Palast der Republik

Die Geschichte des Palastes der Republik in Bildern

Der Palast der Republik wurde am 23. April 1976 nach 32-monatiger Bauzeit feierlich eröffnet. 1990 wurde er wegen Asbestverseuchung geschlossen und ab 2006 schließlich nach und nach abgerissen. Hier finden Sie Fotos.

Die Bildkombo zeigt den ehemaligen Palast der Republik in Berlin während des Aufbaus etwa im Jahre 1974 (Archivfoto, l.o.), zur Eröffnung des Hauses im Jahr 1976 (r.o.), während der Abrissarbeiten im Jahr 2007 (l.u.) und nach den Abrissarbeiten am Donnerstag (05.02.2009).
Am 18. November 1974 wurde das Richtfest gefeiert. "Der Palast der Republik wird ein Haus des Volkes sein, eine Stätte regen politischen und geistig-kulturellen Lebens", versprach Staats- und Parteichef Erich Honecker damals. Bildrechte: dpa
Die Bildkombo zeigt den ehemaligen Palast der Republik in Berlin während des Aufbaus etwa im Jahre 1974 (Archivfoto, l.o.), zur Eröffnung des Hauses im Jahr 1976 (r.o.), während der Abrissarbeiten im Jahr 2007 (l.u.) und nach den Abrissarbeiten am Donnerstag (05.02.2009).
Am 18. November 1974 wurde das Richtfest gefeiert. "Der Palast der Republik wird ein Haus des Volkes sein, eine Stätte regen politischen und geistig-kulturellen Lebens", versprach Staats- und Parteichef Erich Honecker damals. Bildrechte: dpa
Ein Arbeiter säubert den Schriftzug Volkskammer am Eingang zum Sitz des Gremiums im Palast der Republik
Der kleine Saal des Palastes der Republik diente als Sitz der Volkskammer, dem Parlament der DDR. Bildrechte: dpa
Junge Leute im Foyer im Palast der Republik in Berlin, aufgenommen 1978.
Im öffentlichen Bereich des Palastes gab es eine Bowlingbahn, eine Diskothek und ein Dutzend Restaurants, Cafés und Nachtbars. Bildrechte: dpa
Das XI. Parlament des DDR-Jugendverbandes FDJ 1981 im Palast der Republik.
Am 2. Juni 1981 wurde im Palast der Republik das XI. Parlament des DDR-Jugendverbandes FDJ eröffnet. Bildrechte: dpa
Palast der Republik 1990
Am 19. September 1990, 14 Tage vor der deutschen Vereinigung, verfügte die Volkskammer im Vorgriff auf bundesdeutsche Sicherheitsnormen die Schließung der eigenen Tagungsstätte. Der Palast sollte nie wieder geöffnet werden. Bildrechte: imago/Detlev Konnerth
Rückbau des Palastes der Republik in Berlin.
Ende Januar 2006 rückten die Abrissbrigaden an, obwohl zwei Drittel der gesamtdeutschen Bevölkerung sich für den Erhalt des Bauwerks aussprachen. Der Stahl des Palastes wurde abtransportiert und unter anderem im höchsten Gebäude der Welt - dem "Burj Chalifa" in Dubai - verbaut. Bildrechte: imago/Christian Thiel
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Der nächste "Palast"

Von Schloss zu Palast zu Schloss

Das Berliner Schloss, einst kaiserliche Residenz, wurde 1950 auf Geheiß der SED gesprengt. Keine 25 Jahre später stand an derselben Stelle der Palast der Republik. Nun wird das erste Schloss nachgebaut.

