Die Medienschau

Kommentare zu Laschet als Kanzlerkandidat der Union

"Armin Laschet hat sich durchgesetzt", kommentiert die Tagesschau . "Überzeugt hat er nicht. Auch nicht seinen Konkurrenten Markus Söder. Das wurde sehr deutlich, als der 'Kandidat der Herzen' in München mit großer Geste zurückzog."
Die Leipziger Volkszeitung sieht voraus: „Während die Grünen mit ihrer Spitzenkandidatin wie ein Gesteinsblock in der Landschaft stehen, wird Laschet an vielen Fronten kämpfen müssen. Die CSU wird Laschet vor sich hertreiben. Auch in seiner heimischen Regierung mit den Liberalen dürfte es vor der Bundestagswahl ungemütlicher werden. Laschet droht also vor allem Ungemach aus den eigenen Reihen."
Für die Süddeutsche Zeitung steht fest: "Laschet mag jetzt Kanzlerkandidat sein. Angesichts seiner Ausgangslage ist das für ihn persönlich ein gewaltiger Erfolg. Doch seine eigentliche Aufgabe, das Kanzleramt in Händen der Union zu halten, ist durch die vergangene Woche deutlich schwerer geworden. Sieben Tage lang stand das C in CDU für Chaos. Derlei verzeihen gerade Wähler der Union nur schwer."

Der Kölner Stadt-Anzeiger urteilt: "Die Union zieht schwer traumatisiert in den Wahlkampf. Sie kämpft mit Gräben, die sich nicht ohne weiteres zuschütten lassen - für Laschet eine schwere Hypothek."

Auf spiegel.de heißt es: "Nein, Armin Laschet ist jetzt zwar Kandidat der Union, doch er ist nicht der Sieger dieses Duells der christlichen Schwesterparteien. Gewonnen hat Markus Söder. Etwas Besseres als dieser Verlauf und Ausgang des Kandidatenrennens, etwas Besseres als ein von Anfang an sturmreifer Kandidat Laschet hätte dem CSU-Chef nicht passieren können."

Die Nürnberger Zeitung lobt dagegen: "Laschet hat Stehvermögen bewiesen und an seinen Kurs unbeirrt geglaubt. Das hat Kanzlerqualitäten."
Abschließend die Neue Osnabrücker Zeitung : "Für die CDU ist (...) Eile geboten, die eigenen Reihen zu schließen und sich uneingeschränkt hinter den nun gefundenen Kandidaten zu stellen. Die inhaltliche Positionierung vor allem gegenüber den Grünen mit zukunftsgerichteten Programmen ist nun gefordert. In ersten Umfragen liegen die Grünen nicht mehr nur in Lauerstellung, sondern gar vor der Union."