MDR INVESTIGATIV - Hinter der Recherche (Folge 21) Podcast: Crystal Meth - Wie eine Droge die Provinz im Griff hat

Audiotranskription

Folge 21: Tristesse, Langeweile, Perspektivlosigkeit - gerade in kleineren Städten und Dörfern nehmen viele junge Menschen Crystal Meth. Warum, und weshalb es für sie besonders schwer ist, von der Droge loszukommen, darumgeht es in Folge 21 des Podcasts. Zu Gast ist der Autor Thomas Kasper.

Crystal Meth wird auf einem Smartphone zurechtgeschoben.
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

O-Töne

Reporter: Wieviel kennen Sie die Crystal nehmen?

Tobias:

Viele, alle, von einigen denke ich selber manchmal gar nicht - mit Schlips und Kragen.

Nicole:

Also ich sage jetzt mal, von 20 Leuten 15 auf alle Fälle. ich habe es mal durchgerechnet. Ich kenne eigentlich nur ganz, ganz wenige Personen, die nicht konsumieren. Und das ist schon gerade auf den kleinen Dörfern ein bisschen erschreckend.

Alex:

Es macht glücklich, man das extrem konzentriert Mannes Osterhorn. Man hat Motivation für alles, alles tun. Unendlich Magier

Moderation

Im Corona-Lockdown Jahr 2020 ist der Drogenkonsum in Sachsen um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, Delikte mit Crystal sogar um 15 Prozent. Um Drogen, speziell Crystal Meth in der Provinz soll es in dieser Podcast-Folge von „MDR Investigativ - hinter der Recherche“ gehen. Ich bin Secilia Kloppmann und arbeite für die politischen Magazine des Mitteldeutschen Rundfunks

Bei Drogenabhängigen denkt man vermutlich zuerst an Großstädte, an Bahnhöfe, Parks, wo Abhängige und Dealer unterwegs sind. Aber laut den Recherchen meines Kollegen Thomas Kasper ist das Drogenproblem in kleinen Städten und auf dem Land keinesfalls geringer. Mit Thomas will ich über das Thema Crystal Meth in der Provinz reden. Herzlich willkommen.

Wie sieht es aus Thomas? Großstadtproblem oder eher ein Problem auf dem Land?

Thomas Kasper (TK)

Crystal Meth
Bildrechte: imago images / Christian Ohde

Überraschenderweise ist das Drogenproblem in den Kleinstädten und in der Provinz doch sehr weit verbreitet. Also man denkt immer, der Bahnhof das ist der Ort, wo konsumiert wird. Da sieht man es ja sehr offensichtlich - die Dealer, die Konsumenten. Man sieht die Zugedröhnten in der Ecke liegen oder um Geld betteln. Das ist sehr offensichtlich, und jeder nimmt das so wahr und verbindet diese Erscheinung mit Großstadt. Tatsächlich habe ich jedoch festgestellt bei Dreharbeiten und Recherchen, dass in den Kliniken, in den Entgiftungsstationen und in den Krankenhäusern die ganz große Überzahl der Patienten - zumindest in Thüringen war es so - aus Kleinstädten und Dörfern kommt. Und das hat mich überrascht, um eine Zahl zu nennen. In Mühlhausen, da ist die größte Suchtklinik Thüringens, waren zum Zeitpunkt meines Besuchs von 80 Patienten ganze drei aus einer großen Stadt, nämlich aus Leipzig und aus Erfurt. Und der ganze Rest kam aus kleineren Städten und Dörfern.

Secilia Kloppmann (SK)

Das sind so junge Leute wie die, die wirkt am Anfang im Intro gehört haben. Das sind der Tobias, die Nicole und der Alex. Mit denen hast du gesprochen, die hast Du lange mit der Kamera begleitet. Und ich würde ganz gerne erst mal mit Dir ein bisschen über die sprechen. Ich denke, wir fangen mit Alex an, den hast du in Kahla getroffen, und du hast ihn gefragt, warum er Drogen nimmt.

O-TON Alex und Thomas

Warum nimmt man das hier in einer Kleinstadt überhaupt? Ist es fest, kann man gar nicht mehr so genau sagen seid einfach.

Alex:

Kann sein, dass es schon Langeweile ist. Ja, es gibt halt wenige Freizeitangebote, und man kann halt auch einfach einen ganzen Tag Drogen nehmen. Warum nicht?Es macht halt einfach keinen Unterschied, ob man in einer Kleinstadt und London Großstadt lebt, ähm, Kahla. Es ist, sodass man sehr leicht an Crystal kommt. Von daher machte es keinen Unterschied. Und ich komme in Kahla leichter an Crystal als in Jena, also in der Kleinstadt mehr als nur Großstadt.

SK:

Ja, man kann den ganzen Tag Drogen nehmen. Warum nicht, sagt der Alex.