Stadtschloß und Denkmal Friedrich Wilhelm III.
Das Berliner Schloss, seit 1871 kaiserliche Residenz, galt über Jahrhunderte als eines der Wahrzeichen Berlins. Und selbst für die Kommunisten war das Schloss ein durchaus traditionsbeladener Ort: Von einem seiner Balkone rief Karl Liebknecht am 9. November 1918 die "freie sozialistische Republik Deutschland" aus. Dennoch galt den Genossen der SED das Schloss von Anfang an als ein lästiges Relikt einer verhassten und zum Glück untergegangenen Epoche. Hinzu kam: Die junge DDR benötigte dringend einen Aufmarschplatz. Und so forderte Walter Ulbricht 1950: "Das Zentrum unserer Hauptstadt, das Gebiet des jetzigen Schlosses, muss zu einem großen Demonstrationsplatz werden, auf dem der Kampfwille und Aufbauwille unseres Volkes Ausdruck findet." Im Juli 1950 beschloss der Ministerrat auf Geheiß der Einheitspartei, das Schloss zu sprengen. Bildrechte: imago/teutopress
Stadtschloß und Denkmal Friedrich Wilhelm III.
Das Berliner Schloss, seit 1871 kaiserliche Residenz, galt über Jahrhunderte als eines der Wahrzeichen Berlins. Und selbst für die Kommunisten war das Schloss ein durchaus traditionsbeladener Ort: Von einem seiner Balkone rief Karl Liebknecht am 9. November 1918 die "freie sozialistische Republik Deutschland" aus. Dennoch galt den Genossen der SED das Schloss von Anfang an als ein lästiges Relikt einer verhassten und zum Glück untergegangenen Epoche. Hinzu kam: Die junge DDR benötigte dringend einen Aufmarschplatz. Und so forderte Walter Ulbricht 1950: "Das Zentrum unserer Hauptstadt, das Gebiet des jetzigen Schlosses, muss zu einem großen Demonstrationsplatz werden, auf dem der Kampfwille und Aufbauwille unseres Volkes Ausdruck findet." Im Juli 1950 beschloss der Ministerrat auf Geheiß der Einheitspartei, das Schloss zu sprengen. Bildrechte: imago/teutopress
Ein Modell des Stadtschlosses in seiner modernen architektonischen Variante.
Im Juli 2002 beschloss der Bundestag mit überraschend großer Mehrheit den Wiederaufbau des Berliner Schlosses. Die barocke Fassade des Hohenzollern-Schlosses sollte, wie ein der Öffentlichkeit präsentiertes Modell zeigte, getreulich kopiert werden. Keine architektonische Neuinterpretation der Geschichte, sondern ein reines Bekenntnis zur Vergangenheit, sagten Kritiker. Im Grunde genommen wird das neuerstehende Schloss ein Plagiat sein. Bildrechte: dpa
Der Apotheken-Flügel, der älteste Teil des Berliner Stadtschlosses, wird gesprengt
Überall formierte sich Widerstand gegen die Abrisspläne. "Solange man mir nicht den Mund gewaltsam verschließt, werde ich nicht aufhören, gegen den Beschluss zu protestieren", sagte beispielsweise der Dekan der Berliner Humboldt-Universität, Richard Hamann. Doch Anfang September 1950 wurde das Schloss allen Protesten zum Trotz gesprengt. Die Trümmer wurden anschließend von Hunderten Mitgliedern der FDJ in "freiwilligen Aufbauschichten" beseitigt. Es blieb ein riesiger öder Platz übrig. Eine Aufmarschfläche, die den Namen "Marx-Engels-Platz"erhielt. Bildrechte: dpa
Die Bildkombo zeigt den ehemaligen Palast der Republik in Berlin während des Aufbaus etwa im Jahre 1974 (Archivfoto, l.o.), zur Eröffnung des Hauses im Jahr 1976 (r.o.), während der Abrissarbeiten im Jahr 2007 (l.u.) und nach den Abrissarbeiten am Donnerstag (05.02.2009).
Keine zehn Jahre später fanden schließlich auch die Genossen der SED den leeren Platz derart trostlos, dass sie beschlossen, ihn zu bebauen. Eine "Sensation" müsse es aber schon sein, forderte Walter Ulbricht. Nach langem Hin und Her kam man auf die Idee, ein Schloss fürs Volk zu errichten. 1973 erfolgte schließlich die Grundsteinlegung für den "Palast der Republik", drei Jahre später, am 23. April 1976, wurde er eröffnet. Im öffentlichen Bereich gab es eine Bowlingbahn, eine Diskothek und ein Dutzend Restaurants, Cafés und Nachtbars. Alles vom Feinsten. Und der "Große Saal", in dem auch die Volkskammer tagte, galt wegen seiner Variabilität als kleines technisches Wunderwerk. Nun hatte also auch die kleine sozialistische Republik ihr eigenes Schloss. Errichtet genau dort, wo einst das Berliner Schloss gestanden hatte. Bildrechte: dpa
Palast der Republik, 1986
Nach dem Ende der DDR wurde der Palast wegen "Asbestverseuchung" geschlossen und sollte abgerissen werden: Ein kommunistisches Schloss sollte im Zentrum Berlins nichts mehr zu suchen haben. 2006 begann der Abriss, obgleich sich zwei Drittel der Deutschen in einer Umfrage gegen einen Abriss aussprachen. Die "New York Times" schrieb in einem Plädoyer für den Erhalt des Palast: "Das von vielen Menschen wegen seiner kommunistischen Vergangenheit gehasste Haus wäre ideal dazu geeignet gewesen, zu zeigen, wie eine Gesellschaft in die Zukunft schauen kann, ohne sich von den sensibelsten Elementen ihrer Vergangenheit zu trennen". Bildrechte: dpa
Stadtschlossattrappe mit Palast der Republik in Berlin-Mitte
Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung setzte dann schnell eine sehr kontrovers geführte Diskussion um eine Wiedererrichtung des Berliner Schlosses ein. Nur wenig später gründete sich ein Förderkreis, der vehement für einen Wiederaufbau warb. Mit der Wiedererstehung des Schlosses würde die Identität Berlins und Deutschlands wieder hergestellt werden, hieß es aus Kreisen der Befürworter. Dies sei die schlichte Denkungsart eines Historismus des 19. Jahrhunderts, argumentierten die Gegner eines neuen Berliner Schlosses. Im Sommer 1993 wurde für 100 Tage eine Folienfassade in Originalgröße an einem Gerüst aufgehängt - genau so würde sich das Schloss nach einem Wiederaufbau präsentieren. Lächerlich, befanden Architekturkritiker. Die Befürworter des Schlosses, so die Kritiker weiter, wollten Ulbricht, dem "Sprengmeister" des alten Schlosses, nicht das letzte Wort überlassen. Bildrechte: IMAGO
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Über dieses Thema berichtet der MDR auch im TV:

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MDR Zeitreise - Geschichtsmagazin mit Mirko Drotschmann | 09.10.2018 | 21:15 Uhr