Hintergrund Handwerk Weihnachtliche Handwerkskunst

Räuchermänner und Weihnachtsengel, Christbaumschmuck und Weihnachtspyramiden schmückten viele Wohnzimmer in ganz Deutschland bereits vor dem Zweiten Weltkrieg.

Ein Räuchermännchen mit gelber Laterne bläst Rauch aus.
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Lauschaer Glas war beliebt: Denn was da an durchsichtigen Pferdchen, schillernden Vögeln und bunten Kugeln von Hand oder auch maschinell gefertigt wurde, das war für die DDR vor allem willkommenes Exportgut. Für den heimischen Markt blieb bestenfalls die "zweite Wahl".

Die Engel aus Grünhainichen

Schwippbogen mit brennenden Kerzen 4 min
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Selbst im Erzgebirge, wo die Pyramiden und Schwibbögen angefertigt wurden, waren sie für DDR-Bürger schwer zu bekommen. Im Westen dagegen gab's die DDR-Ware über den Katalog.

MDR FIGARO Sa 11.12.2004 08:22Uhr 03:54 min

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Elf kleine Punkte auf grünen Flügeln - der Liebhaber erkennt sie gleich, die kleinen Engel nach den Entwürfen der Grete Wendt. Vor knapp 100 Jahren wurden sie erstmals in Grünhainichen gedrechselt. Wendts Betrieb und die Qualität der Engel waren wichtig für die Wirtschaft, immerhin gingen rund 90 Prozent der Ware in den Export. Gerade die kleinen musizierenden Figuren wurden zum begehrten Sammlerobjekt. Ganze Kapellen auf Wolken fanden ihren Weg in amerikanische Wohnzimmer. Trotz des Erfolges musste sich am Ende auch die Wendtsche Engelproduktion dem sozialistischen Verstaatlichungswahn unterwerfen.

Die Pulsnitzer Pfefferküchler

In der DDR waren die Pulsnitzer Pfefferkuchen konkurrenzlos. Seit 1990 stehen sie im Wettbewerb mit Lebkuchenfabrikanten aus Nürnberg und Aachen. Doch die Pulsnitzer punkten mit iher Handwerksqualität. Pfefferküchler Christian Hübler ist optimistisch: "Die Nürnberger sind für uns eigentlich keine Konkurrenz. Das ist eine Fabrikware, und unsere Handwerksqualität schneidet da in jedem Falle besser ab. Preislich und qualitativ."

Weihnachtliches aus Seiffen

In Seiffen, tief in einem Tal im mittleren Erzgebirge gelegen, wird das ganze Jahr über für Weihnachten produziert. Verkauft werden die Räuchermänner, Pyramiden, Nussknacker und Engel dann vor allem in den letzten drei Monaten des Jahres. Anders zu DDR-Zeiten, hier ging ein Großteil in den Export, denn die Drechselkunst der Erzgebirger verhalf der DDR, ähnlich wie bei den Lauschaer Glasbläsern zu dringend benötigten Devisen.