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Schön und nützlich: Insekten lieben die Duftnessel. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

InsektenfreundlichDuftnessel – Bienenfutter für trockene StandorteBot.: Agastache

von Estha Taddigs

Stand: 20. August 2022, 11:17 Uhr

Duftnesseln ähneln vom Aussehen her Taub- und Brennnesseln. Sie ziehen Insekten magisch an und können im Garten als Zier- und Gewürzpflanzen angebaut werden. Je nach Sorte wachsen sie hoch und buschig oder flach und locker verzweigt.

Ein Insektenschmaus, der kaum Wasser und Pflege benötigt - besser geht es für den naturnahen Garten kaum. Die Duftnessel vereint diese Eigenschaften und kann zudem noch in der Küche verwendet werden.

Die Duftnessel auf einen Blick
HeimatChina, Japan, Nordamerika
PflanzenfamilieTaubnesselgewächse (Lamiaceae)
WuchsJe nach Sorte buschiger Wuchs mit aufrechten Stängeln bis 2,50 Metern Wuchshöhe oder flacher Wuchs mit locker verweigten Stängeln, die bis 30 Zentimetern hoch werden.
Blüteja, verschiedene Farben entweder in dichten Scheinähren in Weiß bis Blau oder in Gruppen und Quirlen angeordnete Blüten von rosa, rot bis Orange; Blütezeit von Ende Juni bis September
Standortvolle Sonne
Bodennährstoffreich und durchlässig
Winterhartja
Mehrjährigja
BesonderheitenDie Staude ist zwar mehrjährig, hält sich allerdings oft nicht besonders lange. Das ist jedoch kein Problem, da sie sich selbst aussät. Duftnesseln verströmen, wie der Name schon sagt, einen besonderen Duft. Je nach Sorte riechen sie vor allem nach Anis oder Fenchel.

Die Duftnessel im Garten pflanzen

Duftnesseln können vom Frühjahr bis zum Herbst gepflanzt werden. Je trockener der Standort ist, desto winterhärter ist die Pflanze, da sie mit Staunässe nicht zurechtkommt. Daher sollte der Boden unbedingt durchlässig sein. Ein Platz an der vollen Sonne ist für die Duftnessel am besten geeignet. Lediglich die Agastache rugosa verträgt feuchteren und schwereren Boden.

Da die Duftnessel einen nährstoffreichen Boden bevorzugt, kann dieser vor dem Pflanzen mit etwas Kompost angereichert werden. Ein Pflanzabstand von etwa einem Meter ist für die Duftnesseln üblich, da sie mitunter sehr buschig wachsen.

Duftnessel 'Kudos Gold': Agastachen haben angenehm duftende Blüten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Duftnessel durch Teilung vermehren

Im Frühjahr ist der perfekte Zeitpunkt, um die Duftnessel zu teilen und so zu vermehren. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit, die Staude über halbreife Stecklinge zu vermehren, die im Spätsommer nach der Blüte geschnitten werden. Außerdem bilden Duftnesseln Samen, die genutzt werden können, um mehr Pflanzen zu ziehen. Allerdings funktioniert die Vermehrung über Samen nur bei samenfesten Arten. Bei Zuchtformen funktioniert das nur über Stecklinge und Teilung.

Durftnessel gießen, pflegen, schneiden und düngen

Duftnesseln sind sehr pflegeleicht. Sie müssen nicht zurückgeschnitten werden. Das ist nur notwendig, wenn die Vermehrung durch Samen verhindert werden soll. Vor allem im Winter sehen die hohen Staudenstiele und ihre getrockneten Blüten allerdings auch sehr schön aus. Es lohnt sich, sie stehen zu lassen.

Im Frühjahr freut sich die Staude außerdem über eine Düngergabe. Kompost oder ein anderer organischer Dünger eignet sich dazu besonders gut. So bekommen sie Kraft für die Bildung neuer Triebe.

Duftnessel im Garten in Szene setzen

Durch ihre kräftigen Farben und die ausladende Größe vieler Sorten ist die Duftnessel ein Blickfang in jedem Staudenbeet. Neben anderen Stauden mit ähnlichen Anforderungen und ähnlichem Wuchsstil, wie zum Beispiel der Prachtkerze (Gaura) oder der Goldrute (Solidago) sieht sie besonders gut aus und füllt große Teile des Beetes.

Aber auch neben zarteren Stauden wie Dahlien, Kugeldisteln (Echinops) oder Sonnenhut (Echinacea) kann die Duftnessel einen wunderschönen Kontrast bilden. Wer es bunt mag, kombiniert Stauden mit Komplementärfarben miteinander. Vor der violetten Duftnessel kommt der gelbe Sonnenhut besonders gut zur Geltung.

Die knalligen Farben der Duftnessel sehen in jedem Beet einfach schön aus. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Die Duftnessel in der Küche verwenden

Aus den wohlduftenden Blättern der Duftnessel lässt sich ein Teeaufguss herstellen. Je nach Sorte schmeckt er vor allem nach Anis oder Fenchel. Außerdem eignen sich die Blätter zur Verfeinerung von Süßspeisen.

Auch die Blüten können in der Küche eingesetzt werden. Sie sind essbar und werten Gerichte optisch durch ihre knalligen Farben auf.

Schädlinge und Krankheiten bei Duftnesseln

Duftnesseln sind insgesamt nicht besonders krankheitsanfällig. Allerdings finden Schnecken die Duftnessel zum Anbeißen. Sie sollten daher unbedingt trocken genug stehen und die Schnecken bei anhaltend feuchtem Wetter abgesammelt werden.

Stauden fürs Trockenbeet

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 21. August 2022 | 08:30 Uhr