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Feigen gedeihen vor allem im Mittelmeerraum, können aber auch bei uns wachsen, wenn die Bedingungen günstig sind. Vor allem ein geschützter Standort ist wichtig. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel

Pflanztipps und empfehlenswerte SortenFeigenbäume pflanzen, pflegen und vermehren

Stand: 01. September 2019, 08:30 Uhr

Ein heißer, trockener Sommer ist für Feigen ideal. Inzwischen wachsen die Pflanzen, die zur Familie der Maulbeergewächse (Moraceae) gehören, auch in Deutschland und liefern süße, grüne oder violette Früchte. Wichtig sind ein geschützter Standort und die passende Sorte.

Feigen zählen zu den ältesten Kultur- und Nutzpflanzen der Erde. Ihre Heimat ist der Mittelmeerraum, vor allem in der Türkei gibt es große Anbaugebiete. Die Frucht gehört zu den Heilpflanzen. Sie kann frisch oder getrocknet gegessen werden. Feigen enthalten viele Vitamine und liefern als Trockennahrung Energie.

Besondere BlüteDie Blüten des Feigenbaumes stecken in den Früchten, sind also nicht sichtbar. Da es in unseren Breitengraden keine Bestäuber für diese Blüten gibt, können nur selbstfruchtende Sorten in unseren Gärten auch Früchte tragen.

Feigen im Garten anbauen

Die Echte Feige (Ficus carica) wächst als Baum oder Strauch und wird, je nach Sorte, bis zu zehn Meter hoch. Da das Klima immer wärmer wird, bauen Gärtner inzwischen auch in Deutschland Feigenbäume an und ernten die energiereichen Früchte. Entscheidend ist ein vor kaltem Nord- und Ostwind geschützter Standort, wie MDR Gartenexpertin Brigitte Goss berichtet. Sie rät, sich in der Nachbarschaft umzuhören, ob dort bereits ein Feigenbaum gedeiht. Ein Ableger davon hat nach ihren Worten bessere Chancen, im eigenen Garten zu wachsen. Ein Winterschutz für den frostempfindlichen Feigenbaum kann auch sinnvoll sein.

Der Hobbygärtner Dirk Henke züchtet erfolgreich Feigen und empfiehlt für den Garten die Feigensorte 'Brown Turkey'. Auch für Anfänger ist diese Feige nach seinen Worten gut geeignet, da sie robust und pflegeleicht ist und auch Frost mal wegstecken kann. 'Brown Turkey' trägt zwei Mal im Jahr Früchte: Im Juli und August sowie in warmen Sommern noch einmal im Herbst. Nicht winterharte und kleinwüchsige Feigensorten können im Kübel kultiviert werden.

Auf einen Blick
HeimatMittelmeerraum
PflanzenfamilieMaulbeergewächse (Moracea)
Wuchsbis zehn Meter, buschig oder als Baum wachsend
BlüteBlüte der Feige wächst innen in den jungen noch nicht befruchteten Fruchtansätzen
Standortsehr sonnig; kommt aber auch mit Halbschatten klar
Bodennährstoffreich, durchlässig, mäßig feucht
Winterhartbedingt, je nach Sorte, eventuell leichten Winterschutz verwenden
Lebensdauerja, kann bis zu 90 Jahre alt werden
Vermehrungüber Stecklinge
Besonderheitenaußer der Frucht sind alle Pflanzenteile giftig

Pflanzzeit für Feigen ist das Frühjahr

Ideale Pflanzzeit für Feigen ist nach dem Frost im zeitigen Frühjahr. Dann hat die Pflanze genug Zeit, bis zum Winter Wurzeln zu bilden und sicher anzuwachsen.