TK:

Alex ist eine interessante Persönlichkeit, also aus verschiedenerlei Gründen. Zum einen ist er überhaupt nicht Milieu behaftet. Das heißt, er kommt nicht aus einem, wie man annehmen sollte oder könnte, sozial prekären Elternhaus. Sondern bei ihm schien alles doch relativ gut und im Lot. Seine Eltern sind beide Akademiker, verdienen relativ gut, und er ist ein sehr behüteten und sehr, sehr guten Verhältnissen groß geworden. Aber jeder hat so seine eigene Konsumbiografie. Und bei bei Alex ist es offenbar so, dass die Familie als Alex im Grundschulalter war, von Dresden nach Kahla zog. Und dort angekommen in Kahla fand der Alex keinen richtigen Anschluss. Das kommt einfach vor. Er fand keine richtigen Freunde. Und als er dann älter wurde und in ein Alter kam, wo man sich vom Elternhaus abnabelt, da hat er sich solidarisiert mit Leuten, die so am sozialen Rand standen, mit Leuten, die andere Lebenswege für sich gewählt hatten und die auch Drogen konsumieren. Und hinzu kommt, dass sich die Eltern getrennt hatten und auch der Vater so ein bisschen fehlte. Der Vater ist ein ganz cooler Typ eigentlich, der hat zwei Unternehmen, ist in der Veranstaltungsbranche tätig und hat so viel um die Ohren, hat sich um seinen Sohn gekümmert. Aber offenbar hatte der Alex irgendwann doch das Bedürfnis, Anschluss zu finden. Und es waren einfach die falschen Leute. Das war dann bei Alex der Einstieg in die Drogenkarriere.

SK:

Der ist er noch relativ jung. Wie war es denn beim Tobias? Der ist auch schon wesentlich älter als Alex ... da war es ein bisschen anders ...

TK:

Mann in Bushaltestelle
Tobias ist 39, lebt in Eisenach und nimmt seit langem Crystal Meth- Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Tobias, der hat, glaube ich, oder das hat er selber behauptet, der hat ADHS, und wurde nie richtig behandelt. Einfach, weil er in einem Alter war, als das auftrat, man das nicht so auf dem Schirm hatte. Das heißt, er hatte schon immer Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren. In der Schule war er immer derjenige, der der Pausen-Clown war.Und irgendwann ist er einfach in diese Drogenszene geraten, hat verschiedene Drogen ausprobiert und ist dann bei Crystal hängengeblieben. Das Crystal hat der absurderweise die entgegengesetzte Wirkung. Also ADHS da ist man sehr aufgekratzt. Und wdas Crystal gleicht das in einem gewissen Maße aus. Also, du fühlst dich glücklich, aber nicht aufgekratzt. Der Tobi ist eigentlich ein total schlauer Typ. Der kann gut erzählen, der ist voller Episoden, der hat Witz und Charme, der hat ganz viel Potenzial. Aus dem hätte was Tolles werden können. Aber leider ist er ziemlich abgerutscht und ist so ein typischer Drehtür-Patient. Also, rein raus, rein raus in die Entgiftung, zwischendurch mal eine Haftstrafe, so das ist die Geschichte von Tobi.

SK:

Dann haben wir noch die Nicole, die ist alleinerziehend. Die hat im Drei-Schicht-System gearbeitet, die ja schon ganz schön viel zu bewältigen hat, in ihrem Alltag und das Crystal eben auch genommen hat, um da überhaupt durchzuhalten.

O-Ton Nicole] :

Ich bin auch unter Crystal Auto gefahren. Und das war auch das Verhängnis, weshalb ich meinen Führerschein verloren habe. Aber ich bin trotzdem meiner Arbeit nachgegangen. Wie gesagt, Arbeit macht ja auch Leistungsdruck, Drei-Schicht-System und Sonderschichten schieben. Also es gab auch zwölf Tage, wo man komplett durchgearbeitet hat. Und da das Crystal eigentlich ganz gut mit geholfen.

TK:

Die Nicole ist eine interessante Person, weil sich bei ihr auch so manifestiert und darstellt, dass dieses Crystal nicht diese Schmuddel-Droge ist. Es ist eine Droge, die im Arbeitsleben bei den Leistungsträgern angekommen ist. Sei es jemand, der in einer Fabrik arbeitet wie Nicole, oder sei es ein Anwalt oder Abiturienten, dies nehmen das vor einer Prüfung. „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ hat gezeigt, Heroin ist Teufelszeug, das ist ganz dreckig. Crystal ist genauso dreckig, ist genauso schlimm und ist genauso tödlich. Aber Crystal fehlt eben dieses dieses Image einer schmutzigen Droge. Und bei der Nicole kann man das sehr gut sehen. Also sie hat's genommen, um der Frustration zu entfliehen. Alleinerziehend, auf dem Dorf, nichts los. Man kommt auch nicht weg, selbst wenn man Freizeit hat. Und dann hängt man mit Leuten zusammen, die im Nachbarhaus oder gegenüber wohnen und guckten Filme und zieht dabei eine Bahn. Das war so bei ihr. Und der andere Punkt ist tatsächlich, dass sie gesagt hat, sie muss morgen früh aufstehen. Sie muss wieder in die Fabrik, sie muss zwölf Stunden arbeiten. Dann kommt sie nach Hause, versorgt ihren Sohn, und sie muss die ganze Zeit quasi Leistung bringen. Und dabei hilft tatsächlich zunächst erst mal diese diese Droge Crystal.

