Polizeieinsatz Durchsuchung bei "Letzte Generation" nach Klebeattacke auf "Sixtinische Madonna"

Nach der Klebeattacke von zwei Klimaaktivisten der "Letzten Generation" auf die "Sixtinische Madonna" in den Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden ermittelt die Polizei gegen drei Tatverdächtige. In Leipzig, Berlin und Greifswald wurden am Donnerstag mehrere Objekte durchsucht.

Polizisten bei einer Razzia in Leipzig.
Bei der Durchsuchung von Wohnungen mutmaßlicher Klimaaktivisten in Leipzig am Donnerstag wurden Beweismitteln sichergestellt. Bildrechte: XCITEPRESS

Nach der Klebe-Attacke auf die "Sixtinische Madonna" hat am Donnerstag die Polizei mehrere Häuser in Leipzig, Greifswald und Berlin durchsucht. Nach Angaben der Polizei waren mehr als 60 Beamte aus Sachsen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz.

Bisher drei Tatverdächtige für Klebeattacke auf Sixtina

Ein Mann und eine Frau stehen im Verdacht, sich im Sommer an dem weltberühmten Gemälde im Dresdner Zwinger festgeklebt zu haben. Ein weiterer Mann soll sich an der Aktion beteiligt haben. Die insgesamt drei Verdächtigen sind zwischen 22 und 29 Jahre alt. Das haben die Staatsanwaltschaft Dresden und das sächsische Landeskriminalamt am Donnerstag mitgeteilt.

Tatverdächtige waren bei Durchsuchung nicht zu Hause

Laut Polizei und Staatsanwaltschaft wurden die Tatverdächtigen jeweils nicht in den durchsuchten Wohnungen angetroffen. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden hatte zuvor ein Amtsrichter die Durchsuchungen genehmigt. Dabei habe die Polizei Beweismittel in Form von Datenträgern und Kommunikationsmitteln sichergestellt. Wegen deren "aufwändiger Auswertung" würde die weitere Ermittlung noch "einige Zeit in Anspruch nehmen", kündigten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag an.

Letzte Generation: Hören nicht auf, überlebenswichtige Fragen zu stellen

Eine Sprecherin des Klimaprotest-Bündnisses "Letzte Generation", dem die Klebeaktion zugeordnet wird, hat auf Anfrage von MDR SACHSEN die Durchsuchungen von Donnerstag kommentiert. Einer ihrer Mitstreiter habe sich während der Durchsuchung seiner Wohnung im Gefängnis in München befunden, die Polizei habe sich Zugang zur Wohnung verschafft "ohne das jemand zu Hause war". Die Sprecherin kündigte indirekt weitere Aktionen an: "Wir werden nicht aufhören, die überlebenswichtigen Fragen zu stellen." Am Donnerstagmittag hat die Staatsanwaltschaft bestätigt, dass sich aktuell einer der beiden tatverdächtigen Männer "im Präventivgewahrsam der bayrischen Polizei" befinde.

Mit der Klebeattacke im August 2022 hatten die Tatverdächtigen nach Angaben der Staatlichen Kunstsammlungen Sachschaden am Gemälde und durch Einnahmeverluste im fünfstelligen Bereich angerichtet.

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MDR (wim)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 24. November 2022 | 10:00 Uhr

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