Mo 23.09. 2019 09:05Uhr 30:00 min

Lesezeit Die geheimen Depots von Buchenwald (1) – Doku-Serie in 7 Folgen

1. Folge: Der Steinbruch auf dem Ettersberg

Von Peter-Hugo Scholz

Komplette Sendung

Soldaten untersuchen Trümmer in einem Steinbruch. 30 min
Bildrechte: Archiv Bernd Schmidt
MDR KULTUR - Das Radio Mo, 23.09.2019 09:05 09:35
Deutschland zu Jahresbeginn 1945. Vom Osten rücken die Soldaten der Roten Armee auf Berlin vor. Vom Westen nähern sich die Truppen der West-Alliierten. Es sind die letzten Monate, die letzten Wochen des Krieges. Das Führungshauptamt der SS wird von Berlin nach Thüringen verlagert, ins Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar. Die ohnehin grausamen Zustände dort werden immer unerträglicher, denn aus den "evakuierten" Arbeits- und Vernichtungslagern im Osten werden hier tausende Häftlinge eingepfercht. Auch die ihnen und ihren ermordeten Leidensgenossen geraubten Wertsachen verfrachtet die SS nach Buchenwald.

Im Steinbruch auf dem Ettersberg bemerken Häftlinge, wie die SS Sprengungen durchführt. Die Sprengungen verschließen zwei Eingänge zu unterirdischen Depots mit Schutt und Geröll. Was ist dort versteckt worden? Nach der Befreiung des KZ Buchenwald durch US-amerikanische Truppen im April 1945 bekommt Major McBee von Häftlingen Hinweise auf die beiden Bunker in den Felswänden. Der Offizier der US-Army lässt graben und stößt auf zwei geheime Depots voller Gold und Silberwaren. Neun Lastkraftwagen transportieren das Raubgut der Nazis nach Frankfurt am Main. Dort lagert bereits das Reichsgold, das im Thüringischen Salz-Bergwerk Merkers entdeckt worden war. Von Frankfurt aus wird es in die USA und nach England gebracht. Es sollte 40 Jahre dauern, bis in den freigegebenen Archivbeständen in Washington eine Skizze entdeckt wird. Sie gibt Hinweise auf weitere sechs Stollen im Steinbruch. Aber wer hat sie angefertigt? Wer kannte sie? Wie kam sie ins Archiv und vor allem: Warum wusste Major McBee nichts von dieser Skizze? Gibt es die sechs Bunker wirklich, und was könnte dort noch zu finden sein? Vermisst wird noch vieles.


* Der Autor Peter-Hugo Scholz
Peter-Hugo Scholz (1954-2019) 1975 Abitur in der Lutherstadt Wittenberg. 1976-80 Journalistik-Studium an der Uni Leipzig, 1980-84 wiss. Assistent im Forschungsbereich Journalismus der Entwicklungsländer. 1985 Promotion zur Fremdbestimmung der Massenmedien in Afrika und Asien. 1985-86 Afrika-Redakteur der "Jungen Welt". Ab 1986 freier Journalist und Dozent. 1991-94 Pressesprecher des Internationalen Leipziger Festivals für Dokumentar- und Animationsfilm und für das internationale Tanz- & Folkfest Rudolstadt. Seit 1995 freier Hörfunk-Mitarbeiter bei MDR INFO und MDR KULTUR. Seit 1997 auch fernsehjournalistische Arbeit für den MDR, den BR, das ZDF und arte sowie freier Filmautor. Zuletzt produzierte MDR KULTUR seine Radio-Features "Schnee von gestern" (2007), "Dresden, 14. Februar 1945: Tiefflieger am Elbufer" (2013), "Die Vergessenen von Quiriquina" (2013), "Der Schneider der Präsidenten" (2018). Er starb am 23. September 2019.
Mitwirkende
Regie: Nikolai von Koslowski
Produktion: MDR 2018
Darsteller
SprecherInnen:
Lisa Hrdina – Erzählerin
Walter Renneisen – Übersetzer
Udo Schenk – Zitator