Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
PflanzenPflegenGestaltenGenießenPodcastDie Strebergärtner
Kaffee und Kalk sind Gegenspieler und neutralisieren sich. Ein Teelöffel Kaffeesatz im Gießwasser, macht das Wasser weicher. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Abfallprodukt sinnvoll nutzenKaffeesatz als Dünger verwenden

26. April 2024, 13:36 Uhr

Kaffeesatz fällt jeden Morgen an und ist zu schade zum Wegwerfen. Denn die gemahlenen Bohnen enthalten wertvolle Inhaltsstoffe, die den Boden aufwerten. Außerdem hilft Kaffee, Schnecken fernzuhalten.

Kaffeesatz fällt regelmäßig an und landet meist im Müll. Schade eigentlich, denn das organische Abfallprodukt enthält wertvolle Inhaltsstoffe wie Stickstoff und wird auch von Regenwürmern sehr geschätzt. Ein Wunderdünger ist Kaffee allerdings nicht, sagt Gärtnerin Brigitte Goss. Im Vergleich zu anderen Düngern ist die Konzentration der Nährstoffe gering. Die gleiche Menge Hornspäne enthält etwa sieben Mal so viel Stickstoff wie Kaffeesatz.

Hornspäne enthalten etwa sieben Mal so viel Stickstoff wie Kaffeesatz. Bildrechte: Daniela Dufft
InhaltsstoffKaffeesatzHornspäne
Stickstoff2 %12-14%
Phosphor0,3 %1-5 %
Kalium0,7 %1 %
Calcium06 %

Im Garten kann Kaffee bedenkenlos auf die Erde ausgestreut und eingearbeitet werden. Der Kaffeesatz verändert den pH-Wert kaum. Kaffee bringt organische Substanz ins Beet, düngt leicht und lockt außerdem Regenwürmer an, die den Boden auflockern und damit für ein gesundes Bodenleben sorgen.

Wer keine Kaffeemaschine nutzt, kann den Kaffeesatz auch mit einem Porzellanfilter auffangen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Kaffeesatz richtig verwenden

Wichtig vor der Verwendung von Kaffeesatz ist, ihn auskühlen zu lassen. Die Filtertüte sollte entfernt werden, wenn der Kaffeesatz als Dünger gleich zum Einsatz kommt. Einzelne Filtertüten können aber kompostiert werden oder als Wurmfutter in die Wurmkiste wandern. Es sollten aber nicht zu viele sein. Soll der Kaffeesatz gelagert werden, muss er erst trocknen, da er sonst schimmeln kann. Dies passiert, wenn Kaffee als feuchter Klumpen auf dem Beet landet. Im Blumenbeet oder auch im Kübel sollte deshalb nur eine dünne Schicht aufgetragen und leicht eingeharkt werden. Kaffeesatz lockert so die Erde auf und liefert eine kleine Nährstoffbeigabe.

Kaffeesatz ist nicht für alle Pflanzen geeignet

Kaffeesatz hat einen niedrigen pH-Wert. In kalkhaltigem Gießwasser hilft ein Löffel Kaffeesatz als Zugabe den pH-Wert des Wassers zu senken. Pflanzen mögen in der Regel lieber dieses weichere Wasser. Allerdings darf Kaffeesatz nicht im Topf von Zimmerpflanzen landen, da das Pulver schimmeln kann. Um das Wasser für Zimmerpflanzen weicher zu machen, sollte dem Gießwasser einfach gefilterter Kaffe zugegeben werden.

Kaffeesatz ist vor allem für Pflanzen geeignet, die einen sauren Boden brauchen. Dazu gehören Hortensien, Azaleen, Heidelbeeren, Zitruspflanzen, japanische Ahorne, Kamelien und Petunien. Vorsicht ist im Frühbeet geboten, denn junge Pflanzen vertragen Kaffeesatz nicht. Auch bei Zimmerpflanzen ist Vorsicht geboten. Hier ist es empfehlenswert den Kaffeesatz nur sehr dünn aufzutragen und etwas in die Erde einzuarbeiten, damit sich kein Schimmel bilden kann. Allerdings liest man immer wieder, dass eine Schicht aus Kaffee sogar die lästigen Trauermücken abhält, ihre Eier in dem Topf abzulegen.

Wird der Kaffeesatz gesammelt, sollte er getrocknet werden, damit er nicht schimmelt. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Die saure Wirkung des Kaffees lässt sich übrigens mit zerkleinerten Eierschalen "neutralisieren". Die Schalen bestehen aus Kalk und wirken der Versäuerung entgegen.

Kaffeesatz schützt vor Schnecken

Noch einen positiven Effekt hat Kaffeesatz: Bestimmte Schnecken können das aromatische Pulver gar nicht leiden und machen lieber einen großen Bogen um das mit Kaffeepulver bestreute Gartenbeet.

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 21. März 2021 | 08:30 Uhr

Das passt zum Thema

Mit Brigitte Goss durch die Gartensaison