Küchengarten Auberginen pflanzen, pflegen und verarbeiten

Bot. Solanum melongena, auch Eierfrucht, Melanzani

Auberginen schmecken als Püree, Gemüse und in Aufläufen. Doch die suptropischen Pflanzen sind echte Diven. Ist es zu kalt, wachsen sie nicht. Trotzdem lohnt es sich, den Anbau auszuprobieren. Die glänzenden Früchte sehen einfach wunderschön aus.

Reife Auberginen
Glänzend lila-schwarz: Reife Auberginen sind eine Augenweide. Bildrechte: mago/CHROMORANGE

Der richtige Standort für Auberginen

Auberginen brauchen es warm. Sehr warm! Bereits bei Temperaturen unter 16° Celsius stellen die empfindlichen Pflanzen ihr Wachstum ein. Deshalb gedeihen sie in unseren Breiten eigentlich nur im Gewächshaus. Sollen sie im Freien wachsen, brauchen sie einen wirklich warmen, geschützten Platz an einer Hauswand.

Auberginen anpflanzen

Auberginen können im zeitigen Frühjahr in Anzuchterde gesät und später umgesetzt werden. Allerdings haben wohl nur die wenigsten die richtigen Bedingungen für die wärmeliebenden Subtropen-Bewohner. Deshalb bietet sich der Kauf von Jungpflanzen an. Es gibt für Balkon und Garten auch Mini-Auberginen wie die Sorte 'Ophelia'. Diese gedeihen prima im Kübel.

Auberginen pflegen

Auberginen brauchen regelmäßig Wasser. Aber wer zu viel gießt, riskiert, dass die Wurzeln faulen. Deshalb lieber vorsichtig wässern. Es ist sinnvoll, den Boden zu mulchen. Das schützt vor Verdunstung und dem übermäßigen Wachstum von Wildkräutern. Auberginen benötigen etwa alle zwei Wochen eine Ladung Flüssigdünger. Sie freuen sich auch über Pflanzenjauche als stärkenden Dünger, zum Beispiel Beinwelljauche.

Auberginen sollten wie Tomaten ausgegeizt werden. Das heißt, die Seitentriebe in den Blattachseln werden regelmäßig ausgebrochen. Auberginen werden an Stäben oder Schnüren gezogen. Bilden sich aus den Blüten keine Früchte, sollten die Pflanzen vorsichtig gerüttelt werden. Die Windbestäuber brauchen manchmal etwas Unterstützung.

Expertentipp von Gemüse-Experte Martin Krumbein Beim Anbau von Auberginen und Paprika ist es günstig, die erste Blüte, die Terminalknospe, auch "Königsblüte" genannt, welche in der ersten Verzweigung angelegt wird, zu entfernen. Damit wird das Triebwachstum und die Verzweigung der Pflanzen gefördert und somit auch die Anlage und Reife von weiteren Früchten.

Ernte, Lagerung und Verwendung von Auberginen

Auberginen sind reif, wenn sie glänzen und sich leicht eindrücken lassen.

Auberginen gehören zu den Nachtschattengewächsen. Sie bilden das giftige Solanin. Deshalb werden sie immer gekocht, gedünstet oder gebraten gegessen. In Griechenland werden Auberginen gern in Moussaka gegessen. Das ist ein Auflauf mit Kartoffeln, Auberginen und Hackfleisch. Sie gehören ins französische Ratatouille, werden im nahen Osten als Baba Ghanoush - das ist ein Püree - verspeist oder schmecken gefüllt mit Reis, Hackfleisch oder Käse.

Auf einen Blick
Heimat Asien
Pflanzenfamilie Nachtschattengewächs
Blüte ja
Früchte einförmig oder lang und schlank, in hellen Tönen oder dunklem lila, zum Teil gestreift
Standort braucht einen sehr warmen Platz, aber nicht sehr hohe Luftfeuchtigkeit
Boden humos, nährstoffreich
Winterhart nein
Mehrjährig ja, aber im Garten nur einjährig kultiviert
Besonderheiten Windbestäuber: Pflanze regelmäßig sanft rütteln

Quelle: MDR Garten/anz

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Radiogarten | 07. Mai 2022 | 09:00 Uhr