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Stefan Nölke

Redaktionsleiter Radio und Redakteur für Geschichte

Stefan Nölke
Bildrechte: MDR/Jakob Wierzba

Welches Bildungserlebnis ist Ihnen in Erinnerung geblieben?

Mein Geschichtslehrer Dr. Schmidt war jemand, der mich sehr geprägt hat. Hoch gebildet, katholisch, konservativ, dennoch liberal, witzig und ein wenig exzentrisch. Er spannte in jeder Stunde den großen Bogen von den alten Römern zur aktuellen Weltlage. Das leitete er ein mit der rhetorischen Frage: "Und warum interessiert uns eigentlich der kalte Kaffee von vorgestern?". Prophetisch seine Worte, an der Weltlage würde sich erst etwas ändern, wenn in der Sowjetunion ein Dubcek ans Ruder käme. So geschah es dann auch 10 Jahre später. Er gehörte noch zur Kriegsgeneration. Als Goebbels den totalen Krieg erklärte, lag er mit seiner Panzertruppe an der Ostfront und hörte die Rede über den Volksempfänger. Als die Volksmassen völlig irre "Ja" geschrien haben, sei ihm Angst und Bange geworden. Dass ich selbst Geschichte studiert habe, ist ihm zu verdanken.

Woran glauben Sie?

Ich glaube, es macht Sinn daran zu glauben, dass eine bessere Welt möglich ist.