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Dahlien verschönern den Herbstgarten mit ihrer einzigartigen Blüte. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Herbstgarten

Dahlie: Die Herbstschönheit pflanzen, pflegen und überwintern

botanisch: Dahlia; auch Georginen genannt

Stand: 17. September 2021, 13:31 Uhr

Wer einen Farbrausch im Herbstgarten erleben möchte, pflanzt am besten Dahlien. Ihre Blüten gibt es in zahlreichen Farben und Formen, insgesamt in 15 Dahlienklassen. Dazu gehören unter anderem die Riesen- und die Halskrausendahlie, aber auch die Seerosen-, die Ball- und die Kaktusdahlie. Als Neuheit ist beispielsweise die Stellardahlie dabei.

Die Dahlie auf einen Blick
HeimatMexiko
PflanzenfamilieKorbblütler
WuchsDie Stängel der Dahlien werden 30 bis 180 Zentimeter hoch. Daran wachsen gesägte Blätter. Den krönenden Abschluss bilden die prallen Blüten.
BlüteDie Optik der Blüte variiert in Größe und Form je nach Sorte stark. Sie gibt es in sämtlichen Farben, auch mehrfarbige Sorten wurden gezüchtet. Nur in reinem Blau blüht die Dahlie nicht.
Früchtenein
Standortsonnig, windgeschützt
Bodendurchlässiger, humoser Boden
Winterhartnein
Mehrjährigja, bei frostfreier Überwinterung
Lebensdauerggf. mehrere Jahrzehnte
BesonderheitenOffenblühende Dahlien bieten reichlich Pollen für verschiedene Insekten an. Eine offene Mitte ("Scheibe") weisen nicht nur die einfachblühenden Dahlien auf (nur ein Ring farbiger Blütenblätter), sondern auch Sorten aus den Dahlienklassen Halskrausen-, Stern- und Päoniendahlie.

Dahlien im Garten pflanzen

Dahlienknollen können von Mitte April bis Mai ins Freiland oder in ein Pflanzgefäß gesetzt werden. In Gegenden, wo es zu späten Frösten kommen kann, sollte damit bis nach den Eisheiligen gewartet werden. Wer nicht warten möchte, kann alternativ auch die Triebspitzen abdecken und sie so vor Frost schützen. Pflanzen Sie die Knollen etwa zehn Zentimeter tief in gelockerte Erde. Bei älteren Knollen sollte beim Setzen darauf geachtet werden, dass die Stängelreste aus dem Vorjahr noch aus der Erde schauen. Vergessen Sie aber das Angießen nicht!

Einfach blühende Dahlien wie die cremefarbene Sorte 'Luna' bieten Nahrung für Bienen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Junge Knollen sollten sich beim Kauf fest anfühlen. Mit dem Alter werden die Knollen weicher. Überwinterte Knollen sind in der Regel größer als junge Knollen und bilden mehr Blüten aus. Teilweise trocknen Knollen beim Überwintern ein, das macht aber nichts. Sie können trotzdem in die Erde gesetzt werden. Ganz wichtig für alle Knollen ist ein Standort, an dem sich das Wasser nicht stauen kann.

Achten Sie beim Kombinieren mit Begleitpflanzen auf farbliche Kontraste: Mit weiß-blühenden Pflanzen zum Beispiel kann man nichts falsch machen. Sterngladiolen und Sommerhyazinthen sind dabei besonders empfehlenswert. Aber auch blaublühende Pflanzen sind gute Partner, da es keine Dahlie mit blauer Blüte gibt. Das sind beispielsweise die Vanilleblume oder der Salbei (z.B. Salvia 'Amistad' oder Salvia 'Farinacea Victoria'), die außerdem Bienen und andere Insekten anlocken.

Die Schönheit dieser Seerosen-Dahlie ('Devi') kommt vor den dunkellaubigen Pflanzen im Hintergrund besonders schön zur Geltung. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Niedrig wachsende Pflanzen wie der Duftsteinrich eignen sich besonders gut in Kombination mit Beetdahlien, die auch nicht so hoch im Wuchs werden. Weiß blühender Tabak lockert die ganze Bepflanzung auf. Eine Kombination mit Gräsern ist auch denkbar.

Pompon-Dahlie 'Bantling': Die Herbstblumen werden in aktuell 15 Klassen eingeteilt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Dahlien vermehren

Dahlien können durch Knollteilung vermehrt werden. Zunächst sollte die Knolle dafür als Ganzes überwintert werden. Erst im Frühjahr darf sie mit einem scharfen, sauberen Messer geteilt werden. Statt einem Messer kann dafür auch ein Spaten verwendet werden. Wichtig ist bei der Teilung, dass ein Auge und ein Stück vom alten Trieb vorhanden bleiben. Einzelne Knollen ohne Auge treiben nicht aus. Werden ihre Knollen regelmäßig geteilt, können Dahlien mehrere Jahrzehnte alt werden. Die Teilung ist eine wahre Verjüngungskur.

