MDR INFO

Kleiner Klimagipfel in Berlin : "Zwei-Grad-Ziel" noch in weiter Ferne

In Berlin sind Umweltpolitiker aus 35 Ländern zu einem Klimagipfel zusammengekommen. Zu den zweitägigen Beratungen haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesumweltminister Peter Altmaier geladen. Auf dem zweitägigen Treffen soll die UN-Klima-Konferenz in Katar Ende des Jahres vorbereitet werden. Dabei soll es darum gehen, wie mehr Tempo beim Klimaschutz gemacht werden kann.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte in ihrer Rede ein neues allgemein verbindliches Abkommen zum Klimaschutz. "Ein verbindliches Regelwerk klingt wie Musik in meinen Ohren, weil wir das bisher nicht hatten", sagte Merkel. Mit Nichtstun lade die Weltgemeinschaft "größte verheerende Nebenwirkungen" auf sich. Das internationale Ziel, die Erderwärmung auf zwei Grad zu beschränken, sei "mit Sicherheit nicht zu ambitioniert", ergänzte die CDU-Politikerin. Mit den bisherigen internationalen Zusagen sei allerdings das Zwei-Grad-Ziel "überhaupt nicht zu erreichen".

Altmaier: Kurzfristiges Denken führte zu Klimakrise"

Auch der deutsche Umweltminister Peter Altmaier rief die Teilnehmer zu mehr Anstrengungen auf. Kurzfristiges Denken habe in die Klimakrise geführt. Altmaier äußerte sich zugleich besorgt, dass die bisherigen Anstrengungen nicht ausreichen würden, die Klimaerwärmung auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Altmaier warb auch dafür, private Investoren für den Klimaschutz zu gewinnen. Im "Deutschlandradio" sagte er, weltweit gebe es viele Investmentfonds und Pensionsfonds, die alle Milliardenbeträge anlegten. Er verwies auf Pensionsfonds in Dänemark, die verstärkt in Windkraftanlagen investierten, weil sie damit ordentliche Renditen erzielten.

Fahrplan und Ziele werden überprüft

Im Dezember war auf einer Klima-Konferenz im südafrikanischen Durban der Fahrplan für einen geplanten Weltklimavertrag bis 2015 beschlossen worden. Dieser soll alle Länder verpflichten, konkrete Maßnahmen umzusetzen, um den Ausstoß von klimaschädlichen Kohlendioxiden zu verringern. Der Fahrplan soll nun konkretisiert werden.

Umweltminister Altmaier sieht das Treffen auch als vertrauensbildende Maßnahme. Die Teilnehmer wollen unter anderem prüfen, ob das 2010 vorgegebene Zwei-Grad-Ziel überhaupt noch realistisch ist. Ebenfalls überprüft werden sollen, die damals zugesagten Gelder für den Klimaschutz und Finanzhilfen für Länder, die besonders vom Klimawandel betroffen sind.

Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2012, 21:10 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen.
Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

Petersberger Klima-Dialog

2010 trafen sich erstmals Mitglieder aus mehr als 30 Ländern auf dem Petersberg in Bonn, um die Welt-Klima-Gipfel vorzubereiten. Seitdem wird das Treffen jährlich ausgerichtet, das dritte in Berlin.

Dabei werden keine offiziellen Beschlüsse gefasst, sondern in informeller und vertrauensvoller Weise diskutiert und möglicherweise Kooperationen vereinbart.

© 2014 MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK