Täglich aktuell Karten und Zahlen zum Coronavirus in Thüringen

Hier finden Sie aktuelle Zahlen und Daten zum Coronavirus in Thüringen. Täglich veröffentlichen wir Informationen zu bestätigten Fällen, Genesenen und Verstorbenen sowie zu Infektionen pro 100.000 Einwohner und zu geschlossenen Schulen.

Symbolbild, Coronavirus mit 3D-Rendering nachgestellt
Wir veranschaulichen die Entwicklung des Coronavirus in Thüringen in fortlaufend aktualisierten Grafiken. Bildrechte: imago images/imagebroker

Allgemeines zu den Coronavirus-Zahlen

Statistiken zu den Coronavirus-Fällen zeigen immer nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit. Zum einen vergehen zwischen der Ansteckung mit dem Virus und dem positiven Testergebnis mehrere Tage. Zum anderen werden die Daten verzögert übermittelt. Zahlen zu Corona-Fällen zeigen somit die Situation in der Vergangenheit.

Außerdem werden nie alle tatsächlich mit dem Coronavirus infizierten Personen in die Statistik einfließen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn Menschen nur leichte oder keine Symptome haben und nicht erfasst beziehungsweise getestet werden. Hier spricht man auch von der Dunkelziffer.

Woher kommen die Daten?

Grundlage für unsere Berichterstattung sind Zahlen zu Corona-Fällen, die von den Gesundheitsämtern übermittelt werden. Wir stehen dazu in Kontakt mit den Kreisen und kreisfreien Städten. Die Angaben zu Corona-Fällen unterscheiden sich leicht von denen des Robert Koch-Instituts, da wir neue Daten mehrmals täglich aktualisieren, um stets aktuell zu sein.

Das Robert Koch-Institut aktualisiert einmal täglich um Mitternacht seine Zahlen. Je nach Übermittlungsdatum kann es beim RKI zu einer mehrtägigen Verzögerung der Datenlage kommen. Auf Grundlage der uns übermittelten Daten berechnen wir auch die Fälle pro 100.000 Einwohner (Inzidenz). Deshalb kann auch dieser Wert leicht von anderen Angaben abweichen.

Grafiken und Erläuterungen

Aktive Fälle: Diese Zahl gibt an, wie viele Menschen gegenwärtig infiziert sind beziehungsweise bei denen das Virus nachgewiesen wurde. Sobald bei einer Person das Virus nachgewiesen und dieser Befund übermittelt wird, taucht sie in der Statistik auf. Auf der folgenden Karte erfahren Sie, wie viele aktive Fälle es gegenwärtig in den Landkreisen und kreisfreien Städten in Thüringen gibt.

Die Zahl der aktiven Fälle kann auch kleiner werden - nämlich dann, wenn mehr Menschen von dem Virus genesen oder sterben, als sich neu infizieren. Anbei sehen Sie den Verlauf der aktiven Infektionen seit Beginn der Pandemie.

Bestätigte Gesamtfälle: Die Zahl gibt an, wie viele Infektionen insgesamt erfasst wurden. Es spielt dabei keine Rolle, ob eine Person wieder gesund ist.


Todesfälle: Diese Zahl gibt an, wie viele Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind. Es spielt keine Rolle, ob die Infektion die alleinige Ursache des Todes ist. Sobald bei jemandem das Virus nachgewiesen wird und stirbt, taucht er oder sie in der Statistik auf - auch wenn die Todesursache auf eine andere Erkrankung zurückzuführen ist.

Genesene: Die Zahl gibt an, wie viele Menschen sich von Covid-19 erholt haben beziehungsweise wieder gesund sind. Das Problem: Patienten müssen sich nicht wieder gesund melden, wenn sie ihre Erkrankung überstanden haben. Für sie gilt keine Meldepflicht. Das Robert Koch-Institut schätzt die Zahl deshalb und hat klare Richtlinien aufgestellt, wann ein Erkrankter als genesen gilt.

In Thüringen fragen die Gesundheitsämter den Zustand der Patienten ab und geben auch Zahlen zu Genesenen in ihrem Kreis an. Bei leichten Verläufen ohne Krankenhausaufenthalt wird in der Regel davon ausgegangen, dass positiv getestete Personen nach zwei Wochen wieder gesund sind.

Neuinfektionen: Die Zahl gibt an, wie viele Menschen sich an einem Tag oder an mehreren Tagen neu infizieren. Um besser vergleichen zu können (beispielsweise zwischen Landkreisen), wird sie oft pro 100.000 Einwohner berechnet (die sogenannte Inzidenz).