Alternativ können Dahlien auch durch Stecklinge von vorgetriebenen Pflanzen vermehrt werden.

Gartentipp für das Frühjahr Dahlien vortreiben und durch Stecklinge vermehren

Diese Dahlienknollen wurden vor etwa drei Wochen in eine flache Kiste gepflanzt, so dass der Wurzelhals herausschaut. Danach wurden sie warm gehalten und gegossen, damit sie austreiben. Zu Hause können Dahlien auf der Fensterbank bei Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad vorgetrieben werden. Unter dem Pflanzgefäß sollte eine Styroporplatte als Dämmung liegen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Durch behutsames Abzupfen gewinnt Gärtnerin Melanie Trinks Stecklinge, auch Risslinge genannt. Wichtig ist dabei, die jungen Triebe weit unten anzufassen und dann abzuziehen. Wurzeln haben sich bei diesem Dahliensteckling noch nicht gebildet. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Die Stecklinge sollten mindestens drei Zentimeter groß sein, damit sie sicher anwachsen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Zum Einpflanzen wird lockere, nährstoffarme Anzuchterde verwendet. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Am besten wurzeln die Stecklinge an einem warmen Ort bei etwa 20 Grad an. Nach dem vorsichtigen Angießen brauchen sie regelmäßig Wasser. Etwa zwei bis drei Wochen später haben sich Wurzeln gebildet, die Pflanzen können in Blumenerde umgetopft werden. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher
Die Stecklinge können mit durchsichtiger Folie abgedeckt werden, um sie vor Zugluft zu schützen. Es ist aber nicht unbedingt nötig. Anfang Mai können sie langsam abgehärtet werden und nach den Eisheiligen ins Freie umziehen. Bildrechte: MDR/Andreas Metzmacher

Dahlien pflegen und düngen

Generell sollte bei Dahlien darauf geachtet werden, dass vor allem hohe Sorten mit Stäben unauffällig gestützt werden. So knicken sie bei Windstößen nicht um.

Das Bild links zeigt eine zu locker gebundene Dahlie. Seien Sie mutig und ziehen Sie den Strick, wie im rechten Bild gezeigt wird, lieber etwas straffer. Bildrechte: Collage: MDR/Teresa Herlitzius

Wichtig ist, dass sie nicht zu fest, aber auch nicht zu locker angebunden werden. Ein bisschen dürfen und sollten die Dahlien nach dem Anbinden noch wackeln können. Wenn noch zwei Finger zwischen Dahlie und Strick passen, ist es ideal. Werden Dahlien zu eng angebunden, stehen sie zu dicht und es bildet sich leicht Schimmel. Stehen sie zu locker, fehlt der Halt. Binden Sie die Dahlie wie eine liegende Acht mit dickem Dahlien-Bauch am Stab fest (siehe Abbildung).

Binden Sie den Strick wie eine liegende Acht um Dahlie und Stab. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Regelmäßiges Gießen ist ebenfalls sehr wichtig, da Dahlien viel Wasser brauchen. Staunässe kann allerdings zu Fäulnis führen und ist daher schädlich.

Gute und passende Düngung bietet Dahlien eine gute Nährstoffgrundlage. Es empfiehlt sich, zweimal jährlich zu düngen - einmal etwa drei Wochen nach der Pflanzung, ein weiteres Mal dann im Juli. Später sollte nicht mehr gedüngt werden. Verwenden Sie lieber kali- als stickstoffreichen Dünger.

Gelb blühende Kaktus-Dahlie 'Gelber Stern': Solch prächtige Blüten entwickelt die Pflanze, wenn sie richtig gedüngt und gewässert wurde. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Dahlien-Knollen richtig überwintern

Dahlien wachsen vor allem im September und Oktober. Daher ist es in dieser Zeit besonders wichtig, die Pflanzen auszuputzen. Verwelkte Blüten werden an der ersten Verzweigung abgeschnitten, denn nur so kann die Blume länger blühen. Besondere Aufmerksamkeit sollte den untersten Blättern am Stängel geschenkt werden. Diese werden leicht braun und welk. Sie sollten entfernt, das heißt direkt am Stängel ausgebrochen werden.

Dahlienknollen richtig überwintern

Die Knollen der Dahlie sollten im Herbst in einem frostfreien Keller eingelagert werden, um gut über den Winter zu kommen. Das sollte etwa zwei Wochen nach dem ersten anhaltenden Dauerfrost geschehen. In der Regel ist das etwa Ende Oktober, manchmal auch erst Anfang November. Sind die Blätter durch den Frost dann aber schon braun geworden, müssen die Pflanzen aus der Erde genommen werden.

