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Frostempflindliche Kübelpflanzen müssen im Herbst ins Winterquartier. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

In Keller, Treppenhaus und WintergartenSo kommen wärmeliebende Kübelpflanzen gut durch den Winter

23. Oktober 2023, 16:30 Uhr

Wärmeliebende Kübelpflanzen müssen bei tiefen Temperaturen nach drinnen. Damit die Überwinterung klappt, sollten Sie einige Dinge beachten: Standort, Rückschnitt, Düngung, Bewässerung - wir erklären, wie es geht.

Unterschiedliche Frosttoleranz bei Kübelpflanzen

Keine Pflanze wechselt gern ihren Standort, doch wärmeliebende Kübelpflanzen aus dem Süden müssen im Herbst irgendwann ins Winterquartier umziehen. Ob eine Frostnacht der Pflanze gleich schadet, hängt von der jeweiligen Art ab. Mediterrane Pflanzen vertragen meist tiefere Temperaturen als solche aus den Tropen. Informieren Sie sich daher rechtzeitig, wie kältetolerant ihre Kübelpflanzen sind.

Diese Pflanzen vertragen gar keinen Frost- Schmucklilie (Agapanthus)
- Wandelröschen (Lantana)
- Passionsblume (Passiflora)
- Mandevilla (Dipladenia)
- Bougainvillea
- Geranien (Pelargonien)
- Begonien (Begonia Cultivars)
- die meisten tropischen Arten

Schmucklilien gehören zu den Pflanzen, die unbedingt vor Frost geschützt werden müssen. Sie sind sehr empfindlich. Bildrechte: MDR/Heike Mohr

An manchen Standorten (zum Beispiel in Regionen mit Weinbauklima, geschützt an einer Südwand) können weniger kälteempfindliche Kübelpflanzen gut eingepackt mit alten Laken, Decken, Schilfmatten, Vlies, Reisig oder Laub vielleicht auch den ganzen Winter draußen überstehen. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht.

Diese Pflanzen vertragen leichte Minustemperaturen- Zitruspflanzen
- Olivenbäume
- Feigenbäume
- Oleander
- Palmen (je nach Art)
- Fuchsien

Palmen sind je nach Art unterschiedlich frosttolerant. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Schauen Sie nach, ob die Pflanzen gesund sind

In den Wochen vor der Überwinterung sollten die Kübelpflanzen genau auf den Befall mit Krankheiten und Schädlingen überprüft werden. Denn sie sollten so gesund wie möglich in ihr Winterquartier einziehen.

TippVorbeugend können Sie beim Einzug ins Winterquartier Kombistäbchen anwenden. Diese systemisch - also auf die ganze Pflanze - wirkenden Mittel, enthalten sowohl Dünger als auch Schädlingsgifte. Früchte, die Sie noch essen wollen, sollten Sie ernten BEVOR Sie die Stäbchen in die Erde stecken, damit sie kein Gift aufnehmen. Generell sollten Kombistäbchen wegen der in ihnen enthaltenen Pflanzenschutzmittel nur mit Bedacht und nur bei Topf- und Kübelpflanzen angewandt werden, keinesfalls im Boden.

Kübelpflanzen vor dem Winter abernten und zurückschneiden

Vor der Überwinterung sollten unbedingt die alten Blüten, Samenstände sowie kranke Pflanzenteile abgeschnitten werden. Fruchttragende Arten wie die Feige sollten Sie abernten. Einen eventuellen Bewuchs des Kübels mit Beikräutern können Sie jetzt schonend entfernen.

Ernten Sie Feigen lieber ab, sie reifen im Winterquartier ohnehin nicht mehr nach. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Manche Pflanzen brauchen einen Rückschnitt vor dem Umzug ins Haus. So überwintern die Pflanzen besser und können außerdem platzsparend untergestellt werden. Schneiden Sie die Pflanzen am besten direkt vor dem Umzug zurück, frühestens aber ein bis zwei Wochen vor dem Einräumen. So besteht keine Gefahr, dass sie noch einmal zum Neuaustrieb angeregt werden.

Aber es gibt auch Pflanzen, die einen Rückschnitt vor der Überwinterung nur schlecht vertragen, zum Beispiel die Mandevilla. Sie wird erst im Frühjahr zurückgeschnitten, wenn sie wieder in den Garten umzieht. Informieren Sie sich daher vorher über die Schnittbedürfnisse Ihrer Kübelpflanze.

Die Engelstrompete darf mutig zurückgeschnitten werden. 50 Prozent sind erlaubt. Bildrechte: Daniela Dufft

Wenig gießen, nicht düngen

Im Spätsommer und Frühherbst sollte allmählich weniger gegossen und gedüngt werden - natürlich abhängig vom jeweiligen Wetter. In heißen Spätsommern gießen Sie länger als in kühlen Jahren. Hat man am Anfang der Saison Langzeitdünger bei den Kübelpflanzen verwendet, passt sich dieser den Witterungsverhältnissen im Spätsommer an. Bei einer regelmäßigen Flüssigdüngung reduzieren Sie diese entsprechend den Witterungsverhältnissen im Verlauf des Septembers. Die meisten Kübelpflanzen werden nach dem Reinräumen nicht mehr gedüngt. Es gibt jedoch Ausnahmen, etwa wenn Zitruspflanzen im Winterquartier Mangelerscheinungen zeigen.

Der richtige Standort zum Überwintern

Viele Kübelpflanzen, insbesondere die immergrünen, überwintern gern hell, aber kühl, zwischen fünf und zehn Grad Celsius - zum Beispiel in einem unbeheizten Zimmer, im Treppenhaus oder Wintergarten.

Manche Pflanzen, wie zum Beispiel Fuchsien oder Begonien, vertragen aber auch eine dunkle Überwinterung im Keller. Je dunkler eine Pflanze überwintert, umso mehr Laub wird sie abwerfen. Viele Pflanzen treiben im Frühjahr dann wieder aus, sollten aber nicht gleich in die pralle Sonne gestellt werden, sondern sich allmählich ans Licht gewöhnen.

Je wärmer Pflanzen überwintern, umso mehr müssen sie gegossen werden und desto höher ist die Wahrscheinlichkeit von Schädlingsbefall.

HinweisIdealerweise denken Sie die Überwinterungsmöglichkeit beim Kauf einer Kübelpflanze gleich mit. Dann gibt es am Ende der Saison keine böse Überraschung, wenn man den Pflanzenliebling nicht überwintern kann. Außerdem schont man so Umwelt und Geldbeutel.

Wer keine Überwinterungsmöglichkeit hat, kann auch auf Gartenprofis zurückgreifen: Gärtnereien bieten als Dienstleistung gegen Entgelt an, Kübelpflanzen abzuholen, zurück zu schneiden und einzulagern.

Wer zu Hause keine Möglichkeit hat, kann seine Pflanzen auch in einer Gärtnerei unterstellen. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Quellen: Dr. Luise Radermacher (Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt), Marie-Luise Krumbein (Gärtnerin aus Schönstedt), MDR Garten (dgr)

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 22. Oktober 2023 | 08:30 Uhr