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So beugen Sie vorGesund in den Urlaub: Was tun beim Reisen gegen Thrombose, Sonnenbrand & Co.

Stand: 02. Juni 2022, 10:30 Uhr

Urlaub und Reisen sollen Spaß machen und natürlich will man gesund wieder nach Hause kommen. Wissen Sie, was für Impfungen für welche Länder nötig sind, wie Sie auf langen Urlaubsreisen einer Thrombose vorbeugen und was es mit Affenpocken auf sich hat? Mediziner Dr. Thomas Dietz weiß Rat. Außerdem kennt er Übungen und Tipps gegen Nackenschmerzen beim langen Sitzen und erklärt, worauf Sie beim Sonnenbaden achten müssen, um sich nicht die Haut zu verbrennen.

Impfschutz ist wie ein Versicherungsschutz, damit im Fall der Fälle Ihnen und Ihrer Familie auf Reisen nichts Schlimmes passiert. Es gibt nicht für alle Erkrankungen, die im Urlaub erworben werden können, auch Impfungen –  aber gegen häufige Infektionen schon – wie z. B. gegen Gelbfieber, Meningokokken-Infektionen, Kinderlähmung, durch Zeckenbisse übertragbare Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Die gibt es vor allem in Süddeutschland, aber auch in Skandinavien und in Osteuropa. Es gibt Impfungen gegen Grippe, Corona, Hepatitis A, Masern und Gürtelrose.

Also sollte man auch bei Reisen ins europäische Ausland oder innerdeutsche Kurzurlaube, z. B. zum Wandern in Bayern (FSME), an den nötigen Impfschutz denken. Die Ständige Impfkommission (STIKO) gibt Empfehlungen für Reiseschutzimpfungen für zahlreiche Reiseländer und bietet einen Überblick auch über eventuelle Nachweispflichten.

Was sind die Symptome von Affenpocken?

Nicht nur die Erreger sind nah verwandt, auch die Symptome der echten Pocken und der Affenpocken ähneln sich: Etwa ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung haben viele Betroffene Fieber. Ihre Lymphknoten sind geschwollen, es kommen Kopf-, Rücken- und Muskelschmerzen und eine allgemeine Erschöpfung dazu.

Der typische bläschenartige Ausschlag der Affenpocken erscheint meist wenige Tage nach dem Einsetzen des Fiebers meistens im Gesicht, aber auch an Händen, Füßen und an den Mundschleimhäuten. Diese Pusteln können stark jucken oder schmerzhaft sein. Allerdings kann der Verlauf einer Affenpockeninfektion auch so milde sein, dass er unentdeckt bleibt. Das erhöht das Risiko, dass die Viren auf weitere Menschen übertragen werden.

Affenpocken können stark jucken oder schmerzhaft sein – aber auch unentdeckt bleiben. Bildrechte: dpa

Auftreten der Affenpocken

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken die von Affenpocken betroffenen Personen meist nicht so schwer, wie es bei den echten Pocken der Fall war. Diese waren tödlicher und auch leichter übertragbar. Eine Infektion mit dem Affenpockenvirus ist laut Experten eine ernst zu nehmende Erkrankung, auch wenn sie bei den meisten Betroffenen von allein wieder abklingt und keine bleibenden Schäden hinterlässt.

Thrombose-Risiko auf langen Reisen senken

Die sogenannte Thrombose kann zu einer tödlichen Komplikation, einer Lungenembolie führen. Der Auslöser für ein Blutgerinnsel ist nicht selten zu langes Sitzen in Flugzeug, Bus, Bahn oder im Auto.

Auf Reisen kann ein Blutgerinnsel in den Beinvenen auftreten. Ein erhöhtes Thrombose-Risiko haben:

  • ältere Menschen, weil die Elastizität der Gefäße im Alter nachlässt
  • Menschen mit Diabetes
  • Schwangere

Das Abknicken der Beine beim Sitzen stört den Blutfluss in den Venen. Bildrechte: imago/Martin Bäuml Fotodesign

Eine Thrombose kann bereits in den ersten zwei bis drei Stunden einer Reise auftreten – besonders häufig im Flugzeug. Die Gründe: Im Flugzeug ist die Beinfreiheit in der Regel gering. Das Abknicken der Beine stört den Blutfluss in den Venen: Die Gefäße weiten sich, das Blut fließt langsamer und versackt in den Beinen. Durch den niedrigen Luftdruck und die trockene Luft verlieren Reisende viel Flüssigkeit. Das fördert die Bildung von Blutgerinnseln.

Das Thrombose-Risiko reduzieren:

  • Viel trinken: mindestens 100 Milliliter pro Stunde, am besten Wasser oder Tee.
  • Kaffee und Alkohol meiden: Koffein wirkt harntreibend, Alkohol macht die Muskeln schlaff.
  • Stützstrümpfe tragen: Sie unterstützen die Tätigkeit der Venen und der Lymphgefäße.

Mit Übungen den Blutfluss fördern

Um das Risiko für eine Venen-Thrombose auf Reisen zu senken, können einfache Übungen den Blutfluss in den Venen fördern: Die Füße im Sitzen so weit wie möglich nach vorn und auseinanderstellen. Die Beine schütteln und die Knie dabei aufeinander zu- und wieder wegbewegen. Auf die Zehen stellen und sie dabei fest auf den Boden drücken, bis ein Ziehen im Unterschenkel zu spüren ist. Die Spannung kurz halten, dann den Fuß abrollen und die Ferse in den Boden drücken.

