Gartengestaltung Diese Vorteile haben verschiedene Beetformen

11. Januar 2024, 13:09 Uhr

Ob Kraterbeet, No-Dig-, Lasagne- oder Hügelbeet: Besondere Beete haben unterschiedliche Vorteile und Nachteile. Welches passt in meinen Garten? Gartenfachberaterin Brigitte Goss stellt vier verschiedene Beetformen und ihre Besonderheiten vor.

No-Dig-Beet

Der Begriff No-Dig stammt aus dem Englischen: No heißt "nicht" und dig bedeutet "(um-)graben", gemeint ist also ein Beet ohne vorherige Bodenbearbeitung. Der Aufbau ist ganz einfach: Auf den unbearbeiteten Boden wird eine oder mehrere Lagen Papiermulch, Pappe oder Zeitungspapier aufgelegt. Die zellulosehaltigen Materialien speichern Feuchtigkeit und halten unerwünschten Aufwuchs unter Kontrolle. Darauf wird gleichmäßig unkrautfreie Erde verteilt. Blumenansaaten wachsen schon bei einer Auflage von drei bis fünf Zentimetern. Gemüse braucht je nach Art bis zu zehn Zentimeter Erde. Dafür kann dann aber direkt losgegärtnert werden.

Vorteil: Geringer Arbeitsaufwand beim Anlegen.

Nachteil: Für Wurzelgemüse eventuell am Anfang ungeeignet. Und: Man braucht erst einmal eine Menge geeigneter Erde - idealerweise frei von unerwünschten Wildkräutern. Wühlmäuse könnten sich zudem darin wohlfühlen.

Lasagne-Beet

Ähnlich aufgebaut ist das Lasagne- oder Schicht-Mulchbeet. Hier wird die vorgesehene Fläche fünf bis zehn Zentimeter dick mit Grasschnitt oder 30 bis 50 Zentimeter dick mit langstieligem Gras, Heu und Staudenrückschnitt abgedeckt. Unter dieser dichten Schicht gehen Gras und Wildkräuter ein. In ebenen Schichten können Grassoden, verrotteter Kompost, gerne auch Pferdemist und andere leicht zersetzbare organische Materialien aufgebracht werden. Wird das Beet im Herbst angelegt, kann im Frühjahr des nächsten Jahres bereits Gemüse gepflanzt werden.

Vorteil: Rechtzeitig im Spätwinter oder Herbst angelegt, kann man bequem im Frühjahr sofort einsäen. Je nach verwendetem Material für den Aufbau, ist das Beet im Frühling "warm" von unten.

Nachteil: Das Beet sollte am besten - wie ein klassisches Hochbeet - mit Brettern umbaut werden, damit die Materialien nicht auseinanderfallen. Ansonsten den Weg etwas breiter einplanen.

Lasagnebeet
Das Lasagnebeet sollte auf allen Seiten gestützt werden, damit die Schichten in die Höhe gestapelt werden können, ohne zu viel Platz zu verbrauchen. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Hügelbeet

Ein Hügelbeet ist mit einer Kompostmiete vergleichbar. Zuerst werden die Grassoden entfernt und der Oberboden einen Spaten tief ausgehoben. Für ein eineinhalb Meter breites Beet wird ein 80 Zentimeter breiter und 50 Zentimeter hoher Kern aus Holz, Gehölzschnitt oder Ästen dicht eingeschichtet. Die Zwischenräume werden mit Erde aufgefüllt. Das sich zersetzende Holz speichert später viel Feuchtigkeit. Darüber werden umgedrehte Grassoden, Jätegut, Heu, Staudenschnitt und anderer organischer Abfall gelegt. Mit einer zehn bis 20 Zentimeter dicken Schicht Gartenerde wird das Hügelbeet stabilisiert. Eine letzte Mulchschicht aus angetrocknetem Gras oder Heu schützt vor Erosion. Wärmeliebende Kulturen wie Paprika, Tomaten oder Auberginen, werden an die Südseite gepflanzt. Hitzeflüchtlinge wie Kohl und Salat werden an die Nordseite gepflanzt.

Das Hügelbeet ist vor allem für trockene Lagen mit wenig Platz geeignet.

Vorteil: Das Beet kann viel "Gartenabfall" schlucken. Wenn es anfängt sich zu zersetzen, wirkt das Holz im Inneren wie ein Schwamm, der im Sommer gut Wasser hält. Sehr viele Gemüsepflanzen können auf kleinstem Raum angebaut werden.

Nachteil: Wenn man bewässern muss, läuft eventuell zu viel Wasser seitlich weg. Am besten eine "Wasserrinne" am höchsten Punkt einplanen.

Hügelbeet
Das Hügelbeet sorgt dafür, dass viele verschiedene Pflanzen auf kleinem Raum den richtigen Standort haben. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Kraterbeet

Das älteste Kraterbeete wurden in Peru in Hochlagen gefunden. Diese Beetform ist rund und in der Mitte deutlich tiefer als die Umgebung. Kraterbeete schützen Gemüsepflanzen vor allem vor starkem Wind. Bei Kälte ist es im Inneren wärmer und bei Hitze kühlen die unterschiedlichen Bodenlagen. Für ein Kraterbeet mit einem Durchmesser von zwei Metern wird eine Fläche von vier Metern Durchmesser benötigt. In der Mitte wird die Erde etwa 20 Zentimeter tief ausgehoben. Der Aushub dient als Wall rund herum. Im Norden kann höher aufgeschüttet werden, so dass das Innere des Beetes etwa 40 Zentimeter tiefer liegt. Wenn Erde abrutscht, sind die Hänge des Kraterbeetes zu steil und sollten nachgearbeitet werden.

Kraterbeet
Das Kraterbeet ist vor allem für kältere Lagen geeignet. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Pflanzung:

Vorteil: Windempfindliche Pflanzen wie Gurken und Kürbis sind geschützt. Das Wasser sickert besser ein, sammelt und speichert sich besser. Daher ist es auch für trockene Lagen geeignet. Auf der selben Fläche kann mehr angebaut werden.

Nachteil: Es ist etwas schwer zu bearbeiten und braucht viel Platz.

Für alle Beete gilt: Vor der Verwendung von Pappe im Garten sollten alle Klebebänder und Plastikteile beseitigt werden. Die Druckerfarben der Zeitungen enthalten zwar Mineralöle, doch keine Schwermetalle wie früher. Die geringen Mengen Druckfarbe der Zeitungen sind zu vernachlässigen. Zeitschriften mit beschichteten Seiten gehören nicht in den Garten. Wer Probleme mit Wühlmäusen hat, sollte immer eine stabiles Drahtgitter im Boden einziehen.

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Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 13. Januar 2024 | 09:10 Uhr