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Standort und Boden für Feigen

Die Feige aus dem Baumarkt hat keinen Namen, hat sich aber prächtig entwickelt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Feigen bevorzugen im Freiland einen sonnigen, aber geschützten Platz. Ideal stehen sie an der Südseite einer Hauswand, da sie so noch einmal von der Wärme des Mauerwerks profitieren. Da Feigen keine Staunässe mögen, sollte beim Pflanzen eine Drainageschicht - beispielsweise aus Blähton - in das Pflanzloch eingearbeitet werden. Als Pflanzerde eignen sich nährstoffreicher, durchlässiger Gartenboden oder auch Tomatenerde aus dem Gartenmarkt. Fühlt sich die Feige an ihrem Platz wohl, trägt sie nach ein bis zwei Jahren die ersten Früchte. Auch Feigen im Kübel sollten sonnig stehen.

Pflege

Auch die Blätter der Feigen sind sehr dekorativ. Bildrechte: Dirk Henke

Feigenbäume sind pflegeleicht. Sie sollten ab dem Frühjahr bis zum Herbst regelmäßig gegossen werden. Im Winter muss die Wasserzufuhr reduziert werden. Von April bis August können Feigen wöchentlich mit organischen Flüssigdüngern versorgt werden. Das ist aber nicht zwingend erforderlich. Im Spätsommer muss das Düngen eingestellt werden. Ein Rückschnitt sollte im Februar, Anfang März erfolgen, wenn die Pflanze noch nicht in vollem Saft steht. Werden junge Triebe zu lang, können sie ausgebrochen werden. Das regt die Verzweigung an. Aber Vorsicht: Blätter und Äste enthalten einen weißen Milchsaft, der giftig ist und zu Hautverätzungen führen kann.

An Kübelpflanzen können Früchte, die im Herbst nicht mehr ausgereift sind, hängenbleiben. Sie wachsen weiter und können mit etwas Glück im Frühjahr geerntet werden.

Feigen düngen

Beim Dünger gilt: weniger ist mehr, wie Feigenzüchter Dirk Henke sagt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Ist der Boden frisch und von Natur aus nährstoffreich, muss nicht gedüngt werden. Im Boden steckt alles, was die Feige braucht, denn die Art ist sehr genügsam. Wenn überhaupt, sollte sparsam gedüngt werden, das heißt mit nur etwa zehn Prozent der Düngeempfehlung auf der Packungsbeilage. Achten Sie darauf, dass Dünger einen etwas höheren Kalium- und Phosphoranteil enthält und weniger Stickstoff. Ist der Stickstoffanteil zu hoch, schießt die Pflanze ins Kraut, sie wächst hoch, bildet aber keine Früchte. Gut geeignet ist zum Beispiel Tomatendünger.

Feigen ernten

Die Früchte sind reif, wenn sie auf Druck leicht nachgeben. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Je nach Sorte können Feigen ein- oder auch zwei Mal im Jahr Früchte tragen. Eine Ausnahme ist die 'Tri di volte', die sogar drei Ernten liefert. Wenn die Früchte auf leichten Druck nachgeben, sind sie reif und können im Sommer oder Herbst geerntet werden. Leider klappt es in unseren Breitengraden mit der Herbsternte nur bei sehr warmen und langen Sommern. Ansonsten reifen Früchte nicht aus. Vorzeitig geerntet werden können sie nicht, da die Früchte nicht nachreifen, sondern am Baum reifen müssen.

Feigen haben wertvolle Inhaltsstoffe. Mit ihren vielen kleinen Kernen liefern sie dem Darm Ballaststoffe und kurbeln die Verdauung an. Vitamin A ist gut für Haut und Sehkraft, Magnesium bringt müde Geister wieder auf Trab.

Wer Feigen in den Garten pflanzen möchte, sollte sich in seiner Gegend umschauen. Die besten Feigen sind die, die schon beim Nachbarn gut wachsen und reichlich Früchte liefern.

Dirk Henke | Feigenliebhaber

Feigen vermehren

Feigen können nicht über Samen vermehrt werden, da aus Samen keine selbstfruchtenden Pflanzen wachsen können. Feigen werden deshalb über Stecklinge vermehrt. Hierfür kann ein Trieb einfach in ein Wasserglas gesetzt werden. Wenn es warm ist und das Wasser täglich gewechselt wird,  bilden sich nach etwa drei Wochen Wurzeln.

