Schwierige Beweislage Verfahren gegen Beschuldigte im Fall "Husarenhof" Bautzen eingestellt

Krimminalpolizei vor Ort am abgebrannten ehemalige Hotel "Husarenhof" in Bautzen.
Die Einstellung der Ermittlungen erfolgte "mangels hinreichenden Tatverdachts". Bildrechte: MDR/Rocci Klein

Die Ermittlungen zum Brandanschlag auf eine geplante Asylunterkunft in Bautzen stehen wieder am Anfang. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden am Mittwoch mitteilte, hat sie ihre Ermittlungen gegen drei Verdächtige eingestellt. Ihnen habe nicht nachgewiesen werden können, dass sie für den Brand des ehemaligen Hotels "Husarenhof" verantwortlich sind.

Aussagen eines Zeugen hatten im vergangenen Jahr umfassende Ermittlungen ausgelöst. Dieser hätte nach eigenen Angaben das Tatgeschehen aber nicht selbst beobachtet, sondern sei lediglich ein sogenannter Zeuge "vom Hörensagen" gewesen, so die Behörde. Seine Aussagen seien durch zahlreiche weitere Zeugenvernehmungen zum Teil widerlegt oder zumindest nicht bestätigt worden.

Keine weiteren Ermittlungsansätze

Auch Durchsuchungen von Wohnungen und die Auswertung von Fingerabdrücken und DNA-Spuren reichten laut Staatsanwaltschaft nicht aus, um den drei Personen die Tat nachzuweisen. Die drei hatten die Vorwürfe immer bestritten. Weitere Ermittlungsansätze gibt es laut der Behörde derzeit nicht. "Wir haben derzeit alle Ermittlungsansätze abgearbeitet, sollten sich aber neue Spuren und neue Ansätze finden, werden wir die Ermittlungen wieder aufnhemen," sagte der die Generalstaatsanwaltschaft zu MDR SACHSEN.

Der "Husarenhof" war in der Nacht zum 21. Februar 2016 in Brand gesteckt worden. Schaulustige zeigten damals laut Polizei "unverhohlene Freude" und kommentierten den Brand mit abfälligen Bemerkungen über Flüchtlinge. Dies sorgte bundesweit für Entsetzen.

Haftstrafen für Störer

Das Amtsgericht Bautzen hatte im November vergangenen Jahres zwei Männer zu Jugendhaftstrafen verurteilt, die beim Brand des ehemaligen Hotels Platzverweisen der Polizei nicht nachkamen und gegenüber Einsatzkräften handgreiflich wurden. Im Februar dieses Jahres wurde deswegen ein weiterer 20-jähriger Mann zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

Über dieses Thema berichtet MDR SACHSEN auch im Radio und Fernsehen: MDR 1 RADIO SACHSEN | 08.03.2017 | Nachrichten ab 13:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 08.03.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 08. März 2017, 19:12 Uhr

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7 Kommentare

10.03.2017 09:20 Herbert Wallasch, Pirna 7

An @6 -HmHmHm- natürlich sind die Taten verwerflich, doch hier geht es darum was daraus gemacht wird und für was einen Zweck. Es gibt immer und überall Leute, die sich feiern, wenn dem Gegner Schaden zugefügt wurde, moralisch verwerflich, doch so ist nunmal die Welt. Übrigens gibt es diverse private Handyvideos von jeder politischen Extreme und der moralische Ruf nach Konsequenzen, bleibt ein Ruf. Oder man macht besondere politische Gesetze, dies ist aber nicht gewünscht, man will kriminalisieren, deshalb auch vielfach die verwirrenden schnellen Schlußfolgerungen mancher Behörden. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, manche wollen oder sollen sich provilieren, Moral wird da überall nach Zweck gebeugt. Sie sind womöglich noch ein Gutmensch mit moralischen Werten in der Weltbeurteilung, Gott erhalte recht lange ihre Gutgläubigkeit.

09.03.2017 14:45 Hmhmhm an Herbert Wallasch 5 6

Wieso, ich bin doch aus der Deckung rausgekommen? Zu den Tatsachen, unabhängig davon, dass und warum auch immer diese bisher nicht geahndet wurden/geahndet werden konnten: 1) Die Brandstiftung im Husarenhof als geplanter Asylunterkunft ist eine erwiesene und weder von Polizei noch Justiz bezweifelte Tatsache, die übrigens nicht nur die Unterkunft von Asylsuchenden verhinderte, sondern darüber hinaus uns allen, auch Asylgegnern, unnötige Kosten aufdrängt. 2) Die Brandstiftung ist vor Ort, in gewissen Netzwerken, einschließlich des Handyvideos ("Saubere Arbeit, Kameraden, Heil Hitler") gefeiert worden. So, und nu mal Butter bei die Fische, Wallasch. Wie halten Sie´s damit?

09.03.2017 12:06 Herbert Wallasch, Pirna 5

An @4 -HmHmHm - Mein Gott, immer die selbe Argumentation, kommen sie doch mal raus aus ihrer Deckung und warten sie nicht erst die angeblich öffentliche Meinung ab. Ursache und Wirkung, wem nutzt was zu welchen Zeitpunkt, das ist das Maß der Logik und hier ist das doch so offentsichtlich, daß man was finden wollte und die öffentliche Meinung manipulieren wollte und will. Das Wort Populisten hat nicht nur eine Seite für sich gepachtet.

09.03.2017 10:53 Hmhmhm zu Herbert Wall(a?)sch Pirna 4

Glauben Sie zu wissen, dass es so ist oder wissen Sie mehr als hier gesagt wird oder kann das gar nicht anders sein?

09.03.2017 10:50 Frager 3

Mal abgesehen vom gewohnten Nonsens des Agnostikers - hat es einen Grund, dass er jetzt auch noch jiddisch zu radebrechen versucht ?

08.03.2017 20:48 Agnostiker 2

Solche Zeugen sind "geschichtsnotorisch".
Im Falle der Erwischtwerdens ist bei den meisten von ihnen von Reue keine Spur. Entweder fuehren sie den Volks(um)erzieherischen Charakter ihres Tuns ins Feld, oder sie behaupten frech: "Es hett` ja kennen sejn..."

08.03.2017 19:57 Herbert Wallsch, Pirna 1

Alles war wieder purer Aktionismus, jetzt muß ich Flagge zeigen, jetzt will ich als ein guter Mensch wargenommen werden, alles moralischen Selbstbeweihräucherung. In der Zwischenzeit köcheln sich andere eine eigene Suppe zurecht, zielgerichtet, manipulierend, aber eben vielfach absolut diletantisch. Hier bestimmen womöglich Beziehungen und nicht die fachlische Qualifikation die Sprünge auf der Karriereleiter.