Die "Monotonie des Yeah, yeah, yeah"

Honecker hat es geschafft. Walter Ulbricht muss handeln, um seine Autorität zu wahren. Zwei Tage nach dem Protest in Leipzig schickt er ein Rundschreiben an alle Bezirke, in dem er die Zwischenfälle als Menetekel ersten Ranges kennzeichnet. Sie hätten erneut bestätigt, "dass mit Hilfe der sogenannten Beat- und Gammler-Gruppen ideologische Zersetzungsarbeit geleistet werden soll. Es war falsch, dass von Seiten des Zentralrates der FDJ der Wettbewerb von Beatgruppen organisiert und die Auffassung verbreitet wurde, dass im Unterschied zu Westdeutschland Westschlager und Beatmusik bei uns keine schädliche Wirkung hervorrufen können."

Jetzt ist auch dem letzten Genossen klar: Diese Musik hat der Feind geschickt. Und Walter Ulbricht bringt es mit seinen oft zitierten Worten auf den "sozialistischen" Punkt: "Ist es denn wirklich so, dass wir jeden Dreck, der vom Westen kommt, kopieren müssen? Ich denke Genossen, mit der Monotonie des Yeah, Yeah, Yeah und wie das alles heißt, ja, sollte man doch Schluss machen."

Die Musiker der "Butlers" mutieren zum "Ulf Willi Quintett" und spielen illegal im Dunkel einer Leipziger Nachtbar zum Tanz. Zwei Jahre später werden sie als "Klaus Renft Combo" eine musikalische Auferstehung feiern.

Literaturtipps Lindner, Bernd: DDR Rock & Pop. Komet, Köln 2008 (nur antiquarisch)

Rauhhut, Michael: Beat in der Grauzone. DDR-Rock 1964 bis 1972 – Politik und Alltag. BasisDruck, Berlin 1993 (nur antiquarisch)