Medien und Politik Das Kinderfernsehen in der DDR

Das Sandmännchen, ein Star des DDR-Kinderfernsehens, ist eine der wenigen Figuren, die im gesamtdeutschen Fernsehen ins Kinderprogramm übernommen wurde. Aber es gab noch viele andere TV-Lieblinge, die - ähnlich wie im "Westfernsehen" - die kleinen Zuschauer fesselten und an die man als Erwachsene(r) gern zurück denkt.

Sechs verschiedene Ausschnitte aus dem DDR-Kinderfernsehen: Adi in Machs mit machs nach machs besser, Pittiplatsch aus dem Märchenland, Gixgax, Brummkreisel, Mibil und Ellentie
Bildrechte: DRA / Fernsehen der DDR

Sendungen wie "Zu Besuch im Märchenland" mit Meister Nadelöhr, dem kleinen frechen Kobold Pittiplatsch, der freundlichen und hilfsbereiten Ente Schnatterinchen, dem treuen Hund Moppi und anderen Puppenfiguren mit eigenen Charakteren gehörten neben dem Sandmann zu den Publikumslieblingen. Weitere beliebte Kindersendungen waren die Puppenspielserien "Brummkreisel", "Spielhaus", "Hoppla", das Magazin "Ellentie" sowie die Wettkampfserien "GIX-GAX" und "Mach mit, mach's nach, mach's besser" – allesamt informative, witzige, unterhaltsame Sendungen. "GIX-GAX" und "Mach mit, mach's nach, mach's besser" sollten Leistungs- und Einsatzbereitschaft für das "Kollektiv", die Gemeinschaft, wecken. Bei "Mach mit" mit Adi standen der sportliche Wettbewerb und die Orientierung auf eine mögliche Teilnahme an den olympischen Spielen im Vordergrund.

DDR-Jugendfernsehen

Im Unterschied zum DDR-Kinderfernsehen hatte das Jugendfernsehen einen deutlich politischeren Auftrag. Ein Beispiel dafür war "Mobil – Das Magazin für Thälmannpioniere". Eine auf allzu offenkundige Indoktrination ausgerichtete Sendung wie "Der Schwarze Kanal", das politische Magazin des Fernsehkommentators Karl Eduard von Schnitzler, gab es allerdings auch im Jugendfernsehen nicht, da man fürchtete, dass die Jugendlichen dann noch mehr Westfernsehen schauen würden.

Schauen Sie sich Auszüge aus dem Kinderfernsehen an und vergleichen Sie Themen, Gestaltung der Figuren sowie Machart und Wirkung der Sendungen mit den Sendungen, die Sie gern angeschaut haben. Versuchen Sie, der Faszination des Kinderfernsehens in der DDR und des Kinderfernsehens in Ihrer eigenen Kindheit auf die Spur zu kommen.

Kollektiv Eine Gruppe von Personen, die ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt.
In der DDR bezeichnete man eine Arbeitsgruppe in einem Betrieb als Kollektiv. Die Mitglieder sollten sich für die Steigerung der Leistung der Gruppe zum Zweck der Weiterentwicklung des Sozialismus einsetzen.

Der Schwarze Kanal Propagandistisches Fernsehmagazin von und mit Karl-Eduard von Schnitzler. Anhand von Ausschnitten aus dem westdeutschen Fernsehen versuchte er die vermeintliche Verlogenheit des Westens zu entlarven. Ende Oktober 1989 wurde die Sendung nach 29 Jahren eingestellt.