SK:

… hilft bis zu einem bestimmten Punkt, über den sprechen wir dann noch. Ich würde jetzt erst einmal generell gern wissen: Diese drei jungen Menschen, wie hast du die überhaupt getroffen? Das fragt man sich ja sowieso immer bei deinen Reportagen. Ich denke da auch an die Obdachlosen, über die wir im Dezember gesprochen habe, in der Podcast Folge 15. Du hast ja - zumindest Tobias und Alex - noch in ihrer Konsumphase getroffen. Sind die offen durch die Gegend gelaufen und haben gesagt, „Hey, ich nehme Drogen. Willst du mich mal filmen?“ Wie hast du die getroffen? Musstest du die dann lange überreden für das Filmprojekt?

TK:

Ja, also ich habe natürlich ein Netzwerk inzwischen. Ich tausche sofort immer Telefonnummern aus und kenne Leute, die gerade in einer Entgiftung sind oder die auf Therapie sind. Ich halte Kontakt zu vielen, vielen Leuten, und manchmal frage ich sag mal, kennst du jemand, der von dort und dort kommt? Und dann werde ich weiter vermittelt. Das ist die eine Sache. Aber den Alex, den hatte ich tatsächlich auch in einer Entgiftung getroffenen für ein anderes Filmprojekt. Ich wollte dort filmen. Und von den Patienten, die dort waren, in dieser Entgiftungsstation, das waren um die 20, glaube ich, wollte keiner vor die Kamera außer zwei, und dazu gehörte der Alex . Der Alex hatte schon wirklich das Bedürfnis, sich darzustellen, gehört zu werden, wahrgenommen zu werden. Ja, das muss jetzt nicht negativ sein. Aber es ist so ein Zeichen auch seiner psychischen Verletztheit. Heute würde ich sagen, dass er sich nicht wahrgenommen fühlte, ein bisschen der Außenseiter war. Und dann kommt jemand mit der Kamera und fragt, wer würde denn was erzählen vor der Kamera? Und da war er sofort dabei. Damals hatte ich nicht mit ihm gefilmt. Wir hatten aber die Telefonnummern ausgetauscht. Und dann, Monate später, habe ich Ihnen mal kontaktiert, und er war sofort wieder bereit, mit mir zu sprechen. In dem Fall war er die viel größere Hürde, dass die Mutter zustimmen musste und mit der Mutter hatte mich getroffen. Sehr, sehr nette Frau und sehr verantwortungsvoll auch, aber natürlich auch ziemlich ängstlich. Und sie fragt sich schon mal was passiert mit meinem Sohn? Und was passiert auch mit unserem Ruf in der Kleinstadt?, wenn die Leute das im Fernsehen sehen. Und sie war lange, lange nicht bereit, eine Einwilligung zu unterschreiben. Am Ende konnte ich sie davon überzeugen, dass, wenn man mit einer solchen Suchterkrankung offensiv umgeht, dass das hilft, offene Türen einzurennen. Das heißt also, wer sich einem Problem stellt und diese Krise meistert in seinem Leben, der wird im Zweifelsfall später zB bei einem Arbeitgeber ein viel höheres Ansehen sehen. Weil der Arbeitgeber weiß, der hatte schon mal wirklich eine schlimme Zeit in seinem Leben. Und er hat es geschafft, da rauszukommen. Und dann kam auch der Vater zur Hilfe. Der Vater, der auch sehr also sehr reflektiert und sehr offen mit dieser mit diesem Suchtverhalten seines Sohns umging. Der war dann auch ganz schnell auf meiner Seite und sagte ja, wir sollten damit an die Öffentlichkeit gehen, weil das ist ein Problem, was nicht nur uns als Familie betrifft, sondern das betrifft ganz viele.

SK:

Da gibt es natürlich auch den Glücksumstand, dass es ja bei Alex relativ gut aussieht. Da können wir dann zum Schluss noch mal drüber reden, wie die Geschichte eigentlich ausgegangen ist. Das ist ja nicht unbedingt absehbar. Von daher ist es schon auch ein Wagnis, was die Eltern da eingegangen sind, finde ich .

Andere Frage: Wenn Protagonisten wie zum Beispiel Tobias, vor der Kamera eine Linie zieht – wie ist das? Drogenkonsum ist zwar nicht strafbar, aber der Besitz schon und ohne Besitz kann man schlecht konsumieren. Da ist die Frage: Vergessen die dich? und zum anderen, wie wie siehst du deine Position da als Journalist? Bist du da in einer Zwickmühle?

