Zehn Fragen an... Nadine Witt

Unsere Moderatorin Nadine Witt können Sie sowohl im Tages- als auch im Abendprogramm bei MDR THÜRINGEN - Das Radio hören. Angefangen hat alles mit der Nachvertonung eines Diplomfilms einer Freundin. Das hörten Redakteure vom KiKA und so wurde Nadine Witt zur weiblichen Stationvoice und Trailerstimme des Kinderkanals. Da war der Weg zum Hörfunk nicht weit. Seit 2008 arbeitet sie bei uns. Im Radio moderiert Nadine Witt den Mittag, den Radiogarten und die sonntägliche Kultursendung "Marlene". Und hier stellt sie sich kurz vor.

Nadine Witt
On the Air - Was ist für Sie das Schönste am Moderatorenberuf?
Nadine Witt: Spontan sein und begeistern. Es ist jeden Tag eine Herausforderung nichts großartig planen zu können und einfach alles auf sich zukommen zu lassen. Ich weiß nie, was mich erwartet oder was passiert und das ist gut so. Also einfach Katzenohren auf und los...
Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Take it easy - Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Immer schön cool bleiben. Ich versuche gelassener durchs Leben zu gehen und auch in komplizierten und schwierigen Situationen die Ruhe zu bewahren. Nach dem Motto: Auch das geht vorüber...

Music was my first love – Was hat Sie zum Moderatorenberuf inspiriert?

Eigentlich die Tatsache, dass so viele Menschen von meiner Stimme begeistert waren. Als Studentin habe ich bei einer Freundin im Diplomfilm mitgespielt und weil die Tonspur nicht funktioniert hat, musste nachvertont werden. Naja und so kam eins zum anderen. Das haben Redakteure des KiKA gehört und so wurde ich Sprecherin beim KiKA. 2002 war das, naja, und ich mache das bis heute. Also wenn Sie beim KiKA die Programmvorschau hören und da spricht eine Frau, dann bin ich das. Der KiKA war dann praktisch der Start für eine Karriere am Mikrofon. Ich habe dann gleich nach dem Studium für verschiedene Radioprogramme in Sachsen und Thüringen gearbeitet, allerdings erst mal als Redakteurin und Reporterin. Moderieren wollte ich bei den Privatsendern nicht. Diese Leidenschaft habe ich erst später entdeckt, als ich bei MDR THÜRINGEN angefangen habe. Und was soll ich sagen? Es ist genau meins und ich liebe es!

The Working Man - Astronaut oder Eisverkäufer: Was wäre ihr Plan B zum Moderatorenberuf gewesen?

Es gab ehrlich gesagt überhaupt keinen richtigen Plan, also weder A noch B. Nach dem Abi habe ich mich gefragt, wofür ich mich so interessiere - das waren Sprachen, Filme und Bücher. Und unter diesen Vorgaben habe ich mich nach Studiengängen umgeschaut und bin letztendlich gar nicht in die weite Welt hinaus und an der Uni Erfurt gelandet. Da habe ich dann Literaturwissenschaft und Kommunikationswissenschaft studiert. Wenn ich nicht durch Zufall beim Radio gelandet wäre, hätte ich vermutlich trotzdem irgendwas im Medien- oder vielleicht auch im Theaterbereich gemacht.

Hölle, Hölle, Hölle – Erwischen Sie sich auch manchmal dabei, ein Lied mitzusingen, das Sie eigentlich gar nicht mögen?

Ja, das bringt der Job so mit sich. Peter Cornelius "Du entschuldige i kenn di" ist so ein Lied. Da kann ich gar nicht anders als mitträllern, obwohl ich das Lied ehrlich gesagt überhaupt nicht mag. Die meisten Songs die wir bei MDR THÜRINGEN im Programm spielen, mag ich aber sehr und ja, die singe ich auch oft mit. Das liegt sicher auch daran, dass ich unheimlich gern zu Karaoke-Partys gehe und singe. Und das Tolle ist, dass ich durch meinen Job oft sehr textsicher bin. Qualitativ lässt es aber sicher auch zu wünschen übrig. Bester Beweis dafür: manchmal machen die Kollegen die Studiotür zu, von außen...

Unbelievable - Was war für Sie die bisher kurioseste Berichterstattung?

