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Fast nur mit kühlem Wasser zu ertragen: Die heißesten Tage des Sommers 2022 Bildrechte: IMAGO / Hohlfeld

HitzeDer Sommer 2022 könnte einige Rekorde knacken

Stand: 09. August 2022, 05:00 Uhr

Mit jetzt schon 27 heißen Tagen (über 30 °C) in Mitteldeutschland ist der Sommer 2022 auf Rekordkurs. Bei den Höchsttemperaturen sowieso. Die 40-Grad-Marke wurde im Juli erstmals geknackt.

Wissen Sie noch, was sie am 20. Juli kurz nach 15:30 Uhr getan haben? Vermutlich geschwitzt. Für die Geschichtsbücher festgehalten wurde jedenfalls, was die DWD-Wetterstation Huy-Pabstorf in Sachsen-Anhalt (ca. 20 km westlich von Oschersleben) zu diesem Zeitpunkt getan hat: sie hat eine Lufttemperatur von exakt 40,0 °C gemessen. Zum ersten Mal ist das in Mitteldeutschland seit Beginn der Datenerfassung geschehen.

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Seitdem gab es, wie im Diagramm zu sehen, auch einige angenehm kühlere Tage mit Höchsttemperaturen um die 25 Grad, bevor Anfang August die nächste (zwar kurze, aber heftige) Hitzewelle kam. Damit stehen die Temperaturen in Huy-Pabstorf sinnbildlich für diesen ganzen bisherigen Sommer. Es gab so viele heiße Tage (mit Temperaturen über 30 °C) wie fast nie zu vor zu diesem Zeitpunkt. Und was das alles noch etwas unerträglicher macht: Diese ohnehin schon vielen heißen Tage sind noch heißer als je zuvor.

Schon 27 heiße Tage

An nun schon 27 Tagen haben DWD-Wetterstationen in Mitteldeutschland mehr als 30 Grad angezeigt. Zu diesem Zeitpunkt im Jahr ist das viel. Nur im Rekord-Sommer 2018 war es ein Tag mehr, damals folgten auf die 28 noch 13 weitere Tage, wo irgendwo in Mitteldeutschland mehr als 30 Grad gemessen wurden. Wird das Jahr 2022 diesen Rekord von insgesamt 41 heißen Tagen noch knacken?

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Auch wenn der Sommer 2018 mit seiner Menge an heißen Tagen noch Rekordhalter ist: Was die Intensität der Hitze angeht, ist 2022 schon jetzt deutlich schlimmer. 2018 wurden in Mitteldeutschland nur an einem einzigen Tag und nur in einer einzigen Messstation mal 37 Grad oder mehr gemessen. Das laufende Jahr 2022 hat dagegen schon 79 (!) solcher Messwerte hervorgebracht, aufgeteilt auf mehrere Stationen an vier verschiedenen Tagen (19. Juni, 19./20. Juli, 4. August).
Man kann das auch anders formulieren: In diesem Jahr gab es allein bis Anfang August schon mehr Tage über 37 °C als insgesamt in den fünf ganzen Jahren davor.

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Südwesten Europas noch stärker betroffen

Die Hitzewellen, die im Juli über Deutschland schwappten, sind auch in der folgenden Animation vom europäischen "Copernicus Climate Change Service" (C3S) zu beobachten. Darin wird für jeden einzelnen Juli-Tag 2022 farbig dargestellt, wie stark die Temperaturen in Europa von denen abwichen, die normalerweise (im Durchschnitt von 1991 bis 2020) an diesem Tag vorherrschen. Der dunkelste rote Farbton bedeutet zum Beispiel, dass es 12 Grad heißer war als normalerweise im Juli.

Dabei wird deutlich, dass Deutschland sogar noch vergleichsweise mild davongekommen ist. Im Südwesten Europas, wo das Temperaturniveau ja ohnehin höher ist, gab es obendrein noch mehr Tage, an denen es es viel heißer als üblich war.

Und wie sind die Aussichten bei uns? Ab Samstag könnten die Temperaturen laut Vorhersage wieder für einige Tage über 30 Grad klettern.

(rr)