TK:

Ich bin da einer ziemlichen Zwickmühle, natürlich. Ich war ja in dieser Wohnung dort in Eisenach den ganzen Tag. Und das war schon spannend. Das ist eine Art offenes Haus. Es kamen Leute, es gingen Leute, alle saßen da irgendwie rum, viele beachteten mich gar nicht. Die machten ihre Geschäfte oder holten sich einfach mal ein Bier. Und der Einzige, der wirklich immer mal wieder mit mir sprach, war Tobi In diesem ganzen Haus wohnen überall in allen offenbar Leute, die Drogen konsumieren, außer ganz unten. Ganz unten wohnt es ist so nannten die den, „der Kanake von ganz unten“, das war der einzige der Arbeiten ging und der einzige, der keine Drogen nahm. Aber der wurde irgendwie geschmäht von den anderen Leuten, die alle Hartz IV beziehen und den ganzen Tag nicht viel machen. Und das hatte ich ja neulich schon in dem Obdachlosen-Podcast erzählt, am Ende geht es ja immer um ähnliche Sachen: Darum, wer ist mit wem zusammen? Wer hat sich in wen verliebt? Wer ist mit wem befreundet? Es geht um Liebe, Freundschaft, um Missgunst, um Getratsche und so weiter. Also, das spielt sich da alles in dieser Wohnung ab. Und da sie ja nicht zu sehr viel zu tun haben, haben die so einen intensiven Gesprächsbedarf miteinander.

SK:

Wenn man auf die Zahlen guckt, auf die Fakten, etwa den Kriminalitätsatlas aus Thüringen von 2019, auf die Drogendelikte, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner: Für die Landeshauptstadt Erfurt sind das 767 Delikte. Aber zum Beispiel Eisenach, wo der Tobi wohnt, sind es über 800. Es gibt andere Orte wie Mühlhausen mit 1424. Es gibt einen Ort, der heißt Untermaßfeld. Da sind es über 1600. Gut, da weiß man, da ist eine Justizvollzugsanstalt. Es gibt also manchmal Gründe. Oder auch, warum der kleine Ort Saalburg-Ebersdorf an der Spitze steht, mit fast 10.000 jedes Jahr – weil dort das „Sonne, Mond und Sterne Festival“ stattfindet. Aber trotzdem stellt sich schon die Frage viele kleine und mittlere Städte liegen weit über dem Thüringer Durchschnitt. Woran liegt das jetzt eigentlich?

TK:

Tatsächlich ist es so, wie mir jemand von der Gewerkschaft der Polizei in Thüringen berichtete, das der Personalabbau bei der Polizei Folgen hat. Also mir wurde gesagt, wir sind nicht in der Lage, flächendeckend präsent zu sein. Das heißt, die Polizei ist in großen Städten präsent, da gibt es die Polizeidirektion, die Polizeireviere. Und da ist auch Polizei sichtbar. Im ländlichen Raum ist Polizei nicht sichtbar. Und diese Zahlen, diese Häufigkeitszahlen, die sind so sehr unterschiedlich. Auch weil es Schwerpunkte gibt, wo ermittelt wird, wenn ein hoher Ermittlungsdruck ist, wird auch viel festgestellt, werden viele Anzeigen erstattet. Und dann steigt auch die Zahl.

SK:

Dann würde das ja eigentlich heißen, dass der reale Drogenkonsum in den kleineren Städten noch viel höher ist, weil die Zahlen sind ja sowieso schon über dem Durchschnitt. Und wenn es dort noch weniger Ermittlungen und weniger Polizei gibt, dann müsste man ja davon ausgehen, dass die Dunkelziffer von Drogenmissbrauch wesentlich höher ist als das, was diese sowieso schon hohen Zahlen sagen. Oder?

TK:

Das mag so sein. Das ist das Dilemma, dass es keine verlässlichen Zahlen gibt. Man weiß nicht, wie viele Konsumenten es gibt. Man weiß nicht, wo tatsächlich die Schwerpunkte des Konsums, des Handels liegen. Man weiß nur, dass von Tschechien kommend, Crystal im grenznahen Raum verbreiteter ist als in Orten, die weiter weg sind von der Grenze. Also im nördlichen Sachsen-Anhalt ist Crystal nicht präsent, wie nah an der Grenze zu Tschechien. Wenn man sich überlegt, warum gerade in Kleinstädten der Drogenmissbrauch so so massiv ist, dann würde ich sagen, dass die Vorteile, die eine Kleinstadt hat, nämlich kurze Wege und eine Übersichtlichkeit, man kennt sich, dass das auch bei dem Drogenmissbrauch hilft. Man weiß einfach, wo man hingehen muss. Man hat kurze Wege. Der Fahndungsdruck ist relativ gering, und das führt dazu, dass diese diese Droge leicht verfügbar ist. Der Alex hat gesagt, er hat mehrere Telefonnummern in seinem Handy. Er weiß, wo er anrufen muss, er geht in irgendeine Wohnung und holt sich das Zeug dort ab. Das ist in einer Kleinstadt relativ einfach. Hinzu kommt natürlich auch so das, was der Vater von Alex so formuliert hatte. Das sagt was sollen sie denn sonst machen? Die Freibäder schließen, die Kinos sind abgewickelt. Es gibt kaum noch Freizeitmöglichkeiten, der Sportverein hat zu tun. Und durch Corona wird diese Situation natürlich normal verschärft. In einer Großstadt, da hast du viele Sportmöglichkeiten, beispielsweise. Also du musst nicht Fußball spielen, du kannst auch Eiskunstlauf machen. Oder du kannst Badminton spielen. Es gibt einfach viel, viel mehr Möglichkeiten. Man kann sich auch politisch engagieren und so weiter. In den Dörfern, da gibt es in der Regel die Freiwillige Feuerwehr und Ende der Fahnenstange. Mehr gibt es nicht.