Plastikbecher aufschneiden und mit Granulat und Erde befüllen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine andere Möglichkeit ist, Stecklinge direkt am Baum zu ziehen. Hierfür wird ein Plastikbecher bis zu einem Abzugsloch im Boden eingeschnitten. Der Plastikbecher wird mit der Öffnung nach oben um den Ast geklemmt. In den Becher kommt zuerst eine Drainageschicht aus Vulkangestein. Diese Schicht dient gleichzeitig als Wasserspeicher. Als zweite Schicht wird Pflanzerde in den Becher gefüllt. An der Stelle, an der der Ast mit der Pflanzerde in Berührung kommt, bilden sich später Wurzeln. Über die Pflanzerde kommt noch eine Schicht Pflanzengranulat – an dem Substrat erkennt man gut, ob der künftige Steckling ausreichend Feuchtigkeit hat. Die zweite Methode bevorzugt Feigenexperte Dirk Henke. Die Vorbereitung macht zwar anfangs mehr Arbeit, man spart sich aber das tägliche Wasserwechseln.

Pflanzenauswahl

Für den Anbau in Deutschland sind "Mitbringsel", also Stecklinge aus anderen Ländern, nicht geeignet. Viele Feigen im mediterranen Raum brauchen für ihre Bestäubung die Feigengallwespe. Da die Blüte der Feige in der Frucht selbst steckt, muss die Wespe in diese hineinkrabbeln und dort die Blüte bestäuben. Die Feigengallwespe lebt aber in Deutschland nicht. Deswegen muss beim Kauf der Feigen darauf geachtet werden, dass es selbstfruchtende Sorten sind (Parthenokarpe-Feigen).

FeigensorteEigenschaftenKübelpflanze
Brown Turkey / Brown Naples  Frostharte Sorte auch für kalte Gegenden, sehr aromatische Früchte. Trägt im Sommer und im Herbst Früchte.Wird groß, nur bedingt für den Kübel geeignet.
Negronne         Bildet dunkle Feigenfrüchte. Gilt unter Kennern als eine der besten Feigen überhaupt. Bevorzugt geschützten Standort.Wuchs bleibt kompakt.
Valle NegraKommt auch mit schlechtem Wetter klar, sehr wohlschmeckende Früchte. Bildet zwei Mal Früchte im Jahr. Wächst schnell, nicht ideal für den Kübel.nicht geeignet
Ronde de BordeauxVerträgt Minusgrade bis ca. -20 °C. Trägt "nur" Herbstfeigen, diese aber schon Ende August bis Anfang September. Süße, sehr kleine Früchte mit dünner Haut.Wächst sehr schnell und ist daher nicht so gut für den Kübel geeignet.
PastiliereUnterschiedliche Erfahrungen zur Winterhärte. Trägt einmal im Jahr und bildet ab August aromatische Früchte mit einer dünnen Haut. Verträgt keine Zugluft.sehr gut geeignet

Winterschutz für Feigen

Es gibt Feigen-Sorten, die frosthart sind und Minusgrade verkraften ('Brown Turkey', 'Brown Naples', 'Ronde de Bordeaux'). Erfrieren die Äste, werden diese zurück geschnitten und das Bäumchen treibt im Frühjahr aus der Wurzel neu aus. Eine dicke Schicht Mulch und ein Standort an einer Hauswand sind hilfreich. Ein plötzlicher Frosteinbruch ist für alle Feigen problematisch, da sich die Pflanzen dann nicht auf die Kälte vorbereiten können. Viele Feigensorten müssen deshalb drinnen überwintert werden, am besten in einem Gewächshaus, im Hausflur oder auch in einem dunklen Keller. In einer Wohnung ist die Überwinterung nicht möglich, da Feigen eine Kältephase brauchen, damit sie im nächsten Frühjahr wieder Früchte bilden. Im Winterquartier kommt es vor, dass die Feigen ihre Blätter abwerfen, das ist ganz normal. Im Frühjahr treiben sie dann wieder aus. Im Winter sollte nur sehr selten gegossen werden.

Quellen: Feigenzüchter Dirk Henke; MDR Garten-Expertin Brigitte Goss

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 01. September 2019 | 08:30 Uhr