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Walnuss, Haselnuss, Paranuss – jede Nuss enthält andere Stoffe, die für den Körper gut sind. Bildrechte: Colourbox.de

ErnährungLänger leben mit Nuss-Genuss

von MDR um 4

Stand: 28. November 2022, 10:06 Uhr

Wer Nüsse isst, lebt länger! Das legen inzwischen mehrere unabhängige Studien nahe. Die Frage ist, wie viele Nüsse es sein sollen und vor allem welche. Denn nicht in jeder Nuss stecken gleich viele Proteine, Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und gute Fette. Ernährungswissenschaftler Dr. Stephan Lück erklärt, wie Sie bei Nüssen und Kernen die richtige Wahl treffen.

Warum sind Nüsse gesund?

Warum Nüsse so besonders für unsere Ernährung sind, erklärt Dr. Stephan Lück, Ernährungswissenschaftler und Lebensmitteltechnologe. Bildrechte: MDR / Stephan Lück

Stephan Lück, Ernährungswissenschaftler: Nüsse enthalten hochwertiges Fett. Tatsächlich brauchen wir Fett, vor allem essentielle Fettsäuren, für unseren Zellaufbau, für das Gewebe. Das liefern uns die Nüsse – daneben viele Mineralien, Magnesium an erster Stelle. Der Eisenanteil ist bei vielen Nüssen sehr hoch. Außerdem enthalten Nüsse Ballaststoffe und auch Vitamine.

Machen Nüsse wirklich schlank?

Stephan Lück, Ernährungswissenschaftler: Wenn wir Nüsse empfehlen, dann reden wir über eine kleine Handinnenfläche pro Tag. Mehr sollte man gar nicht essen. Da ist natürlich Power und Energie drin. Es gibt Studien, die zeigen: Wenn man bei dieser Menge bleibt, hat man schon einen starken Sättigungs- und Energieeffekt, was natürlich den Hunger reduziert. Der Sättigungseffekt entsteht durch die hohe Menge an Ballaststoffen.  

In welcher Nuss steckt was?

Stephan Lück, Ernährungswissenschaftler: Die Walnuss ist zum Beispiel der Knaller, was Fettsäuren angeht. Da stecken ganz viele Omega-3 Fettsäuren drin und das ist sehr positiv, auch für das Immunsystem. Die Omega-3 Fettsäuren sind gesunde Fettsäuren. Aber weil sie sehr viele ungesättigte Verbindungen haben – der Begriff kommt aus der Chemie – sind sie auch sehr anfällig. Ich würde sie deshalb immer mit Schale kaufen. Sonst halten sie sich maximal vier Wochen und werden dann ranzig. Sobald es muffig schmeckt: nicht runterschlucken, da kann Schimmelpilz entstanden sein, also Gifte.

Die Haselnuss wird seit zehntausend Jahren in der menschlichen Ernährung genutzt. Sie enthält auch gesunde Fette und kommt mit sehr viel Kalzium und Magnesium daher. Magnesium ist gut für die Muskulatur, damit sie funktioniert, Kalzium gut für den Knochenbau. Das Kalzium führt verbunden mit den B-Vitaminen dazu, dass der Körper es auch wunderbar einbauen kann. Haselnüsse kann man geschält kaufen, sie halten etwas länger als Walnüsse.

Paranüsse enthalten Radium. Mehr als 2 Stück pro Tag sollte man nicht essen. Bildrechte: imago images/Shotshop

Paranüsse schmecken mehr nach Fett, weil sie anderes Fett enthalten. Sie haben etwas mehr von den einfachen ungesättigten Fettsäuren und auch ein paar gesättigte Fettsäuren, sind also nicht so hochwertig. Dafür haben sie einen unglaublichen Gehalt an Mineralien. Aber Vorsicht! Sie enthalten eine hohe Menge an radioaktivem Radium. Deswegen nur 2 Stück am Tag essen. Eine Nuss enthält schon die gesamte Menge an Selen, die wir täglich brauchen. 

Erdnüsse sind die Nüsse, die am meisten verzehrt werden. Die Erdnuss ist eigentlich eine Hülsenfrucht. Sie hat einen großen Proteingehalt, enthält 25 Prozent. Und sie enthält viel Folsäure, was gut ist für die Zellbildung und die Zellregeneration.

Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 28. November 2022 | 17:00 Uhr