SK:

Und man kann sich wahrscheinlich auch in der Großstadt nochmal eher andere Freunde suchen? Das glaube ich, ist auch ein großes Problem auf dem Land ...

TK:

Genau. Wie beim Alex. Wenn du nicht dazu gehörst, bist Du außen vor. Da gibt es keine große Auswahl an Leuten, die verschiedene Lebenskonzepte oder Ansichten haben. Es gibt vielleicht noch die Junge Gemeinde. Aber wenn du nicht in der Kirche bist, was, was willst du dort? Das heißt, in der Großstadt ist die Auswahl auch einer Lebensgestaltung und einer Freizeitgestaltung ohne Drogen, viel größer als in einer Kleinstadt. In einer Kleinstadt ist vieles weggebrochen, gibt es viele Freizeiteinrichtungen nicht mehr. Und auf der anderen Seite gibt es diese glücksverheißende Droge Crystal, die macht, dass du dich total toll fühlst, dass du glücklich bist, dass du Selbstwertgefühl hast, dass du dich unglaublich überschätzt. Mir haben Leute, die das konsumiert haben, erzählt, Du fühlst dich wie Gott, du kannst alles. Was übrigens auch, was mir die Chefärztin der Psychiatrie in Mühlhausen berichtete, dazu führt, dass es ganz viele Unfälle und auch mit tödlichem Verlauf gibt, von Leuten, die Crystal konsumiert haben, einfach weil sie sich kolossal überschätzen. Und es gibt Leute, die denken, sie können fliegen und springen aus dem Fenster. Es gibt Leute, die fahren mit dem Downhill-Fahrrad Berge runter, wo man eigentlich nicht mehr runter fahren sollte. Also Leute verunglücken auch. Die tauchen übrigens in keiner Todesstatistik für Drogentote auf.

SK:

Die drei Protagonisten, die du begleitet hast, die sind alle aus Thüringen. Ich gehe jetzt aber mal davon aus, dass es jetzt kein spezielles Thüringer Problem ist …

TK:

Crystal-Missbrauch findet überall statt im grenznahen Raum zu Tschechien, nicht nur in Thüringen, in Sachsen genauso wie in Bayern auch, aber eben auch in Thüringen. Es gibt alljährlich ein eine Untersuchung des Abwassers von 70 Großstädten in Europa. Und bei dieser Evaluierung wurde im Jahr 2019 festgestellt, dass die meisten Rückstände von Crystal im Abwasser von Erfurt waren. Erfurt ist quasi Crystal-Hauptstadt Europas. An zweiter Stelle, dicht dahinter, folgt Chemnitz. Chemnitz liegt in Sachsen, und an dritter Stelle ist Dresden ebenfalls in Sachsen. Interessanterweise Platz vier hat Bratislava in der Slowakei, und dann folgen erst tschechische Städte wie Brno und Budweis. Diese Untersuchung des Abwassers bezog sich allerdings nur auf das Abwasser von Großstädten. Die Kläranlagen von kleineren Gemeinden in der Provinz wurden bei dieser Evaluierung nicht untersucht. Insofern ist es kein Widerspruch zu dem, was wir beobachtet haben, dass Crystal Missbrauch überwiegend auch in der Provinz, in ländlichen Raum und in kleinen Städten stattfindet. Er findet sowohl in den Großstädten in Erfurt, Leipzig, Chemnitz statt, als auch in der mitteldeutschen Provinz.

SK:

Es gibt ja für die Leute, die auf dem Land leben noch ein Problem: Beratungsstellen, Hilfsangebote gibt es eher in den Großstädten. Müsste man da eigentlich nicht so eine Art Netzwerk aufbauen? so eine Art mobiles Drogen- Beratungsteam oder irgendwelche Beratungsstellen?

