"Ever Given" schwimmt wieder Schiffsverkehr im Suezkanal läuft an

Fast eine Woche lang hatte ein havariertes Containerschiff den Suezkanal blockiert. Jetzt schwimmt die "Ever Given" wieder. Die ägyptischen Behörden gaben den Kanal frei. Allerdings wird es noch einige Zeit dauern, bis der Rückstau Hunderter Schiffe im Roten Meer und im Mittelmeer aufgelöst ist.

Schlepper arbeiten im Suezkanal an der Freisetzung des auf Grund gelaufenen Containerschiffs Ever Given
Schlepper haben das auf Grund gelaufene Riesen-Containerschiff ins tiefere Wasser gezogen. Bildrechte: dpa

Das im Suezkanal auf Grund gelaufene Containerschiff "Ever Given" schwimmt wieder. Die ägyptische Kanalbehörde (SCA) meldete am Montagnachmittag die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs. Im ägyptischen Fernsehen war zu sehen, wie die "Ever Given" sich langsam fortbewegte. Wegen der Havarie des Frachters hatten sich auf beiden Seiten des Suez-Kanal mehrs als 400 Schiffe gestaut.

Stau wird sich wohl nicht so schnell auflösen

Bis zu einer völligen Normalisierung des Schiffsverkehrs wird es nach SCA-Angaben noch einige Tage dauern. Der Schiffsstau werde sich nur langsam auflösen. Bergungsteams hatten zuvor tagelang versucht, das Containerschiff mit Baggern und Schleppern zu befreien. Am Wochenende war die "Ever Given" erstmals etwas bewegt worden.

Milliardenverluste im Welthandel

Die "Ever Given" hatte seit vergangenem Dienstag die wichige Handelsroute blockiert. Das Riesenschiff war in einem Sandsturm im Kanal auf Grund gelaufen und hatte sich quergestellt. Die genauen Hintergründe für den Unfall müssen noch geklärt werden.

Der 193 Kilometer lange Suezkanal gilt als Nadelöhr im Schiffsverkehr zwischen Asien und Europa. Jeder Tag Blockade kostete den Welthandel nach einem Bericht des Versicherers Allianz zwischen sechs und zehn Milliarden Dollar. Ägypten entgingen pro Tag der Schließung zwischen zwölf und 14 Millionen Dollar.

Route für Deutschland extrem wichtig

Dem Kieler Institut für Weltwirtschaft zufolge fahren 98 Prozent der Containerschiffe durch den Suezkanal, wenn sie zwischen Deutschland und China unterwegs sind. Etwa acht bis neun Prozent der gesamten deutschen Warenimporte und -exporte gehen durch den Kanal, der das Mittelmeer mit dem Indischen Ozean verbindet.

Quelle: MDR/dpa/Reuters/AFP

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. März 2021 | 19:00 Uhr

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