MDR THÜRINGEN MDR THÜRINGEN - Nachrichten um 12:30 Uhr


Längere Arbeitszeiten für Hortnerinnen in Sicht

Nach jahrelangen Diskussionen dürfen Erzieherinnen und Erzieher in Thüringer Grundschulhorten mehr arbeiten. Wie ein Sprecher des Bildungsministeriums bestätigte, können die Hortnerinnen ab Februar ihre Arbeitszeiten freiwillig aufstocken. Rund 2.000 Beschäftigte kommen demnach grundsätzlich für eine Erhöhung ihrer Stundenzahl in Betracht. Viele Hortnerinnen arbeiten nur zu 60 Prozent. Mit mehr Arbeitsstunden könnten sie laut Ministerium auch im Unterricht helfen, zum Beispiel Kindern mit zusätzlichem Förderbedarf. Die Umstellung der Arbeitsverträge beginne Anfang Februar; es könne einige Wochen dauern, bis alle Hortnerinnen ihren neuen Vertrag haben. CDU-Fraktion im Thüringer Landtag fordert mehr Ausbildungsplätze für Horterzieher - insbesondere für die vergütete Praxisausbildung. Die Kapazitäten reichten bei weitem nicht aus, sagte der bildungspolitische Sprecher Christian Tischner. In Thüringen gebe es derzeit nur 1.000 Ausbildungsplätze. Insbesondere der Anteil der sogenannten praxisintegrierten Ausbildung müsse erhöht werden, so Tischner. Kürzere Ausbildungszeiten seien entscheidend, wenn der Erziehermangel in Thüringen effektiv bekämpft werden soll.


Handwerkskammer fürchtet ein Sterben der Friseur- und Kosmetikbetriebe

Fast die Hälfte der Ostthüringer Friseur- und Kosmetikbetriebe steht vor dem Aus. Das hat eine Blitzumfrage der Handwerkskammer Ostthüringen unter rund eintausend Unternehmen der Region ergeben. Bei knapp 40 Prozent der befragten Betriebe reichen die finanziellen Reserven nur noch für maximal zwei Wochen. Staatliche Unterstützung sei bei den Frisören noch nicht angekommen. Erst im Februar können die Überbrückungshilfe 3 beantragt werden. Das sei für viele Salons zu spät, warnt die Handwerkskammer. Die Kammer fürchtet ein Sterben vieler langjährig bestehender Friseur- und Kosmetikbetriebe. Rund 70 Prozent der Friseure und Kosmetiker sind laut Umfrage aber zu einer weiteren Verschärfung der Hygienemaßnahmen bereit. Allerdings nur unter der Maßgabe, dass die Salons ab 15. Februar öffnen könnten. Die Handwerksbetriebe haben aber bereits ausgefeilte Hygienekonzepte umgesetzt. Der Präsident der Handwerkskammer für Ostthüringen, Wolfgang Jacob, appelliert an die Bundesregierung, Friseur- und Kosmetiksalons spätestens am 15. Februar wieder zu öffnen und ausreichend Finanzhilfen zur Verfügung zu stellen.


Bewegungsradius wird aufgehoben - Coronazahlen weiter gesunken

Bewohner des Landkreises Hildburghausen dürfen sich ab Donnerstag wieder weiter als 15 Kilometer von zuhause entfernen. Der begrenzte Bewegungsradius wurde aufgehoben. Bestehen bleibt allerdings das Einreiseverbot für Tagestouristen in den Landkreis. Im Landkreis Hildburghausen war der Sieben-Tage-Inzidenzwert zuletzt von 280 Neuinfektionen auf rund 250 gesunken. Für ganz Thüringen lag der Wert am Abend bei 210. Gesunken ist nach Angaben der Gesundheitsämter auch die Zahl der aktiv Infizierten - und zwar innerhalb von zwei Wochen um gut 3.000 auf rund 9.300. Innerhalb eines Tages wurden weitere 65 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert.