Dafür werden die Stängel der Dahlie etwa drei bis vier Zentimeter über dem Erdboden abgeschnitten. Dann wird die Knolle aus der Erde gehoben. Die lockere Erde kann vorsichtig abgeschüttelt werden. Feste Erdstücke sollten an der Knolle bleiben, sie bieten Schutz vorm Austrocknen. Fallen beim Herausnehmen Randknollen ab, können diese nicht mehr verwendet werden. Die Knollen benötigen ein Stück vom Stamm beziehungsweise Herz, damit die Dahlie im nächsten Jahr wieder austreibt. Lassen Sie die Knollen einige Tage zum Austrocknen liegen, bevor Sie sie im Keller verstauen.

Der Keller sollte frostfrei und nicht zu trocken oder zu nass sein und etwa sechs bis zehn Grad Celsius warm. Falls es sich um einen eher trockenen Lagerraum handelt, können die Knollen in mit Torf oder Sand gefüllte Kisten gelegt und so vor dem Austrocknen bewahrt werden. Eine andere Möglichkeit ist, je fünf Knollen in eine perforierte Plastiktüte zu legen. Die Löcher verhindern, dass es zu Fäulnis kommt. Bei zu großer Wärme im Keller droht überdies ein früher Austrieb. Sollte es zu einem frühen Austrieb kommen, können Sie diesen ruhig zurückschneiden. Andernfalls verbrennt die Dahlie zu schnell. Außerdem empfiehlt es sich, die Knollen mit Etiketten zu versehen, auf denen die Farben und Sorten stehen.

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Dahlien als Schnittblumen und für die Küche

Dahlien können als Schnittblume verwendet werden. So sind sie allerdings nur wenige Tage haltbar. Werden Dahlien am Morgen geschnitten und in warmes Wasser gestellt, bleiben sie etwas länger frisch.

Übrigens: Dahlien sind essbar. Es gibt sogenannte Deli-Dahlien - delikate Dahlien, die sich besonders gut zum Kochen und Verzehren eignen. Zum Essen eignen sich vor allem die äußeren Knollenteile. Sie werden ähnlich wie Kartoffeln zubereitet. Da einige Knollen faserig sind, sollte der Schäler großzügig angesetzt werden. Die komplette Knolle wird etwa 20 Minuten gekocht. Aber auch die Blätter sind essbar und können gut für Salate verwendet werden. Sie schmecken sehr unterschiedlich. Manche erinnern geschmacklich an Spinat, andere an Rucola. Die Blätter der 'Saitenspiel' schmecken beispielsweise eher süßlich.

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Video: Fingerfood-Rezept: Gefüllte Frischkäse-Bällchen mit Dahlien

Schädlinge und Krankheiten bei Dahlien

Den Dahlienvirus erkennt man daran, dass die Pflanze in Wuchs und Wachstum gehemmt ist. Ihre Blätter sind deformiert und weisen mosaikartige, grüne Flecken auf. Insgesamt sind Form und Farbe verändert. Außerdem entstehen viele Seitentriebe, die die Pflanze buschig aussehen lassen.

Die Krankheit wird von Blattläusen übertragen. Ihr Befall äußert sich durch verkrüppelte Knospen, Blüten und Blätter. Es zeigen sich gelbe, später braune Einstichlöcher, weil die Blattläuse an den Dahlien saugen. Allerdings wird der Dahlienvirus auch über das Pflanzensekret weitergegeben. So kann das Virus beispielsweise über Pflanzensaftreste an eine Schere von einer erkrankten auf eine gesunde Pflanze übertragen werden.

Um Dahlien vor Blattläusen zu schützen, ist es wichtig, sie gut zu wässern. Es hilft außerdem, Nützlinge wie die Florfliege und ihre Larven zu fördern - zum Beispiel mit einem Insektenhotel. Gelbtafeln, an denen die Blattläuse haften bleiben, können außerdem helfen.

Dahlien wie die 'Santa Claus' zeigen sich vor allem dann robust und blühen schön, wenn Sie mit ausreichend Wasser und Nährstoffen versorgt werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Ein weiterer Feind der Dahlie ist die Nacktschnecke. Sie hat es auf die frischen Austriebe von Dahlien abgesehen, so dass eine Vorkultur in Töpfen nötig sein kann.

Quelle: Ziergärtnerin Julia Tobies vom Egapark in Erfurt

Für alle, die von Dahlien nicht genug bekommen

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Blütenpracht im XXL-FormatDer Dahliensammler vom Stechlinsee

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Die „Königin des Spätsommers“So werden Dahlien gezüchtet

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 19. September 2021 | 08:30 Uhr

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