Momentan nutzen Bund und Länder den Wert "Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner", um zu bestimmen, wie stark eine Region betroffen ist. Überschreitet der Wert die Zahl 50, drohen Beschränkungen:

Die nächste Grafik zeigt den Verlauf von Infizierten, Genesenen und Verstorbenen in Thüringen als Linie. Je langsamer das Virus sich ausbreitet, desto besser.

Sterberate: Seit Beginn der Pandemie wird auch darüber diskutiert, wie tödlich das neuartige Virus ist. In unserer Grafik setzen wir den Anteil derer, die infiziert waren und daraufhin starben, ins Verhältnis zur Gesamtzahl aller gemeldeten Corona-Infektionen in Thüringen. Im Herbst 2020 zeigt sich dabei ein Rückgang der Werte.

Nach Ansicht von Experten liegt ein Grund darin, dass bei ausgeweiteten Tests auch mehr Fälle insgesamt entdeckt werden - darunter auch solche Personen mit untypischen, leichten oder keinen Symptomen. Gerade bei jungen Patienten ist die Gefahr, nach einer Corona-Infektion zu sterben, deutlich geringer als bei älteren. Zudem hat es durch die Erfahrung der vergangenen Monate auch Verbesserungen in der intensivmedizinischen Behandlung gegeben.

Infektionen nach Alter und Geschlecht: Die folgende Grafik zeigt die Verteilung der nachgewiesenen Infektionen in Thüringen gesplittet nach Altersgruppen und Geschlecht. Die Daten stammen im Gegensatz zu unseren anderen Grafiken direkt vom Robert Koch-Institut und können von den Gesamt-Fallzahlen deshalb leicht abweichen.

In Thüringen wird das Virus bei mehr Frauen als Männern nachgewiesen. Das kann aber verschiedene Ursachen auch statistischer Natur haben und sagt auch nichts über den Verlauf der Erkrankung aus. Weltweit sterben Frauen seltener an dem Virus und haben auch seltener einen schweren Verlauf. Zudem sind vor allem Ältere gefährdet. Laut RKI waren 85 Prozent der in Deutschland Verstorbenen 70 Jahre oder älter.

Tests und Laborkapazitäten

Mittlerweile wird viel mehr gestest als noch zu Beginn der Pandemie. In Thüringen lag die Zahl der wöchentlich durchgeführten Tests im März noch bei 3.300. Im November waren es wöchentlich schon über 40.000 Tests.

Zu Beginn der Corona-Pandemie haben in Thüringen lediglich sieben Labore Corona-Tests ausgewertet. Im November waren es bereits 16. Deren Auslastung stieg ebenfalls kontinuierlich auf Mitte November etwa 9.500 Tests am Tag. In der Regel liegen die Testergebnisse innerhalb von 24 bis 48 Stunden vor.

Ampelsystem für Schulen und Kindergärten

Mit Beginn des neuen Schuljahres hat die Thüringer Landesregierung ein Ampelsystem eingeführt. Unterricht und Betreuung finden grundsätzlich statt. Allerdings wird bei einer verschärften Infektionslage reagiert. Während Stufe Grün Regelbetrieb bedeutet, gibt es bei Stufe Gelb erste Einschränkungen. So ist etwa abwechselnder Unterricht in der Schule und zu Hause möglich.

Stufe Rot bedeutet in der Regel, dass die Einrichtung wegen eines Corona-Ausbruchs vorübergehend geschlossen bleibt. Hauptsächlich ist das der Fall, wenn nach einer Infektion nicht mehr nachvollzogen werden kann, wer die Kontaktpersonen sind. Allerdings kann eine Schule oder Kita auch schließen, wenn sie nicht auf Stufe Rot steht. Das ist dann beispielsweise der Fall, wenn sich so viele Lehrerinnen oder Erzieherinnen in Quarantäne befinden, dass der Betrieb nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Die Entscheidung zur Schließung trifft dann die Kommune beziehungsweise der Träger.

Übersicht über freie Intensivbetten

Die Zahl der Corona-Fälle steigt seit Herbstbeginn wieder stark an. Immer mehr Erkrankte müssen intensivmedizinisch behandelt werden. Unter folgendem Link erhalten Sie einen Überblick über freie und belegte Intensivbetten in Thüringen:

Hintergrund zum Coronavirus

In unseren interaktiven Grafiken erklären wir im folgenden Beitrag, wie mittels Kontaktsperren und Ausgangsbeschränkungen das Coronavirus eingedämmt werden soll:

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Quelle: MDR THÜRINGEN/kon/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 09. November 2020 | 19:00 Uhr

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