
Entdeckt bei unseren Nachbarn Stornierungswelle nach Hochwasser in Polen
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28. September 2024, 18:00 Uhr
Nach dem Hochwasser sind die Gästezahlen in Niederschlesien stark zurückgegangen. Dabei sind nur fünf Prozent der Touristenziele geschlossen. Polen setzt auf Solidarität der Gäste.
Das Glatzer Bergland - südlich von Wrocław/Breslau ist besonders schwer vom Hochwasser zerstört. Hier hat es die Stadt Kłodzko/Glatz sehr getroffen. Die Glatzer Neiße schoss wie eine Flutwelle durch die Kleinstadt. Der Pegel stand fünf Mal höher als sonst. Die Stadt wird längerer Zeit brauchen für die Aufräumarbeiten sowie Gebäude und Infrakstruktur wieder zu sanieren. Das beliebte Ausflugsziel die Festung Glatz ist derzeit geschlossen. Hier wurde ein Hilfszentrum eingerichtet.
Kłodzko | Glatz | |
Lądek Zdrój | Bad Landeck | |
Stronie Śląskie | Seitenberg | |
Ołdrzychowice Kłodzkie | Ullersdorf | |
Trzebieszowice | Kunzendorf an der Biele | |
Krosnowice | Rengersdorf | |
Żelazno | Eisersdorf |
An Tourismus ist in dem Kurort Lądek Zdrój/Bad Landeck momentan nicht zu denken. Fast an jedem Gebäude sind die immensen Zerstörungen durch die Flutwelle sichtbar. "Fünf von über 160 Gemeinden in der Woiwodschaft Niederschlesien haben langfristige Probleme nach dem Hochwasser", sagt Jakub Feiga, Direktor der Niederschlesischen Tourismusorganisation. Für die Aufbau- und Aufräumarbeiten werden die Menschen in der Region viele Monate, wenn nicht sogar Jahre brauchen. Einige Bahnstrecken in der östlichen Region im Glatzer Bergland sind zerstört. Bahnverbindungen die nicht möglich sind, werden durch Busse ersetzt.
Fünf von über 160 Gemeinden in der Woiwodschaft Niederschlesien haben langfristige Probleme nach dem Hochwasser.
Rückgang der Gästezahlen
Obwohl nur einige wenige Orte im Süden Polens stark vom Hochwasser betroffen waren und zerstört wurden, sind die touristischen Auswirkungen fast überall in Niederschlesien spürbar. Jakbub Feiga, Direktor der Niederschlesischen Tourismusorganisation nennt als Beispiel den Nationalpark im Heuscheuergebirge. Keiner der Wege dort ist geschädigt, dennoch brachen die Gästezahlen auf etwa ein Zehntel des Niveaus der Vorjahre ein. Hotels und Pensionen verzeichnen derzeit einen massiven Rückgang der Gästezahlen. Darunter sind auch Orte die nicht von der Flutkatastrophe betroffen waren. In einem Schreiben des Marschallamtes der Woiwodschaft Niederschlesien heißt es sogar, dass 90 Prozent der gebuchten Reisen ausfallen.
Kein Grund für Stornierungen
Im südlichen Teil von Niederschlesien leben die Menschen vielerorts vom Tourismus. Das Glatzer Bergland, das Riesengebirge und das Isergebirge sind beliebte Ausflugsregionen das ganze Jahr über.
Pałac Łomnica/Schloß Lomnitz im Hirschberger Tal liegt direkt am Fluss Bóbr (Bober). Bei dem Hochwasser wurden kleine Teile des Schlossparks und der Küchengarten unter Wasser gesetzt. An den Gebäuden gebe es keine sichtbaren Schäden, informiert Schloßherrin Elisabeth von Küster.
Die geringen Schäden auf den Wegen und im Park konnten schnell beseitigt werden. Auch andere Schloßanlagen im Hirschberger Tal haben wieder geöffnet. "Aber die Gäste halten sich mit Reisen noch zurück", so Elisabeth von Küster.
Von der Liste der Top 100 Sehenswürdigkeiten in Niederschlesien sind momentan fünf geschlossen. Museen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, der Zoo in Breslau, Wander- und Radwege sowie Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen sind geöffnet.
Kudowa-Zdrój | Bad Kudowa | |
Polanica-Zdrój | Bad Altheide | |
Duszniki-Zdrój | Bad Reinerz | |
Cieplice Śląskie-Zdrój | Bad Warmbrunn | |
Świeradów-Zdrój | Bad Flinsberg |
Die Woiwodschaft Dolnośląskie/Niederschlesien zählt bei deutschen Gästen zu den beliebtesten Reisezielen in Polen. Es ist eine Region mit tausendjähriger Geschichte. Berge und Tiefebenen, Flüsse, Seen, Wälder und Nationalparks bieten Aktiv- und Erholungsurlaub zugleich. Die Metropole Wrocław/Breslau sowie kleine malerische Städte wie Świdnica/Schweidnitz mit der Friedenskirche, Wałbrzych/Waldenburg mit Schloß Fürstenstein und auch Bolesławiec/Bunzlau als Keramikstadt werden gern besucht.
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Der Tag | 27. September 2024 | 10:50 Uhr