Ein Interview mit Peter Maffay in Unterhose. Das war im April 2009 vor einem Konzert in der Erfurter Messehalle. Ich sollte einen Beitrag über das Maffay-Konzert machen. Geplant war, auf das Konzert zu gehen und die Stimmung einzufangen. Peter Maffay vor das Mikro zu bekommen war an sich nur Zufall. Ich selber hatte nämlich gar keine Akkreditierung und bin ganz spontan mit den Fernseh-Kollegen vom MDR THÜRINGEN JOURNAL mit gegangen. Die durften ihn nämlich bei einer Massage vor dem Konzert drehen. Ich habe ihn vor der Massage gefragt, ob ich ihn im Anschluss kurz interviewen darf, da meinte er: Klar, kein Problem und ich sollte einfach vor der Tür auf ihn warten. Das habe ich artig getan und als er fertig war, kam Peter Maffay in Unterhosen raus und hat mich so über den Flur mit Backstage genommen. Das werde ich nie vergessen, auch die Farbe der Unterhose nicht. Er hat sich dann aber gleich was übergezogen und sich 20 Minuten Zeit für mich genommen und alle meine Fragen beantwortet. Und als ich gehen wollte, hat er mir noch einen Apfel aufgeschwatzt, der wahrscheinlich nur zur Deko in seinem Zimmer stand. Nach langem Hin und Her habe ich den Apfel dann eingesteckt und war am Ende eines langen Arbeitstages bzw. einer arbeitsreichen Nacht sehr froh, als ich diesen Apfel in meiner Tasche gefunden habe. Ein paar Jahre später habe ich mich bei Peter Maffay revanchiert. Als er bei uns im MDR LANDESFUNKHAUS THÜRINGEN in Erfurt ein Studiokonzert gegeben hat, durfte ich den Abend moderieren - da habe mich dann bei ihm mit selbstgemachtem Apfelgelee bedankt.

Perfect Day - Was tun Sie am liebsten, wenn Sie gerade nicht moderieren?

Dann sitze ich am liebsten in meinem kleinen Atelier an der Nähmaschine. Seit ein paar Jahren habe ich ein kleines Label und nähe hauptsächlich Kuscheltiere, die ich selbst entwerfe. Zum Beispiel Erdmännchen, Elefanten, Pinguine, Esel, Hunde, Füchse, Eulen, Katzen, Nashörner, Seepferdchen oder Einhörner. Jedes Jahr kommen ein oder zwei neue Tierchen dazu und so wächst mein Sortiment mehr und mehr. Die Tiere biete ich dann auf Kreativmärkten oder übers Internet an - und ich freue mich jedesmal wie ein kleines Kind, wenn meine kleinen Produkte anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Roll over Beethoven - Welche Musiker und Songs haben Sie geprägt?

Mit 14 Jahren habe ich angefangen, Kassetten aufzunehmen und mir meine Lieblingslieder zusammenzustellen. Auf meiner ersten Kassette waren die Beatles drauf. Die höre ich bis heute unglaublich gern. Musikalisch ging es dann weiter über Janis Joplin und alle Künstler, die beim legendären Woodstock-Festival aufgetreten sind. Nach dieser Hippie-Phase habe ich Rockmusik entdeckt und schließlich angekommen bin ich musikalisch bei klassischer Singer-Songwriter-Musik. Ich mag tiefsinnige Songs. Egal in welcher Sprache und mit welchem Beat - Hauptsache, sie berühren mich irgendwie.

River deep, Mountain high - Was macht Thüringen für Sie aus?

Thüringen ist meine Heimat. Hier bin ich Zuhause, hier habe ich meine Wurzeln, meine Familie. Hier fühle ich mich wohl.

Pork and Beans - Was ist Ihr Thüringer Leibgericht?

Sagosuppe mit Fleischklößchen und Eierstich. Das hat meine Oma immer für mich gekocht, mit Petersilie aus ihrem Garten.

You can't judge a book by its cover - Welche Bücher oder Filme empfehlen Sie gerne weiter?

Mein absoluter Lieblingsfilm ist "O Brother, Where art thou?" von den Coen Brüdern. Ich mag deren Humor und überhaupt alle ihre Filme. Über "O Brother, Where art thou?" habe ich meine Magister-Arbeit geschrieben und ihn auf Parallelen zu Homers Odysee untersucht. Das finde ich bis heute super spannend. Ein Buch das mich sehr beeindruckt hat ist "Meine Schwester lebt auf dem Kaminsims" von Annabel Pitcher. Absolut lesenswert!