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Bildrechte: imago images/Martin Müller

Forum DirigierenDirigentin Franziska Kuba: "Das Dirigieren macht mich süchtig"

24. November 2021, 00:00 Uhr

Der Deutsche Musikrat hat zum vierten Mal beim "Forum Dirigieren" in Zusammenarbeit mit dem RIAS Kammerchor den Deutschen Chordirigentenpreis vergeben. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren erhalten die Preisträgerinnen und Preisträger die Möglichkeit, mit professionellen Orchestern und Chören zu proben und auch zu konzertieren. Zur Siegerin des Publikumspreises wurde die in Leipzig beheimatete Franziska Kuba gekürt.

Ich bin, ehrlich gesagt, immer eher zurückhaltend gewesen, ob ich das machen möchte (...) und bin dann aber irgendwann auf den Trichter gekommen, dass mich das [Dirigieren] süchtig macht.

Franziska Kuba, Dirigentin

Ein Stück mehr Selbstbewusstsein

Wie große Flügelräder kreisen ihre Arme in Francisco Guerreros sechsstimmigem "O Sacrum convivum". An anderer Stelle hebt sie die Töne mit ihren Händen wie ein Schaufelbagger aus der Tiefe. Ihr Stil mag auf manche befremdlich wirken, das Publikum im Finalkonzert des Deutschen Chordirigentenpreises am Samstagabend in Berlin ist sich hingegen einig: es kürt Franziska Kuba zur Siegerin des Publikumspreises. Und verschafft der sympathischen Dirigentin wieder ein Stück mehr Selbstbewusstsein.

Bildrechte: Franziska Kuba

Anfangs war ich tatsächlich ein wenig überfordert, weil ich immer zu jemandem Neues gekommen bin bei diesen Kursen und die immer gesagt haben, also das, was du machst, ist wirklich so ein Quatsch.

Franziska Kuba, Dirigentin

Den eigenen Stil entdecken

Aber ebenso hat man sie ermutigt und ihr neue Wege aufgezeigt. Seit einigen Jahren schon gehört Franziska Kuba zum Förderprogramm Forum Dirigieren des Deutschen Musikrates: "Ich habe irgendwann auch gelernt, dass das Dirigieren etwas wahnsinnig Individuelles ist und ich finde es irgendwie toll, dass man einen eigenen Stil entwickeln muss – zwangsläufig – einfach, weil man eine andere Statur hat, weil man eine andere Stimme hat. Weil man eine andere Persönlichkeit hat, muss man irgendwie seinen eigenen Weg finden."

Verantwortung und Führungsqualitäten

Um einen Chor mit höchst unterschiedlichen Persönlichkeiten zu führen, darf man nicht schüchtern und introvertiert sein. Franziska Kuba findet mit ihrer freundlich-offen Art einen direkten Zugang, ist sich ihrer Verantwortung bewusst: "Egal was ich mache, es wird einfach kopiert und das führt zu einem sehr direkten Austausch mit den Sängerinnen und Sängern. Das hat man mit Instrumenten so nicht. Und ich finde das Beeindruckende, wie man durch kleinste Veränderungen – und das macht ehrlich gesagt auch manchmal Angst – ganz unterschiedliche Klänge herausbekommen kann."

Mit Chören Besonderes wagen

Zu ihrem bisherigen Weg gehörte ein Chordirigierstudium an der Weimarer Musikhochschule und ein Studium für historischen Gesang an der Leipziger Hochschule „Felix Mendelssohn-Bartholdy“. Das Jahr 2018 war ein Besonderes für Franziska Kuba: nicht nur, dass sie am Leipziger Schauspiel bei Faust I und II die Chorleitung übernahm, man übertrug ihr auch in der Nachfolge von Gregor Meyer die künstlerische Leitung des Vocalconsorts Leipzig. Die breite Chorszene in Leipzig ist immer wieder Ansporn für die junge Musikerin:

Ich finde, das motiviert wahnsinnig, sich neue Ideen einfallen zu lassen, in denen man sich abheben kann von den anderen Ensembles.

Franziska Kuba, Dirigentin

Dieses Thema im Programm:MDR KLASSIK | 24. November 2021 | 08:40 Uhr

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