Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
PflanzenPflegenGestaltenGenießenPodcastDie Strebergärtner

Hausbaum und HerbstschönheitWalnuss: Heimisches Superfood vom BaumBotanischer Name: Juglans regia

Stand: 18. Januar 2022, 20:50 Uhr

Wer naturnah gärtnert, weiß um die Vorzüge eines Walnussbaums im Garten: Er spendet Schatten und liefert gesunde Früchte. Warum im Schatten der Walnuss nicht viel wachsen kann und wann der eigene Baum zum ersten Mal Früchte trägt, lesen Sie im Steckbrief - mit Tipps zur Pflanzung, Pflege und Wissenswertem rund um Walnussbäume.

Walnussbäume bilden eine breite Krone aus, die im Sommer Schatten spendet. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Wissenswertes zur Walnuss

Lange wurde die Walnuss zu den Steinfrüchten gezählt, dies wurde jedoch vor einigen Jahren botanisch korrigiert. Die Samen der Nussfrucht sind weltweit bekannt und beliebt. Kein Wunder, denn ihr mild-charakteristischer Geschmack verfeinert zahlreiche Speisen, wie Müsli, Kuchen, Salat oder Pasta. Die Walnuss wird vor allem wegen ihrer Inhaltsstoffe geschätzt: Omega-3-Fettsäuren, Vitamin E und ein hoher Kaliumgehalt machen die kleine Nuss zum großen Kraftpaket.

Die Walnuss ist ein richtiges Kraftpaket. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Auf einen Blick: Walnussbaum
HeimatKleinasien, Griechenland, Bosnien, West-China
PflanzenfamilieWalnussgewächse ( Juglandaceae)
Wuchssommergrüner Laubbaum, breitkronig; kann im Hausgarten bis zu 20 Meter hoch und mehr als 10 Meter breit werden
Blütemännliche: herabhängende Kätzchen, bis zu 15 cm lang

weibliche: klein, becherförmig, grün-weiß, wachsen an der Spitze von Jungtrieben
Blätterdekoratives Blattwerk, hellgrün und gefiedert, 20-30 cm lang; Laubfall Oktober bis November
Früchtevon grüner Fruchthülle umgebene Nussfrüchte; Samen mit bis zu 2 mm dicker Schale
Standorthell und sonnig
BodenLehm-und tonreich mit guter Nährstoffversorgung
BesonderheitenDer Walnussbaum ist einhäusig, auf einer Pflanze gibt es also weibliche und männliche Blüten. Bestäubt werden die Blüten über den Wind. Die Walnüsse sind ab September reif.

Wie lange dauert es, bis ein Walnussbaum Früchte trägt?

Eine Walnuss eingraben und bald über die erste Ernte freuen? Diese Methode eignet sich nur für sehr geduldige Gärtner: 15 bis 20 Jahre benötigt ein Walnussbaum, der aus einer eingepflanzten Nuss gewachsen ist, bevor er erste eigene Früchte trägt. Ein veredelter Jungbaum aus der Baumschule trägt - je nach Sorte und Standort - bereits nach fünf Jahren die ersten eigenen (und nicht zu wenige) Früchte. Wer einen Walnussbaum pflanzen möchte, sollte sichergehen, dass er auch die gewünschten Eigenschaften mit sich bringt. Diese Walnuss-Sorten haben sich über die Zeit für den Hausgarten bewährt:

Bewährte Walnuss-Sorten
SorteEigenschaft
Rote DonaunussÖsterreichische Sorte; eher kleine Früchte mit aromatischen, roten Kernen
Geisenheimer Walnussaus Geisenheim im Rheingau, Südhessen; sehr robuste Sorte, auch für spätfrostgefährdete Standorte geeignet
Esterhazy IIUngarische Sorte, auch in Deutschland weit verbreitet; geschmacklich hervorragend, selbstfruchtbar, spätfrostgefährdet
Seifersdorfer RundeSorte aus der Sächsischen Schweiz, die veredelte Variante eignet sich auch für kleinere Gärten; selbstbefruchtend
FranquetteAus Frankreich, dort ebenso beliebt und verbreitet; sehr alte Sorte; auch für ungünstige Klimalagen geeignet; langsamer Wuchs
Nr. 139wenig frostgefährdete Sorte, mittelstark wachsend, nicht angewiesen auf Fremdbefruchtung

Wann pflanze ich einen Walnussbaum?

Gepflanzt werden kann im Frühjahr oder Herbst. Da junge Walnuss-Bäume empfindlich auf Spätfröste reagieren, sollte im Frühling gerade in gefährdeten Regionen auf den richtigen Zeitpunkt gewartet werden. Ist die Walnuss angewachsen, legt sie - je nach Standort und Sorte - pro Jahr bis zu 40 Zentimeter an Trieblänge zu. Als starkwachsender Baum braucht sie genug Platz im Garten. Dies sollte vor der Pflanzung bedacht werden. Der hohe Gerbstoffgehalt der Blätter wirkt keimhemmend, führt also dazu, dass unter einem Walnussbaum kaum andere Pflanzen gedeihen.

Walnuss schneiden, düngen und pflegen

Ein Erziehungsschnitt ist normalerweise nicht nötig. Falls doch Korrekturen vorgenommen werden, sollte dies - gerade an älteren Bäumen - auf keinen Fall im Frühjahr erfolgen, da die Walnuss dann im Saft steht und auf Schnittwunden mit dem sogenannten Ausbluten reagiert. Ein günstigerer Zeitpunkt ist nach der Ernte im Herbst, auch ein Winterschnitt im Januar und Februar ist möglich.

Im ersten Jahr freut sich die Walnuss über eine Düngergabe aus Kompost und Steinmehl und eine Mulchdecke, die das Erdreich vor Austrocknung schützt. Allgemein sollten frisch gepflanzte Bäume jedoch nicht zu stark gedüngt werden. Ein gut vorbereitetes Pflanzloch reicht meistens schon aus. Ältere Bäume freuen sich alle zwei Jahre über eine Düngergabe, am besten eignet sich gut verrotteter Mist oder eine Mischung aus eigenem Kompost mit tierischem Dünger.

Buch-Tipp zur Walnuss

Walnüsse lagern und verarbeiten

Zur Erntezeit machen es einem die Walnüsse leicht: Sie fallen ohne Zutun vom Baum. Da sie jedoch so Feuchtigkeit von Gras und Boden aufnehmen, sollten sie vor der Lagerung getrocknet werden. Dazu werden sie von eventuellen Resten der grünen Fruchthülle befreit, ohne die Nüsse zu befeuchten, und an einem sonnigen, trockenen Ort ausgebreitet. Vorsicht, beim Entfernen der Fruchthülle sollten Handschuhe getragen werden, damit die Finger nicht braun werden.

Zur Weihnachtszeit sind Walnüsse beliebte Zwischenmahlzeit und Dekoration. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eingelagert werden sollten nur Früchte mit unbeschädigter Schale. Ein trockener, nicht zu heller Ort eignet sich gut. Das Knacken der Schalen nimmt einige Zeit in Anspruch, frische Samen werden am besten in einem Schraubglas an einem dunklen Ort aufbewahrt.

Rezepe mit Walnüssen

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 27. September 2020 | 08:30 Uhr