldin am Nachmittag bei einem Raketenangriff in der Nähe von Bachmut getötet. Laut Reporter ohne Grenzen starben 2022 sechs Journalisten in der Ukraine, 2023 vor Soldin bereits ein anderer Reporter.

00:00 Uhr | Ukraine-News am Dienstag, 10. Mai 2023

Guten Morgen! In unseren Ukraine-News halten wir Sie über die Entwicklungen im Krieg in der Ukraine auf dem aktuellen Stand. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Quellen: u.a. AFP, dpa, Reuters, MDR

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 10. Mai 2023 | 06:00 Uhr