TK:

Ja, eh man sich dort in den Bus setzt... damit geht es schon los. Man hat es ja bei Nicole gesehen, Führerschein weg. Sie hat ein Problem, muss zur Beratung , hat aber kein Auto zur Verfügung. Die Beratungsstellen haben tagsüber geöffnet. Also wenn es einen späteren Termin gibt, für Nicole zum Beispiel, dann fährt gar kein Bus mehr, um dahin zu kommen. Tatsächlich ist das Suchthilfe-Netz unglaublich ausgedünnt. Oder es war vielleicht auch noch gar nicht sehr viel ausgeprägter. Es fehlen Beratungsstellen im ländlichen Raum in den Kleinstädten. Und der Kostenfaktor kann da kein Argument sein, weil, wenn man sieht, welche Folgekosten der Drogenmissbrauch hat oder wie lange es dauert, wie viel Geld es kostet, so einen Jungen wie den Ale, wieder hinzukriegen, ihn dazu zu befähigen, ein suchtfreies Leben zu führen. Wenn man diese ganzen Fallkosten, zusammenrechnet, dann muss doch klar sein, dass es ungleich viel billiger und preiswerter ist, ein Netzwerk der Beratung der Prävention aufzubauen. Bei Nicole war es auch so. Sie wollte wieder arbeiten gehen. Sie wollte Kontakt zu ihren Sohn halten und hat dringend eine Möglichkeit gesucht, ambulant sich behandeln zu lassen und von ihrem Wohnort bis zur nächsten ambulanten Sucht-Therapie waren es mit öffentlichen Verkehrsmitteln zwei bis drei Stunden Fahrzeit pro Strecke. Das ist für jemanden, der berufstätig ist, nicht zu leisten.

SK:

Die Konsumgruppe, die war, wenn ich das richtig im Kopf habe, so zwischen 18 und 35. Das sind also eher jüngere Menschen. Und es gibt auch offenbar sehr viele Frauen, die diese Droge nehmen, weil die unter anderem auch dafür sorgt, dass man wenig Hunger hat. Man nimmt ab, fühlt sich toll. Man fühlt sich offenbar auch sehr sexy. Und man hat - so zumindest kam das auch in dem bei dem Tobi durch - sehr viel Lust auf Sex ...

O-TOn Tobias

Irgendwann heute Abend gehe ich auf alle Fälle Bumsen Bisschen Körpernähe. Und so .. muss sein

TK:

Ja diese Droge Crystal macht, dass die natürlichen Hemmschwellen und Schutzfunktionen, die der Körper hat, ausgeschaltet sind. Also, du hast keine Angst, du hast keinen Kälteempfinden, du hast kein Hungergefühl, du spürst keine Müdigkeit, du fühlst dich unendlich leistungsfähig, und es ist auch eine ein sehr hohe sexuelle Stimulation damit verbunden. Das spielt auch eine Rolle. Also auch, dass man sich selbst überschätzt und dass auch die Schamgrenze fällt. Also das hängt ja alles irgendwie mit damit zusammen. Die Leute halten unheimlich lange durch. Also sie brauchen keinen Schlaf, so zwei, drei, vier Tage. Ich habe Leute getroffen, die waren sechs Tage lang nicht mehr im Bett oder haben nicht mehr geschlafen. Das führt natürlich dazu, dass irgendwann der Zusammenbruch kommt, weil der Körper ist ja nicht darauf ausgerichtet, dauerhaft eine hohe Herzfrequenzen, hohen Blutdruck auszuhalten. Du brauchst diese Ruhephasen zwischendurch. Und wenn die nicht mehr da sind, dann brechen die irgendwann zusammen. Mir wurde berichtet, dass nicht wenige mit 30 einen Herzinfarkt haben. Die versterben an Herzversagen – zählen im Zweifelsfall auch nicht zu den Drogenopfern, weil der Zusammenhang zwischen Drogenmissbrauch und diesem Herzversagen nicht immer festgestellt wird.

SK:

Jetzt haben wir gerade gehört, was die Droge mit den Leuten macht, wenn sie die nehmen. Woran zeigt sich denn der erste sozusagen die ersten negativen körperlichen Auswirkungen bei den Menschen, die Crystal Meth nehmen?

TK:

Körperliche Auswirkungen sind, sie magern unheimlich ab. Ich habe gestern eine junge Frau getroffen, die wahrscheinlich Crystal konsumiert und die ist unglaublich dünn geworden. Die hatte ich im September getroffen und war erschrocken, als ich sie gestern wieder getroffen habe. Die Zähne fallen zum Teil aus, verfaulen, die Haut wird schuppig. Und was ganz offensichtlich ist, ist, dass sie Psychosen entwickeln. Das ist ja eine Droge, die direkt im Gehirn wirkt. Das Dopamin wird angeregt und das führt dazu, dass, wenn diese Droge nicht mehr konsumiert wird, dass sie dann an Wahnvorstellungen entwickeln, das sich Depressionen ausbilden. Das kann man bei Tobi ganz gut sehen. Den habe ich auch vorgestern getroffen. Der war ziemlich betrübt, hatte für meine Begriffe eine eine ausgeprägte Depression, depressive Phase. Und viele fühlen sich auch verfolgt.

SK:

Wobei Tobi sich doch in eine Suchtklinik begeben hat, durchaus. Da hast du ihn ja auch getroffen?

