Semicon West Sachsen präsentiert seine Halbleiterbranche auf bedeutender US-Messe

Steit 2020 kommt es weltweit zu Halbleiter-Engpässen. Die Schüsseltechnologie wird für viele elektronische Geräte benötigt. Auf der wichtigen Halbleitermesse Semicon West ist Sachsen als einziges deutsches Bundesland mit zehn Ausstellern vertreten und wird dort unter anderem die aktuelle Krise sowie Lösungsansätze diskutieren.

Ein Mann in weißem Overall und Handschuhen steht vor einem transparenten Bildschirm und berührt ihn, der Hintergrund ist gelb.
Sachsen ist in Europa der wichtigste Standort für Halbleitertechnologie. Auf dem Branchentreffen Semicon West ist der Freistaat als einziges Bundesland dabei. Bildrechte: Bosch

Auf der diesjährigen Halbleitermesse Semicon West ist Sachsen zum 17. Mal in Folge als einziges deutsches Bundesland vertreten. Wie die Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS) mitteilt, präsentieren sich insgesamt zehn sächsische Aussteller auf der Messe in San Francisco, die vom 12. bis 14. Juli stattfindet. Die Semicon West gilt als das weltweit bedeutendste Branchentreffen der Halbleiterindustrie.

EU will Halbleiterproduktion verdoppeln

Anfang des Jahres kündigte die Europäische Kommission die Initiative "European Chips Act" an, die der Halbleiterproduktion kräftig unter die Armen greifen will. 43 Milliarden Euro an öffentlichen und privaten Investitionen sollen Unternehmen in der EU unterstützen und Engpässe wie in den letzten zwei Jahren verhindern. Die derzeit etwa 10 Prozent Anteil am weltweiten Markt für Halbleiter sollen sich bis 2030 verdoppeln.        

"Dazu braucht es die entsprechenden Kapazitäten bei den Herstellern, was wiederum neue Standortentscheidungen erwarten lässt", sagt WFS-Geschäftsführer Thomas Horn. "Deshalb ist es wichtig, dass sich Sachsen als führender europäischer Mikroelektronikstandort auf dieser internationalen Plattform präsentiert."

Sachsen ist wichtiger Standort für Mikrochips

Mit 2.500 Unternehmen, die etwa 70.000 Mitarbeiter angestellt haben, befindet sich in Sachsen der größte Mikroelektronik-Standort in ganz Europa. Am 5G Lab in Dresden arbeiten beispielsweise mehr als 600 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen an der Entwicklung neuer Kommunikationstechnologien. Für die Fraunhofer-Gesellschaft ist der Freistaat einer der wichtigsten Länderschwerpunkte.

Es ist wichtig, dass sich Sachsen als führender europäischer Mikroelektronikstandort auf dieser internationalen Plattform präsentiert.    

Thomas Horn Geschäftsführer Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH

Mit Automatisierung gegen Fachkräftemangel

Für Jan Klinger von der Fabmatics GmbH in Dresden stellt die Automatisierung einen Lösungsansatz dar, um die aktuell immer noch hohe Nachfrage nach Mikrochips und Sensoren zu lösen. Der Fachkräftemangel hätte auch ihre Branche getroffen.

"Automatisierungslösungen können diese Situation deutlich entschärfen. Wir erwarten einen spannenden Austausch auf der Messe dazu – sowohl mit den Besuchern, den anderen Ausstellern und unseren US-Kollegen."

Autos vor einem Autohaus 10 min
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Umschau Di 26.10.2021 20:15Uhr 09:55 min

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Halbleiter-Krise könnte noch andauern

Während der Pandemiejahre 2020 und 2021 waren Halbleiter, die für viele elektronische Geräte benötigt werden, teilweise Mangelware. Einige Elektronikunternehmen und Autohersteller mussten ihre Produktion einschränken.

Dazu gehört auch der japanische Konzern Sony mit seiner Spielekonsole PlayStation 5. Ursprünglich erschien die Konsole 2020. Bis heute sind Exemplare im Handel aber äußerst selten zu finden. Der Intel-Chef Pat Gelsinger geht davon aus, dass die Auswirkungen der Halbleiter-Krise noch bis ins Jahr 2024 hinein zu spüren sein werden.

  

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MDR (mad)

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