Ein kleines Mädchen schleppt eine Kürbis. Im Hintergrund befinden sich zahlreiche weitere Kürbisse.
Herbstzeit ist Kürbiszeit Bildrechte: IMAGO

Gemüse für den Herbst Kürbis: Die "Panzerbeeren" anbauen und verarbeiten

"Panzerbeeren" werden Kürbisse auch genannt. Es gibt Zwergsorten und echte Riesen - etwa 800 verschiedene Kürbis-Sorten sind essbar. Viele von ihnen sehen auch dekorativ aus. Professor Fritz-Gerald Schröder lehrt an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden Gemüsebau. Für den MDR Garten hat er Empfehlungen für besonders wohlschmeckende Speisekürbisse gegeben und erklärt, worauf man beim Anbau im Garten achten sollte.

Ein kleines Mädchen schleppt eine Kürbis. Im Hintergrund befinden sich zahlreiche weitere Kürbisse.
Herbstzeit ist Kürbiszeit Bildrechte: IMAGO

Kurze Geschichte der Kürbisse

Kürbisse stammen ursprünglich aus Mittel- und Südamerika. Neuere archäologische Funde weisen darauf hin, das die Urvölker bereits 8.000 vor Christus Kürbiskerne als Snack für zwischendurch naschten. 3.000 Jahre später wurde der Kürbis als Gemüse entdeckt. Kolumbus brachte ihn auf seiner Entdeckungsreise mit der Santa Maria schließlich nach Europa. Die ursprünglich enthaltenen Bitterstoffe wurden herausgezüchtet. Der Speisekürbis selbst wurde für die Verbraucher kultiviert. Heute ist er kaum mehr aus der Herbstküche wegzudenken.

Kürbisse anbauen

Kürbisse sind Starkzehrer und brauchen einen guten, nährstoffreichen Boden, zudem viel Wasser, um ihre aromatischen Früchte zu bilden. Bestens geeignet für den Anbau ist ein Hügelbeet oder der Komposthaufen, der meist auch noch an einer geschützten Stelle steht. Er hält ausreichend Kraft bereit, um den Kürbis gedeihen zu lassen, und auch als Kompost auf dem Beet noch gut zu wirken. Der Gemüseexperte Fritz-Gerald Schröder rät, Kürbisse im Beet zusätzlich mit Volldünger zu versorgen. Als Standort eignen sich sonnige oder halbschattige Plätze.

Kürbisse lagern

Kürbisse haben eine schützende Wachsschicht und können deshalb mehrere Monate lang gelagert werden. Wichtig ist deshalb, die Kürbisse nach der Ernte auf keinen Fall zu waschen, denn das würde die schützende Schicht zerstören. Als Lagerort eignet sich beispielsweise eine Speisekammer: Kürbisse sollten warm und trocken liegen.

Der Kürbis in der Küche

Kürbisse sind gesund. Das Fruchtfleisch ist reich an Ballaststoffen, wirkt verdauungsfördernd und entgiftend. 100 Gramm enthalten nur etwa 30 Kalorien. Außerdem enthält Kürbis viele Vitamine und Mineralstoffe wie Kalium, Eisen oder Magnesium.

Der Kürbis eignet sich für die Zubereitung unterschiedlichster Speisen. Er kann gefüllt und im Backofen gegart werden. Auch Kuchen lässt sich aus dem Fruchtfleisch backen.

Gesunde Kerne

Nicht nur das Fruchtfleisch, auch die Kürbiskerne schmecken und sind gesund. Sie enthalten wertvolle Öle, die als Snack für Zwischendurch schnell Energie liefern. Für die Gewinnung von Kürbiskernen eignen sich am besten die Kerne des Ölkürbisses.

Küchengarten Kleine Kürbis-Kunde: Speisekürbisse vorgestellt

Kürbisse gibt es als Zwerge oder Riesen, mit Warzen oder glatter Schale. Der Klassiker ist der Hokkaido aus Japan. Aber es werden noch viel mehr wohlschmeckende Speisekürbisse angeboten. Eine Übersicht.

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 23. Juni 2019 | 08:30 Uhr

Rezepte

Gefüllter Kürbis

Der kleine Kürbis "Sweet Dumpling" eignet sich gut zum überbacken. Der Kürbis wird aufgeschnitten, die Kerne mit einem Löffel herausgeholt. Für die Füllung kann Gehacktes verwendet werden, aber auch Fetakäse, Tomaten und Gewürze.

Der Kürbis wird mit Käse abgedeckt und im Backofen gegart.

Kürbis als Rohkost

Das Kürbisfleisch wird einfach geraspelt und mit Essig, Öl, Kräutern und Gewürzen nach Wahl zubereitet.

Kürbiskuchen

Zutaten:

  • 500 g Kürbisfleisch
  • 200 g gemahlene Haselnüsse
  • 3 Eier
  • 400 g Zucker
  • 2 Päckchen Vanille-Zucker
  • 200 ml Öl
  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 10 Tropfen Bittermandelaroma
  • 2 Esslöffel Joghurt

Kürbisfleisch raspeln, Nüsse in der Pfanne ohne Fett leicht anbraten. Alle Zutaten vermengen, zum Schluss wird das Bittermandelaroma hinzugegeben. Teig in eine große Kastenform füllen und bei 200 Grad etwa eine Stunde lang backen. Der Kürbiskuchen schmeckt am besten, wenn er vor dem Servieren in Alufolie gewickelt wird und zwei Tage im Kühlschrank durchzieht.

Bitterstoffe im Kürbis

Einige Kürbissorten, vor allem die Zierkürbisse, enthalten Giftstoffe, die bitter schmecken (Cucurbitacine). So schützen sich die Pflanzen vor Insekten und Pilzerkrankungen. Auch das Vieh macht um diese Sorten einen großen Bogen und lässt Blätter und Früchte stehen. Erst durch Auslese und Züchtung von bitterfreien Kürbissen wurde der Kürbis auch als Gemüse nutzbar.

Im Sommer 2015 machte der Tod eines Mannes Schlagzeilen, der durch den Verzehr einer Zucchini aus dem eigenen Garten gestorben war. Das Gemüse enthielt den eigentlich aus der Frucht herausgezüchteten Bitterstoff Cucurbitacin. Das kann nur passieren, wenn Gärtner aus eigenen Kernen neue Pflanzen ziehen, erklärt Professor Fritz-Gerald Schröder. Bienen fliegen bis zu fünf Kilometer weit und können auch Pollen bitterstoffhaltiger Kürbisgewächse auf die Pflanze übertragen. Daraus entsteht dann eine neue Kreuzung mit unbekannten Eigenschaften.

Professor Fritz-Gerald Schröder rät deshalb, das Saatgut für Kürbisse stets vom Züchter zu kaufen. Dort werden die Pflanzen per Hand bestäubt und so garantiert, dass die Pflanzen beispielsweise nicht mit Zierkürbissen gekreuzt werden.

Die Bitterstoffe schmeckt man übrigens deutlich heraus, denn sie machen den Kürbis ungenießbar. Sollte ein Kürbis also bitter schmecken, gehört er in den Hausmüll.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 23. Juni 2019 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 23. Juni 2019, 08:30 Uhr