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Die "Rose de Resht", sieht nicht nur wunderschön aus. Die Duftrose eignet sich auch zur Verarbeitung in Kosmetika und der Küche. Bildrechte: MDR Garten/Brigitte Goss

ZiergartenWelche Rose für welchen Zweck?

Stand: 01. August 2022, 13:45 Uhr

Rosen gibt es unendlich viele. Aber welche Rosen passen an kleine Standorte und welche eignen sich als Schnittblumen für die Vase? Mit welchen kann man backen und welche bewachsen die Pergola? Ingo Günther, Rosenexperte aus Bad Langensalza, hat Tipps.

Ich möchte regelmäßig Rosen für die Vase schneiden

Wer Rosen für die Vase möchte, kommt an den klassischen Edelrosen nicht vorbei. Große Blüten auf langen Stielen - damit lassen sich herrliche Sträuße binden. Für gesunde Rosen empfiehlt Ingo Günther, Leiter des Gartenamtes Bad Langensalza und Rosenexperte, zu neueren Sorten zu greifen: "Die Sorte 'Hot Lady' blüht in einem schönen Rotton und ist kerngesund. Die Sorte 'Johann Wolfgang von Goethe" duftet angenehm, hat schöne lange Stiele und blüht Purpur."

Wer es kompakter mag, pflanzt Beetrosen. Sie verzweigen sich buschig, blühen zum Teil mehrfach und werden nicht so hoch wie Edelrosen. Auch von ihnen lassen sich hübsche Blüten für die Vase schneiden, wenn auch nicht so langstielige wie von den Edelrosen. Eine besonders schöne Sorte ist 'Kaffe Fassett". Die nach dem Künster Kaffe Fassett benannte Rose bringt dunkelrote Knospen, die in einem kräftigen purpurviolett erblühen und schließlich zu einem zarten Rosé verblassen. Beetrossen können in Gruppen gepflanzt werden, harmonieren aber auch wunderbar mit Stauden wie zum Beispiel Schleierkraut.

So bleiben Rosen lange frisch: am frühen Morgen schneiden, untere Blätter entfernen, schräg anschneiden, täglich neu anschneiden und das Wasser in der Vase wechseln

Ich möchte eine Pergola oder eine Hauswand beranken

Kletterrosen und Ramblerrosen wachsen in die Höhe. Hier kommt es darauf an, wie hoch sie wachsen sollen. Kletterrosen werden bis zu 2,50 Meter hoch. Da fangen Ramblerrosen gerade erst an. Sie können gut und gerne sechs Meter hoch werden. Ingo Günther empfiehlt diese Sorten Kletterrosen: 'Amadeus' und 'Deep Love' blühen rot und punkten mit gesunden Blättern. Die ungefüllten, beerenfarbenen Blüten der Sorte 'Orient Aladdin' duften und ziehen Bienen und andere Insekten an. Tolle Ramblerrosen sind beispielsweise 'Russeliana'. Die Rose ist nicht nur robust, gesund und winterhart. Ihre hell-violetten Blüten ziehen Insekten an. Das gilt auch für 'Kiftsgate'. Die Blüten dieser Sorte sind weiß und haben eine gelbe Mitte. Die Sorte wird sogar bis zu acht Metern hoch. Im Herbst bildet sie viele kleine Hagebutten.

Ich möchte Rosen, die ich in der Küche verarbeiten kann

Wer Rosen verarbeiten möchte, sollte sich genau überlegen, was er mit den Blüten anfangen möchte. Es gibt essbare Rosen. Diese sind für Salate und zum Backen sehr gut geeignet. "Die Blütenblätter essbarer Rosen behalten ihre Farbe", erklärt Ingo Günther. Dabei schmecken die Sorten ganz unterschiedlich. Während die kräftig pink blühende Beetrose 'Dolce' süß und nach roten Johannisbeeren schmeckt, punktet 'Mystic' mit süß-fruchtigem Geschmack und creme-orangenen Blüten.

Für Bowlen, Auszüge und kosmetische Anwendungen sind die essbaren Rosen auch geeignet, aber Duftrosen wie die Damaszenerrose 'Rose de Resht' oder die Apothekerrose sind unvergleichlich intensiver.

Ich suche schöne Rosen, die wenig Platz brauchen

Wer Rosen sucht, die nicht besonders hoch sind, ist mit Zwergrosen, Kleinstrauchrosen oder Bienenrosen gut bedient. Sie werden alle nicht höher als 50 oder 60 Zentimeter. Wer aber eine opulente Rose möchte, die am Boden wenig Platz benötigt, der braucht ein Rosenstämmchen. Auch Stämmchen gibt es in verschiedenen Höhen. Ideal sind die etwa einen Meter hohen Stammrosen. Sie punkten mit einer Fülle von Blüten und sehen einfach wunderschön aus. "Stammrosen sind nicht ohne", warnt Ingo Günther. "Sie brauchen einen guten Schnitt, im Winter müssen sie eingewickelt oder umgelegt werden. Das ist aufwändig."

Ich möchte eine Rose, die auch Vögel und Insekten erfreut

Grundsätzlich gilt: Rosen mit ungefüllten, offenen Blüten sind für Bienen, Hummeln und andere Insekten attraktiv. Sie bilden aus den Blüten Hagebutten, die wiederum bei Vögeln auf dem Speiseplan stehen. Besonders bei den Kletterrosen und den Ramblerrosen gibt es viele Sorten, die tolle offene Blüten haben. Es gibt aber auch von verschiedenen Züchtern spezielle Zusammenstellungen, die als Bienenweide oder Nektarkollektion angeboten werden. Dabei handelt es sich um niedrige Beetrosen, die ganze Scharen von Insekten anziehen.

Quelle: Ingo Günther, Gartenamt Bad Langensalza; MDR/Garten (anz)

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 31. Juli 2022 | 08:30 Uhr