Auf Reisen ohne Nackenschmerzen schlafen

Beim Schlafen auf Reisen treten oft Nackenschmerzen auf. Ein Grund ist die ungewöhnliche Schlafposition - meist fällt der Kopf zur Seite. Tipps für einen schmerzfreien Schlaf im Sitzen sind:

  • Nackenkissen benutzen. Es stützt den Kopf nach hinten und zu den Seiten gut ab.
  • Sitz nach hinten stellen. Der Kopf kippt dann nicht so leicht auf die Brust.

Mit dieser Übung lassen sich Nacken und Schultern beim Sitzen in Flugzeug, Bus, Bahn oder im Auto gezielt entlasten: In gerade Sitzposition die Schultern bis zu den Ohren ziehen, dann abrupt fallen lassen. Das lockert die Nacken- und Schultermuskulatur.

Blähungen auf Reisen vermeiden

Auch Verdauungsbeschwerden wie Blähungen können auf Reisen vermehrt auftreten. Blähungen während einer Flugreise können eine Folge des langen Sitzens sein: Dabei stauen sich die Gase im Darm. Durch den niedrigen Luftdruck im Flugzeug dehnen sich die Gase stärker aus.

Bereits am Tag vor einer Flugreise z. B. keine blähenden Speisen essen. Während der Reise keine Getränke trinken, die Kohlensäure enthalten.

Was tun gegen Sonnenbrand-Risiko?

Sommer, Sonne, Sonnenbaden. Doch mit den Temperaturen steigt auch die Gefahr für Hautkrebs, denn weißen und den dunklen. Mit Hautkrebs ist nicht zu spaßen, das wissen wir doch alle. Und trotzdem sieht man sie überall: Die Sonnenanbeter, die sich ungeschützt über Stunden brutzeln lassen.

Damit bösartige Veränderungen der Haut möglichst früh erkannt werden, empfehlen Hautärzte eine regelmäßige monatliche Selbstinspektion der Haut.

ABCDE-Regel bei Veränderungen der Haut

A steht für Asymmetrie. Auffällig ist ein Fleck, der in seiner Form nicht gleichmäßig - rund oder oval - geformt ist.

B steht für Begrenzung. Diese sollte scharf und regelmäßig sein. Unschärfe, Ausfransungen oder Ausläufern muss nachgegangen werden.

C steht für Color (Farbe). Ein Muttermal mit mehreren Farbtönungen, muss genau im Auge behalten werden.

D steht für Durchmesser. Ein Mal, dessen Durchmesser größer als 5 Millimeter ist, sollte in jedem Fall beobachtet werden.

E steht für Erhabenheit. Ist das Muttermal erhaben, das heißt nicht mehr flach und nicht mehr im Hautniveau, so ist dies ein weiteres verdächtiges Zeichen. Verdächtig ist außerdem immer, wenn ein größeres Mal neu auftaucht oder ein bestehendes Mal sich zu verändern beginnt, beispielsweise nässt, juckt, blutet, druckempfindlich oder entzündet ist.

Wie lange sollten Sie sich der Sonne aussetzen?  

Einen gewissen Schutz bietet die sogenannte Eigenschutzzeit der Haut. Sie ist diejenige Zeitdauer, in der man im Laufe eines Tages die ungebräunte Haut der Sonne maximal aussetzen kann, ohne dass die Haut rot wird. Je nach Hauttyp ist sie unterschiedlich lang.

Welche Hauttypen gibt es?

Hauttyp 1: Sehr helle Hautfarbe; rötliches oder hellblondes Haar; blaue, grüne oder hellgraue Augen. Wird nicht braun, sondern bekommt Sommersprossen; Eigenschutzzeit der Haut < 10 Minuten.

Hauttyp 2: Helle Hautfarbe; blonde oder hellbraune Haare; blaue, graue oder grüne Augen. Oft Sommersprossen; wird nur langsam braun, häufig Sonnenbrand. Eigenschutzzeit der Haut 10-20 Minuten.

Hauttyp 3: Mittlere Hautfarbe, dunkelbraunes oder hellbraunes, manchmal auch blondes oder schwarzes Haar; braune (blaue, grüne oder graue) Augen. Kaum Sommersprossen, wird relativ schnell braun, manchmal Sonnenbrand. Eigenschutzzeit der Haut 20-30 Minuten.

Hauttyp 4: Bräunliche oder olivfarbene Haut auch in ungebräuntem Zustand. Braune Augen, braunes oder schwarzes Haar. Keine Sommersprossen, wird schnell braun, selten Sonnenbrand. Eigenschutzzeit der Haut > 30 Minuten.

Hauttyp 5: Dunkle Haut auch in ungebräuntem Zustand; dunkle Augen; schwarzes Haar. Keine Sommersprossen, wird schnell dunkelbraun. Kaum Sonnenbrand. Eigenschutzzeit der Haut > 60 Minuten.

Hauttyp 6: Dunkelbraune bis schwarze Haut auch in ungebräuntem Zustand; schwarze Augen; schwarzes Haar; keine Sommersprossen; wird schnell schwarzbraun. Praktisch nie Sonnenbrand. Eigenschutzzeit der Haut > 90 Minuten.
Anmerkung: Hauttyp fünf und sechs sind in Deutschland sehr selten vertreten.

So schützen Sie sich vor Sonnenbrand

Unbedeckte Körperpartien schützt man an besten mit Sonnenschutzpräparaten. Diese sollten hohe Lichtschutzfaktoren (mindestens Lichtschutzfaktor 20, bei hellhäutigen Personen mindestens 30 und höher) aufweisen und zudem einen gleichwertigen UVA-Schutz bieten. Damit wirkt man gleichzeitig der lichtbedingten vorzeitigen Hautalterung entgegen. Bei Sonnenschutz heißt die Devise: Richtig dick auftragen.

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Quelle: MDR um 4

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | 02. Juni 2022 | 17:00 Uhr