Die Medienschau

Kommentare zur Testpflicht für Reisende und zum Inzidenz-Streit "Die geplante Teststrategie für Reisende ist mit Fragezeichen versehen", schreibt die Heilbronner Stimme . "Wie verlässlich sind Schnelltests, und wird überhaupt intensiv genug kontrolliert, um Infizierte herauszufiltern? Bislang wird an den Landesgrenzen nicht systematisch geprüft, ob sich aus Hochinzidenzgebieten einreisende Ungeimpfte tatsächlich in Quarantäne begeben. Maßnahmen, wie deutliche Reiseeinschränkungen für Ungeimpfte, wären vermutlich effektiver. Im Wahlkampfjahr werden sich Politiker jedoch hüten, Schritte in diese Richtung zu gehen."

Auch die Magdeburger Volksstimme kommentiert: "Eine Vorschrift, die sich in der Realität nicht kontrollieren lässt, ist bestenfalls ein Appell. Und eine Pro-forma-Absicherung für die Politik, alles unternommen zu haben, um eine weitere Ausbreitung neuer Virus-Varianten zu verhindern. Am Ende bleibt das Befolgen einer solchen Testpflicht jedem selbst überlassen."

Mit Blick auf die auch durch Reiserückkehrer steigenden Infektionszahlen fordert die Nordwest-Zeitung aus Oldenburg, die Inzidenz dürfte nicht länger das Maß aller Dinge sein: "Denn das Hauptziel war und ist, besonders gefährdete Menschen vor dem Virus zu schützen. Zurzeit infizieren sich hauptsächlich jüngere, ungeimpfte Menschen, die meist keinen schweren Verlauf haben. Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben, es wird uns immer begleiten und auch mutieren. Eines kann sich dieses Land aber nicht mehr leisten: Einen weiteren Lockdown - und schon gar nicht wegen des reinen Blicks auf Inzidenzen."

Ähnlich sieht man es auf BILD.de : "Die Corona-Politik an Infektionszahlen zu ketten, führt unweigerlich in einen neuen, monatelangen und völlig unnötigen Lockdown. [...] Die einzig legitime Begründung für die harten Corona-Maßnahmen war und ist die Stabilität unseres Gesundheitssystems. Droht der Kollaps, müssen wir reagieren. Nichtssagende Inzidenzen dürfen nicht über unsere Freiheit und unseren Wohlstand entscheiden."

Der Kölner Stadt-Anzeiger blickt zum Abschluss voraus auf das kommende Bund-Länder-Treffen am 10. August: "Von der Konferenz sollte man keine Wunder erwarten. Die 16 Regierungschefs werden wieder mit je eigenen Perspektiven anreisen. Ein gemeinsamer Krisenstab existiert nach wie vor nicht. Die alte Kanzlerin ist bald weg, ein neuer oder eine neue noch nicht da. Das Virus findet derlei Machtvakuum klasse."