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Ewig jung! Kann das Protein Menin den äußeren Verfall, also den Alterungsprozess, stoppen? Bildrechte: PantherMedia/g_studio

BiologieMenin: Das Protein, das vor dem Altern schützt?

16. März 2023, 19:00 Uhr

Irgendwann im Leben macht sich das Protein Menin in unserer Gehirnschaltzentrale rar. Schade, denn es verhindert, dass der Körper Alterungsprozesse anschiebt. Forscher haben den Prozess jetzt umgekehrt.

Ohne Menin sehen wir ganz schön alt aus, könnte man kalauern. Aber auch nur, wenn man weiß, dass Menin ein Protein ist, das in unserer Schaltzentrale im Gehirn vorkommt, im Hypothalamus. Hier hat es offenbar eine wichtige Funktion: Ohne Menin altern wir körperlich schneller, zeigt eine Studie der Xiamen Universität in China. Im Alter sendet der Hypothalamus immer mehr Signale aus, die zulassen, dass unser Körper sich altersbedingt verändert. Die Knochenmasse nimmt ab, oder die Hautdicke, wir bauen im Hirn ab, sterben eher. Solange genug Menin da ist, sind diese Prozesse ausgebremst, Menin verhindert, dass der Körper bestimmte Signale empfängt und entsprechend reagiert. Wie stark der Körper altert, hängt offenbar von der Menge des Menin-Proteins ab, fanden die Forscher in Untersuchungen mit Mäusen heraus. Und verfolgten diesen Gedankengang gleich noch weiter: Könnte man den Spieß nicht umdrehen, und mit zugeführtem Menin dafür sorgen, dass wir aufhören zu altern?

D-Serin: Gut fürs Hirn. Aber alt aussehen tut man weiter

D-Serin hält offenbar den inneren Verfall auf, aber nicht den äußeren. Bildrechte: imago/emil umdorf

Das wurde wieder getestet an 20 Monate alten Mäusen, denen das Gen für Menin in den Hypothalamus eingesetzt wurde. Tatsächlich zeigte sich nach 30 Tagen, dass sich die Hautdicke und Knochenmasse verbessert hatten, genau wie Lernfähigkeit, kognitive Fähigkeiten und Gleichgewichtssinn. Eine dreiwöchige Nahrungsergänzung mit D-Serin, einer Aminosäure, die im Gehirn produziert wird, half gegen den Kognitionsverfall, aber nicht gegen die äußeren Anzeichen des Alterns.

Ob Menin nun tatsächlich das Schlüsselprotein für den Alterungsprozess ist, könne man jetzt noch nicht endgültig sagen, sagt Forscher Lige Leng: "Der Rückgang von Menin im Hypothalamus mit zunehmendem Alter könnte einer der treibenden Faktoren des Alterns sein. Quasi ein Schlüsselprotein, das die genetischen, entzündlichen und metabolischen Faktoren des Alterns verbindet." Er wertet D-Serin als ein potenziell vielversprechendes Therapeutikum gegen den kognitiven Verfall, sagt aber auch, dass hier noch viel mehr über die Rolle des Proteins Menin geforscht werden muss, zum Beispiel darüber, warum und wann weniger davon im Hypothalamus vorhanden ist.

Links/Studien

Die Studie "Hypothalamic Menin regulates systemic aging and cognitive decline" lesen Sie hier im Original.

lfw

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Nah dran | 14. Juli 2022 | 22:40 Uhr