Continental-Mitarbeiter wollen Abtransport von Maschinen verhindern

Mitarbeiter des Automobilzulieferers Continental in Mühlhausen wollen den Abtransport von ersten Maschinen zum Standort in Bebra verhindern. Wie ein Continental-Mitarbeiter MDR THÜRINGEN mitteilte, haben sich mehrere Mitarbeiter versammelt, um den Abtransport zu blockieren. Auf Plakaten steht: "Wir geben nicht auf" und "Alles bleibt hier". Continental hatte im September angekündigt, tausende Arbeitsplätze abzubauen. Das Werk in Mühlhausen soll bis Ende 2022 geschlossen werden. Weitere Continental-Standorte in Thüringen befinden sich in Hörselberg-Hainich, Waltershausen und Bad Blankenburg. Das Unternehmen begründet den Personalabbau mit dem schrittweisen Rückzug aus dem Hydraulikgeschäft und der Ausrichtung auf E-Mobilität.


Brand im "Reptilienpark" aufgeklärt

Der jüngste Fahndungs-Aufruf der Polizei zum Brand am ehemaligen "Reptilienpark" in Erfurt ist erfolgreich gewesen. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, wurden zwei 13 und 15 Jahre alte Jugendliche als mutmaßliche Brandstifter ermittelt. Am Dienstag hatte die Polizei Fotos der Verdächtigen veröffentlicht und einen neuen Zeugenaufruf gestartet. Umgehend waren zahlreiche Hinweise eingegangen, im Polizei-Presseportal im Internet gab es 23.000 Aufrufe. Bei dem Feuer am 23. April 2020 war ein Schaden von 150.000 Euro entstanden. Der nun ermittelte 13-Jährige habe in einer Anhörung bereits gestanden, so die Polizei.


Ersatzprüfungen für Lehramtsanwärter möglich

Auch ohne Präsenzunterricht können angehende Lehrerinnen und Lehrer in Thüringen ihre Prüfungen und Lehrproben ablegen. Das werde garantiert, sagte Bildungsminister Helmut Holter. Es sei alles für die Prüfungen abgesichert worden, damit Lehramtsanwärter dann auch in den Schuldienst übernommen werden könnten. In Thüringen sind die Schulen seit Weihnachten geschlossen. Einen normalen Präsenzunterricht soll es laut Ministerium erst wieder geben, wenn der Sieben-Tage-Inzidenzwert unter die 50er-Marke gesunken ist.


Debatte um Öffnungsperspektive für Wirtschaft

Die Industrie- und Handelskammer Erfurt dringt bei den Corona-Regeln auf Gleichbehandlung der verschiedenen Wirtschaftsbereiche. Bei der Öffnungsdebatte dürfe es keine neuen Ungleichbehandlungen geben, sagte IHK-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Haase-Lerch. Aus ihrer Sicht reiche es nicht aus, frühere Öffnungen für einzelne Branchen in Aussicht zu stellen. Dies sorge stattdessen für noch mehr Verunsicherung. Haase-Lerch kritisierte damit Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Der hatte erklärt, sich dafür einsetzen zu wollen, dass die sogenannten körpernahen Dienstleister schnell eine Öffnungsperspektive bekommen, gegebenenfalls auch früher als andere Branchen.


Tablets und eigene App für Thüringer Feuerwehren

Thüringens Feuerwehren werden künftig mit Tablets und einer eigenen App ausgestattet. Wie Innenminister Georg Maier mitteilte, werden die 1.750 Tablets bis zum kommenden Jahr an die Ortsteilfeuerwehren übergeben. Er sieht darin den ersten großen Schritt für die Digitalisierung der Feuerwehr. Eine speziell für Thüringen entwickelte App soll den Feuerwehrleuten dann im Einsatz schnell wichtige Informationen liefern, etwa zu Gefahrstoffen oder verformten Auto-Karosserien. Eine ähnliche App ist bereits in Sachsen im Einsatz.


Thüringer HC ohne Chance in Neckarsulm

Nach zwei Siegen in Folge haben die Handballerinnen des Thüringer HC in der Bundesliga wieder einen Rückschlag erlitten. Beim Tabellennachbarn Neckarsulm unterlag das Team von Trainer Herbert Müller mit 32:38. Beste Werferin der Thüringerinnen war wieder einmal Rückraumspielerin Marketa Jerabkova, die es auf neun Treffer brachte. Mit 19:13 Punkten rutschte der THC in der Tabelle auf Rang sechs ab, die Neckarsulmerinnen sind jetzt Fünfte.