MDR AKTUELL - Meldungen um 6:30 Uhr


Landesärztekammer beklagt Ärztemangel bei Gesundheitsämtern

Die Sächsische Landesärztekammer beklagt einen Ärztemangel bei den Gesundheitsämtern. Vizepräsidentin Albrecht sagte MDR AKTUELL, es gebe Fälle, in denen Stellen über Jahre nicht hätten besetzt werden können. Der Landesverband der Ärztinnen und Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst verwies zudem darauf, dass in Sachsen in den nächsten acht Jahren ein Drittel der Amtsärzte in Rente gehe. Der Marburger Bund macht die schlechtere Bezahlung für den Personalmangel verantwortlich. Er fordert deswegen einen Tarifvertrag. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände wies das zurück. Amtsärzte würden bereits nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst bezahlt.


Thüringen: Noch kein Geld für Schüler-Computer beantragt

In Thüringen stockt die Umsetzung eines Sofortprogramms zur Anschaffung von Schüler-Computern. Das Bildungsministerium teilte mit, die Schulträger hätten noch keine Anträge stellen können, weil die nötige Richtlinie fehle. Sie werde derzeit noch geprüft. In Sachsen wurden laut Kultusministerium bereits mehr als 80 Prozent des verfügbaren Geldes ausgezahlt, in Sachsen-Anhalt die gesamte Summe. Hier sollen kurz nach Schulstart die ersten Geräte in den Schulen sein. - Das Geld kommt vom Bund. Insgesamt wurden 500 Millionen Euro bereitgestellt, damit Schulen während der Corona-Pandemie Laptops für bedürftige Kinder anschaffen können.


Erneut Gewalt in Belarus

In Belarus ist es in der Nacht erneut zu Gewalt gekommen. In sozialen Medien gab es vor allem aus der Hauptstadt Minsk viele Berichte von Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten. Im Nachrichtenkanal Telegram wurden Videos veröffentlicht, die zeigen, wie Uniformierte Zivilisten verprügelten. Auf anderen Videos war zu sehen, dass die Polizei erneut Blendgranaten und Gummigeschosse gegen Demonstranten einsetzte. Diese wehrten sich mit Steinen und Flaschen. Die Zahl der Verletzten war zunächst nicht bekannt.


Europäer sehen in Migration größtes Sicherheitsrisiko

Gut ein Fünftel der Europäer sieht in der Migration die größte Bedrohung für die nationale Sicherheit. In einer repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes YouGov nannten 21 Prozent der Befragten die Einwanderung an erster Stelle. In den Folgen des Klimawandels sahen 17 Prozent eine Bedrohung. Danach folgte Terrorismus.


Namibia lehnt deutsches Wiedergutmachungsangebot ab

Namibia hat ein deutsches Angebot zur Wiedergutmachung der früheren Kolonialverbrechen abgelehnt. Präsident Geingob sagte in Windhoek , die vorgeschlagenen Entschädigungen seien für sein Land nicht akzeptabel. Er habe seinen Sondervermittler beauftragt, die Verhandlungen mit der Bundesregierung fortzusetzen. Als Ziel bezeichnete Geingob ein überarbeitetes Angebot. Die Gespräche zwischen Deutschland und Namibia laufen seit 2015. Neben Entschädigungen geht es dabei auch um eine offizielle Entschuldigung der Bundesrepublik für die Verbrechen in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika. Anfang des 20. Jahrhunderts hatten die Deutschen dort Zehntausende Angehörige der Volksgruppen Herero und Nama ermordet.


Lai und Chow in Hongkong wieder freigelassen

Nach internationalen Protesten sind zwei Führungsfiguren der Hongkonger Demokratiebewegung wieder auf freiem Fuß. Der prominente Medienunternehmer Lai und die Aktivistin Chow kamen gegen Kaution frei. Sie waren ebenso wie acht weitere Aktivisten auf Grundlage des umstrittenen chinesischen Sicherheitsgesetzes festgenommen worden. Peking warf ihnen geheime Absprachen mit ausländischen Mächten und andere Verstöße vor.