TK:

Da hatte ich ihn getroffen. Er hat diese Therapie begonnen, um die Haftstrafe, die er abgesessen hatte, zu verkürzen. Therapie statt Strafe l- das war die einzige Motivation, aus dem Gefängnis heraus zu kommen. Tatsächlich wollte er sein Leben nicht wirklich ändern. Er hat keine Perspektive, hat kein Lebensplan. Er hat diese Therapie und die anschließende Adaption - die Vorbereitung auf ein normales bürgerliches Leben - die hat er beendet. Aber er ist schnurstracks zurückgekehrt in die Szene, aus der gekommen ist.

SK:

Ja, der hat nicht so richtig ein Plan. Den Ton, den habe ich auch noch mal raus gesucht. Du hast ihn ja da gefragt in dieser Klinik in Römhild.

O-TON Thomas Kasper und Tobias

Reporter: „Glaubst du, du wirst es diesmal schaffen?“

OT Tobias: „50 – 50.“

Reporter: „Dir fehlt noch die innere Motivation?“

Auch ja. Wie gesagt, der Antrieb fehlt mir, was ich so ausschlaggebend finde, ja. Ich habe auch zu nichts Bock so richtig.“

Reporter: „Was würdest du denn gerne machen? Also Job-mäßig, wenn du es dir aussuchen könntest?“

Du stellst mir wieder Fragen. Thomas, ehrlich, ich weiß es nicht. Hauptsache, es macht Spaß.“

Reporter: „KFZ-Schlosser oder in der Gastronomie?“

OT Tobias: „Gastronomie glaube ich eher nicht so. Irgendetwas Handwerkliches in der Richtung so.“

SK:

Ja, man hat das Gefühl, das ist eigentlich ein ganz freundlicher Typ. Ihr habt eine gute Ebene. Aber irgendwie wirkt das alles auch ganz schön destruktiv...

Tobi ist der älteste von den dreien. Der ist 39. Der Jüngste ist der Alex, jetzt noch 18, der wird bald 19.? Wie geht’s dem jetzt?

TK:

Der hat eine interessante Entwicklung durchgemacht, das sieht man auch. Der hat sich körperlich unheimlich gut entwickelt. Er ist wieder kräftig geworden. Er hat eine gute Gesichtsfarbe. Die sind dort in dieser Therapieeinrichtungen, wo er jetzt lebt, auch gezwungen, das schreiben die Regeln vor, sehr viel draußen Zeit zu verbringen. Also, der Tag beginnt, bei ihnen mit einem Spaziergang. Die laufen eine Runde durchs Dorf vorm Frühstück. Dann gibt es Frühstück, dann machen sie ihre Betten. Dann gibt es Arbeitstherapien. Auch sind es Sachen, die sie draußen machen, oder in der Tischlerei. Also sie sind auch körperlich fit. Sie machen viel Sport, es wird Schule nachgeholt, und insgesamt hat er sich unheimlich gut entwickelt, also körperlich. Es geht ihm viel, viel besser. Er ist kräftig geworden. Er hat Spaß am Sport und Bewegung, und er hat auch selber geistigen Fähigkeiten wieder erlangt. Das ist ja ganz, ganz schön zu sehen gewesen.

SK

Der Alex hat ja auch insofern Glück, dass er Unterstützung hat durch seine Familie. Du hast auch mit dem Vater gesprochen, der da auch extrem reflektiert war.

O-TOn Alex ater

Sicher ist Karriere gut, sicher ist Beruf gut, sicher ist auch Arbeit gut, aber ein Maß zu finden, mit dem Kind auf Sorgen und Fragen und Nöte einzugehen.“

Wir haben im Zuge seiner Biografieaufarbeitung viele Gespräche gehabt . Es hat eben diese Nähe gefehlt, auch wenn man geografisch ein bisschen auseinander waren. Aber hat quasi auch dieser dieses regelmäßig Zusammensein sehr gefehlt. Die Erkenntnisse, die man eigentlich allen Eltern mitgegeben muss, ist sich kümmern, ist das Wesentliche. Vernachlässigt man das, hat man auch ein bisschen ein Stück weit die Kontrolle verloren.

TK:

Also, die Familie ist einfach das A und O. Also, es ist das wichtigste Netzwerk, was sie haben. Und man sieht es auch bei den anderen beiden, bei Nicole und bei Tobi. Da gibt es Schwierigkeiten gibt es bei Tobi ist es der Vater, bei Nicole ist es ein schwieriges Verhältnis zur Mutter. Und bei denen läuft es ja nicht so gut. Und bei Alex gibt es die Familie, und die steht zu 100 Prozent hinter Alex. Und deshalb gelingt es ihm auch, aus diesen Sumpf des Drogenmissbrauchs herauszukommen. Also, der der Vater ist einfach wirklich eine unglaublich wichtige Person im Leben von Alex. Und das ist einfach eine coole Socke. Der Vater

SK:

Nicole, die hat ja auch ihre Drogensucht in in Angriff genommen, der war ja der Sohn weggenommen worden. Das Jugendamt hat das Kind in Obhut genommen, darunter hat sie extrem gelitten. Wie ist der Stand der Dinge bei Nicole? Die hat im Film ja irgendwann gesagt, sie möchte die Dreharbeiten nicht mehr weitermachen. Hast du denn jetzt noch Kontakt zu ihr?

