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DiebstahlreportZahl der Autodiebstähle geht auf Rekordtief zurück

24. Oktober 2022, 12:06 Uhr

Die Zahl der Autodiebstähle ist im Jahr 2021 auf ein Rekordtief gesunken. Das geht aus dem Kfz-Diebstahlreport des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, der am Montag veröffentlicht wurde. Der Wert lag erstmals unter der Marke von 10.000. Neun der zehn am häufigsten gestohlenen Modellreihen waren SUVs, darunter gleich drei Modelle von Land Rover.

Bundesweit wurden im vergangenen Jahr 9.805 versicherte Autos gestohlen, so wenig wie noch nie seit Beginn der Diebstahlstatistik. Das geht aus dem Kfz-Diebstahlreport des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, der am Montag veröffentlicht wurde. Erstmals wurden in dieser Statistik unter 10.000 in einem Jahr gestohlen.

Damit lag die Zahl der Diebstähle 2021 acht Prozent niedriger als im Vorjahr. Mitte der 90er Jahre hatten die Versicherungsfirmen noch rund 100.000 Diebstähle pro Jahr registriert. Seitdem wurden die Autos unter anderem mit Wegfahrsperren besser gesichert, außerdem wird an den Grenzen zu Osteuropa besser kontrolliert und die Strafverfolgung wurde ausgebaut.

Bei den verbliebenen Diebstählen waren SUVs am beliebtesten, also große und teure Geländewagen. Neun der zehn am häufigsten gestohlenen Modellreihen waren SUVs, darunter gleich drei Modelle von Land Rover.

Gefahr in Sachsen in Leipzig am höchsten

Auch in Sachsen sind 2021 weniger Autos gestohlen worden als im Vorjahr. Zwar ist den Versicherern zufolge die Gesamtzahl der Diebstähle mit insgesamt 538 Vergehen gesunken, der Wert der jeweils entwendeten Fahrzeuge sei durchschnittlich jedoch gestiegen. In Leipzig war die Gefahr für einen Autodiebstahl in Sachsen am höchsten, am wenigsten Sorgen um ihr Auto mussten sich dagegen die Menschen in der Region Chemnitz machen.

Der wirtschaftliche Gesamtschaden für die gestohlenen kaskoversicherten Fahrzeuge beläuft sich im Freistaat dem Bericht zufolge für 2021 auf fast 9,3 Millionen Euro. Pro Diebstahl lag der Schaden im Schnitt bei 17.213 Euro. Das seien dem GDV zufolge fast sieben Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Mit 21.557 Euro Sachschaden pro Autodiebstahl wurden in Dresden somit überdurchschnittlich teure Autos geklaut, in Leipzig lag die Schadenshöhe dagegen durchschnittlich bei nur 13.087 Euro.

Zahl der Autodiebstähle in Thüringen hat zugenommen

In Thüringen sind im vergangenen Jahr mehr Autos gestohlen worden als 2020. Thüringen meldete 134 Diebstähle von kaskoversicherten Autos – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei entstand ein Gesamtschaden von fast 2,8 Millionen Euro. Im Durchschnitt hatte jedes gestohlene Fahrzeug laut GDV einen Wert von knapp 20.700 Euro. Damit gehört Thüringen beim Wert der gestohlenen Fahrzeuge zur Spitzengruppe unter den Bundesländern. Nur in Berlin, Hamburg und Hessen waren die Autos teurer.

Weniger Fahrzeuge in Sachsen-Anhalt gestohlen

Autodiebe haben im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt 294 kaskoversicherte Autos gestohlen, im Jahr zuvor waren es 394. Der wirtschaftliche Schaden lag im Jahr 2021 bei rund 5,9 Millionen Euro. Demnach zahlten die Versicherer im Durchschnitt für jeden Diebstahl 20.200 Euro. Das waren rund zwölf Prozent mehr als im Jahr 2020. Statistisch kommen in Sachsen-Anhalt auf 1.000 kaskoversicherte Autos 0,3 Diebstähle, damit liegt das Land leicht über dem Bundesdurchschnitt von 0,2.

Berlin immer noch Hotspot für Autodiebe

Berlin hat weiterhin die stärkste Anziehungskraft auf Autodiebe. Dort wurden im vergangenen Jahr im Verhältnis zur Einwohnerzahl zehn Mal so viel Autos gestohlen wie im Durchschnitt in ganz Deutschland. Die Autodiebe stahlen allein in Berlin 2.200 kaskoversicherte Pkw – das war etwa jeder fünfte Diebstahl in Deutschland.

Nach Angaben des GDV ist dadurch ein wirtschaftlicher Schaden von über 47,5 Millionen Euro entstanden. Durchschnittlich zahlten die Versicherungen für jeden Diebstahl knapp 21.600 Euro. Grund für die vielen Taten in Berlin sind laut Polizei die Nähe und die schnellen Autobahnverbindungen zu Osteuropa, wo viele Wagen verschwinden, um ganz oder in Teile zerlegt verkauft zu werden. Der KfZ-Diebstahl wird laut Polizei von spezialisierten Banden aus Osteuropa dominiert.

Weil vom GDV nur Autos mit einer Versicherung gegen Diebstahl erfasst werden, liegen die tatsächlichen Zahlen der Polizei etwas höher. Die Verhältnisse zwischen den Städten und Bundesländern sind aber gleich.

dpa (kar)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 24. Oktober 2022 | 09:30 Uhr