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Trockenheit im GartenEin pflegeleichtes Staudenbeet ohne Gießen

Stand: 04. Juli 2022, 01:11 Uhr

Die Sommer werden heißer und trockener. Um Wasser beim Gießen sparen oder ganz darauf verzichten zu können, ist ein Umdenken im Garten notwendig. Das sieht auch Gärtner Pascal Klenart und zeigt uns sein pflegeleichtes, hitzeresistentes Staudenbeet.

Der Boden ist so trocken, dass kaum ein Spaten in die Erde geht. Wie sollen da die Pflanzen überleben? Doch tatsächlich gibt es Blumen, die an diese Bedingungen angepasst sind. Sie wollen es sogar so trocken. Wer an dürre Sträucher denkt, täuscht sich: Es gibt farbenfrohe Stauden, die ganz ohne Pflege und Wasser auskommen.

Staudengärtner Pascal Klenart aus Erfurt hat einen Schaugarten angelegt, der in diesem Jahr noch keinen Tropfen Wasser gesehen hat - außer dem Niederschlag im eher trockenen Thüringer Becken. "Die Pflanzen kommen zum Beispiel aus Asien. Dort haben sie sich an die klimatischen Bedingungen gewöhnt. Und nun können wir von ihnen Gebrauch machen", sagt er.

Den Boden für den Staudengarten vorbereiten

Zunächst muss der Boden vorbereitet werden. Da viele Stauden flach wurzeln, sollte der Boden spatentief, also 15 bis 20 Zentimeter tief, ausgehoben werden. Damit keine Staunässe entsteht, wird als erstes eine Drainageschicht aus Sand oder Lavagestein eingefüllt. Die ausgehobene Erde wird mit Sand angemischt. So ist der Boden locker und wasserdurchlässiger.

Das Heiligenkraut riecht wunderbar mediterran. Es stammt aus dem Mittelmeerraum und mag keine Staunässe. Bildrechte: MDR Garten/Estha Taddigs

Die richtigen Pflanzen auswählen

Für die Bepflanzung mit trockenheitsverträglichen Pflanzen hat Pascal Klenart eine Reihe an Ideen.

Trockenheitsverträgliche Pflanzen: Pascal Klenarts Tipps für einen sonnigen Standort

  • Blauraute (Perovskia atriplicifolia)
  • Fackellilie (Kniphofia uvaria 'Poco Yellow')
  • Heiligenkraut (Santolina)
  • Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)
  • Prachtkerze (Gaura lindheimeri)
  • Steppen-Wolfsmilch (Euphorbia seguieriana subsp. niciciana)
  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)
  • Mädchenhaargras (Stipa pennata) oder allgemein Haargräser
  • Atlasschwingel, ebenfalls ein Ziergras (Festuca mairei)
Mädchenhaargras, Blauraute, Fackellilie und Heiligenkraut sind eine gute Kombination für ein hitzeresistentes Staudenbeet. Bildrechte: MDR/Estha Taddigs

Die hitzeresistenten Pflanzen mögen keine Konkurrenz und werden teilweise sehr groß. Daher sollten anders als bei anderen Staudengärten weniger Pflanzen pro Quadratmeter eingeplant werden. Gärtner Pascal Klenart empfiehlt maximal fünf Pflanzen pro Quadratmeter. Durch ihre Größe wird der Garten mit den Jahren trotzdem dicht zuwachsen.

Kalkschotter als Mulch ausbringen

Sind die Pflanzen in der Erde, folgt noch eine mindestens fünf Zentimeter, besser aber acht bis zehn Zentimeter dicke Schicht Kalkschotter. Sie versorgt die Pflanzen später mit Mineralien, hält Konkurrenz in Form von Wildkräutern fern und sorgt für eine Art Wasserspeicher.

Den Staudengarten pflegen

Der Staudengarten mit hitzeresistenten Pflanzen ist sehr leicht in der Pflege. "Am besten wächst er, wenn er komplett in Ruhe gelassen wird", sagt der Staudenexperte. Nach dem Anpflanzen brauchen die Stauden einen guten Schluck Wasser und sollten auch über den ersten Sommer gelegentlich gegossen werden. Danach reicht ihnen der Niederschlag.

Im Frühjahr können einzelne Pflanzen gezielt gedüngt werden, sollten sie sich langsamer als andere Pflanzen entwickeln. Allerdings gilt auch hier: Weniger ist mehr. Der Kalkschotter und die Nährstoffe aus dem Boden versorgen die Pflanzen im Normalfall ausreichend.

Alles andere als langweilig: Die Fackellilie gibt es in vielen verschiedenen Farben und Höhen. Bildrechte: MDR Garten/Estha Taddigs

Die Ziergräser freuen sich im Frühjahr über einen Rückschnitt. So können die neuen Halme frisch und grün austreiben. Die Pflanze verzeiht es aber auch, sollte der Schnitt vergessen werden. "Ich habe es dieses Jahr getestet und einige meiner Gräser nicht geschnitten. Sie sind jetzt im Sommer etwas braun, da die vertrockneten Gräser aus dem Winter noch zu sehen sind. Ansonsten stört es sie überhaupt nicht", erzählt der Staudenexperte.

Die Blauraute als junge Staude und nach vier Jahren im Beet

Bildrechte: MDR/Estha Taddigs | MDR/Estha Taddigs

Quelle: MDR Garten/eta; Pascal Klenart, Staudengärtnerei Klenart Erfurt

Tipps und Ideen für die Gartenplanung

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 03. Juli 2022 | 08:30 Uhr