TK

Ja, wir schreiben uns hin und wieder, und sie berichtet mir, wie es ihr derzeit geht und wie es weitergegangen ist. Sie wollte eigentlich eine ambulante Therapie beginnen. Das hat nicht geklappt, und sie hat dann eine Langzeittherapie in einer stationären Einrichtungen begonnen. Das war in Bayern, und das hat sie dann auch erfolgreich abgeschlossen. Das dauert sechs Monate. Man muss wissen, dass bei so stationären Behandlung, dass es erst einmal auch ein Kontaktverbot gibt. Also häufig werden die Handys eingezogen. Man will die Leute einfach loslösen von ihrem Milieu, von den Netzwerken, in denen sie sich bewegen. Sie sollen ankommen in dieser Therapieeinrichtung und bei sich. Und das heißt natürlich für diese junge Mutter, dass sie auch erst einmal keinen Kontakt zu ihrem Sohn hatte. Das ist für beide Beteiligten, für den Sohn, der sehr an der Mutter hängt und auch für Nicole, die eine sehr, sehr liebevolle Mutter ist, ist das natürlich ganz dramatisch gewesen. Sie hatte keine Chance - eine ambulante Therapie kam für sie nicht infrage. Die gab es nicht in ihrem Umfeld, und insofern hat sie sich entschlossen, eine Langzeittherapie zu machen. Die hat sie erfolgreich abgeschlossen, ist wieder nach Hause zurückgekehrt und hat jetzt einen regelmäßigen Kontakt zu ihrem Sohn. Der ist alle 14 Tage bei ihr übers Wochenende. Auch in den Osterferien wird er bei ihr sein, und beide genießen die Zeit unglaublich. Und sie hofft, dass der Junge, der jetzt inzwischen zwölf ist, dann irgendwann im Sommer dauerhaft zurück zu ihr zurückkehren kann.

SK:

Okay, also, sie hat das geschafft, ist von den Drogen los. Aber das Kind hat sie noch nicht vollständig zu genau. Und ganz zum Schluss noch mal das Update Alex?

TK:

Es geht ihm sehr gut, und er möchte eine Ausbildung zum Rettungssanitäter beginnen. Zuvor will er ein Praktikum in einem Impf-Zentrum machen, da hat er sich gerade beworben und er will den Führerschein machen. Also er hat Pläne, drei Sachen, das Praktikum, den Führerschein und später eine Ausbildung zum Rettungssanitäter. Und da freut er sich sehr drauf.

SK:

Ja, da drücken wir mal die Daumen, dass das auch alles so klappt, wie er sich das vorstellt. Also das heißt wir können zusammenfassen auf jeden Fall. Zwei von den drei Protagonisten sind auf einem guten Weg. Bei Tobi ist es wahrscheinlich noch so ein bisschen unsicher. Hoffen wir natürlich auch das Beste. Thomas, Dankeschön du, jetzt schon zum zweiten Mal zu Gast in unserem Podcast warst. Ich weise auch gern noch mal hin, wer mehr von Thomas Kasper hören möchte: Folge 15 „Betteln, saufen, sterben - Obdachlose am Leipziger Hauptbahnhof“

TK:

Vielen Dank, dass ich hier noch einmal erzählen durfte. Und in Leipzig gibt es übrigens zum Abschluss auch noch eine ganz gute Entwicklung, die mich selbst überrascht hat. Und zwar der Sigi, der Sigi aus der Obdachlosen-Doku. der hat aufgehört zu trinken. Hat mir berichtet, er hatte schlimme Entzugserscheinungen, jetzt scheint er so ein bisschen über den Berg zu sein. Ich habe ihn getroffen. Er saß da mit einem alkoholfreien Bier und sah viel besser aus. Es ist wirklich erstaunlich, innerhalb von wenigen Tagen und Wochen, wenn du aufhörst zu trinken, wie sich der Körper erholt. Das ist also hat mich sehr gefreut. Und auch dort gibt es möglicherweise eine Fortsetzung.

SK:

Ja, auch da drücken Sie die Daumen. Thomas, dann hab vielen vielen Dank und hoffentlich bis zum nächsten Mal.

Abmoderation: :

Das war der Podcast „MDR Investigativ - Hinter der Recherche“. In den Podcast-Shownotes finden Sie Links zum Film von Thomas Kasper und weitere Hintergrundinformationen. Wenn Ihnen unser Podcast gefällt, dann freuen wir uns über eine Bewertung. Anregungen und Kritik können sie auch gern per E-Mail schicken, dann an investigativ@mdr.de. Die nächste Podcast Folge erscheint am 9.April. Das ist der Freitag in zwei Wochen. Dann soll es hier um das Thema „Mafiakolonie Ostdeutschland“ gehen. Wie die italienische Mafia sich nach der Wende die Territorien in den neuen Bundesländern aufgeteilt hat und bis heute hier vor Ort ist. Ich freue mich, wenn sie dann wieder zuhören. Bis dahin, machen Sie es gut

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