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Kübelpflanzen können kostenpflichtig auch in Gärtnereien untergestellt werden. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Kübelpflanzen im WinterWintergarten, Treppenhaus, Garage: An diesen Orten überwintern Kübelpflanzen sicher

20. Oktober 2023, 15:35 Uhr

Kübelpflanzen sollten so lange wie möglich draußen bleiben. Kündigen sich allerdings Nachtfröste an, wird es Zeit, die Pflanzen ins Winterquartier zu schaffen. Wir haben Tipps, wo man die Pflanzen überwintern kann.

Früher hatten viele Menschen eine Waschküche oder ein altes Toilettenhäuschen, in dem Pflanzen überwintert werden konnten. Heutzutage sind Häuser meistens vom Keller bis zum Boden vollständig ausgebaut. Kühle Räume, in denen Pflanzen überwintern können, fehlen. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, an die man vielleicht im ersten Moment nicht denkt.

Im Lichtschacht

Neue Häuser haben oft Lichtschächte vor den Kellerfenstern, die mit einem Trittgitter abgedeckt sind. Sie sind als Winterquartier ideal für einige Pflanzen. Für lichthungrige Blätter-Pflanzen, wie zum Beispiel den Lorbeer oder die Olive, ist der Schacht ein guter Platz, denn beide Gewächse vertragen sogar leichte Fröste.

Der Lichtschacht hat den Vorteil, dass die Pflanzen im Wurzelbereich geschützt sind. Wird der Schacht von oben noch mit Noppenfolie abgedeckt, entsteht eine Art Gewächshaus, das die Pflanzen auch bei eisigen Minusgraden schützt. Zusätzlich kann man durch das Öffnen der Kellerfenster für Temperaturen knapp über Null Grad sorgen.

Olivenbäumchen überwintern gern an einem hellen und kühlen Ort. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

In der Garage

Laubabwerfende Kübelpflanzen, wie Granatapfel, Feige oder Canna, sind in einer dunklen Garage gut aufgehoben. Wichtig ist allerdings, dass die Garage frostfrei ist. Sicherheitshalber kann man einen Heizlüfter anbringen, der automatisch anspringt, wenn die Temperaturen unter 0 Grad sinken.

Naht der Frühling, müssen die Pflanzen, sobald es die Temperaturen zulassen, wieder aus der Garage herausgebracht werden. Beim ersten Austrieb brauchen sie Licht. Hat die Garage ein Fenster, können Sie dort auch lichtliebende Pflanzen wie Agaven überwintern.

Feigenbäumchen kommen auch mit wenig Licht im Winter aus. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Im Keller

Keller sind schwierige Überwinterungsquartiere. Die meisten haben für Kübelpflanzen keine idealen Bedingungen. Es ist oft zu dunkel und gleichzeitig zu warm. Viele Pflanzen überwintern gern bei einer Temperatur von bis zu zehn Grad oder kälter. Laubabwerfende Kübelpflanzen wie zum Beispiel Fuchsien oder Begonien lassen sich relativ gut im Keller überwintern. Ihnen genügt sehr wenig Licht. Immergrüne Pflanzen wie Oleander brauchen auch im Winter viel Licht und das reicht im Keller oft nicht aus.

Begonien ziehen im Winter komplett ein, daher können sie gut im Keller überwintern. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Die Pflanzem überwintern zwar auch unter diesen nicht optimalen Bedingungen, doch sie bilden lange dünne Triebe und leiden oft unter Schädlingsbefall. Außerdem gilt: Je wärmer der Überwinterungsplatz, desto mehr muss man gießen.

Kühle Zimmer

Pflanzen, die ihre Blätter nicht abwerfen, wie die Yucca, der Drachenbaum, der Hibiskus oder die Strelitzie, stehen auch in ungeheizten Wohnräumen gut. Sie sollten aber direkt am Fenster platziert werden, da es im Winter meist nur dort ausreichend hell ist.

Im Wintergarten

Im beheizten Wintergarten können die Pflanzen durchblühen. Allerdings sollte man den Pflanzen nach dem Blütenflor auch eine Pause gönne. Die beste Zeit dafür sind Dezember und Januar.

Besser noch sind unbeheizte Wintergärten, die man gut lüften kann. Kakteen und Sukkulenten fühlen sich dort besonders wohl. An sonnigen Tagen heizt sich der Wintergarten stark auf. Dann sollten Sie unbedingt lüften, sonst kommt es zum Hitzestau und die Pflanzen fangen zu früh an zu treiben.

Kakteen mögen es gern hell und kühl. Bildrechte: Colourbox.de

Im Treppenhaus

Zugfreie Treppenhäuser mit ausreichend Licht sind für sommer- und immergrüne Pflanzen gut geeignet: Agaven, Oleander, Palmen, Lorbeer, Passionsblumen und Pelargonien. Am besten stehen sie auf dem oder nah am Fensterbrett. In Mietshäusern sollten sie allerdings vorher klären, ob es in Ordnung ist, dort Pflanzen abzustellen.

Ein helles und zugluftfreies Treppenhaus ist ein guter Platz, um Pflanzen zu überwintern. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Auf dem Dachboden

Ältere Häuser verfügen vielleicht noch über einen nichtausgebauten Dachboden. Früher hatten fast alle Bauten der Gründerzeit einen solchen. Stellt man die Pflanzen auf einen Tisch unter ein schräges Dachfenster, bekommen sie genug Licht und ausreichend kühl ist es in der Regel auch.

Weitere mögliche Überwinterungsorte sind: Unbeheizte Vorräume, Windfänge oder die Außenkammern in Mietshäusern (die früheren Außentoiletten), aber auch frostfreie Gewächshäuser.

In Gärtnereien

Gegen Entgelt können Sie ihre Pflanzen auch in Gärtnereien unterstellen. Die Preise werden nach Quadratmetern berechnet und liegen derzeit so um die 70 Euro pro Quadratmeter für die ganze Saison. Dafür werden die Pflanzen oft auch abgeholt und zurückgeschnitten.

Die Überwinterung in Gärtnereien lohnt sich insbesondere für sehr große und alte Kübelpflanzen oder eben solche, an denen das Herz hängt.

Quelle: Jürgen Meister (Gärtnermeister aus Erfurt), Marie-Luise Krumbein (Gärtnerin aus Schönstedt), MDR Garten (dgr)

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 22. Oktober 2023 | 08:30 Uhr