#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 17. August

1949: OTTO-Versandhandel gegründet

Mit 6.000 D-Mark Eigenkapital gründete am 17. August 1949 der aus der Mark Brandenburg stammende Unternehmer Werner Otto seinen Versandhandel in Hamburg-Schnelsen. Seine Idee: Kunden sollten die Ware bequem von zu Hause bestellen und anprobieren können. Im Jahr darauf erschien der erste Katalog: Auf 16 Seiten bot OTTO 28 Paar Schuhe an. Die waren in den ersten Jahren heißbegehrte Mangelware. Mit Beginn des Wirtschaftswunders stellte OTTO sein Sortiment um, setzte nun vor allem auf Textilwaren, bietet aber auch Fahrräder und Elektrogeräte an. Mit Erfolg: 1958 verzeichnete das Unternehmen bereits 100 Millionen D-Mark Umsatz. Ab 1963 bot OTTO als erster Versandhandel auch telefonische Bestellungen an und rief 1972 mit Hermes einen eigenen Paketdienst ins Leben. In den letzten Jahren setzte Otto zunehmend auf Online-Bestellungen, 2018 ging der letzte Katalog in den Druck. Auch heute noch ist OTTO, nach dem US-Riesen Amazon, der zweitbeliebteste Online-Versandhandel in Deutschland.

Kataloge des Versandhauses Otto
Bis 2018 ein Markenzeichen des Online-Versandhändlers OTTO: der Katalog Bildrechte: IMAGO

1956: Verbot der KPD

Am 17. August 1956 urteilte das Bundesverfassungsgericht:

1. Die Kommunistische Partei Deutschlands ist verfassungswidrig. 2. Die Kommunistische Partei Deutschlands wird aufgelöst.

Bundesverfassungsgericht aus dem Urteil zum Verbot der KPD, 1956

Außerdem verbot das Gericht die Gründung einer Ersatzorganisation und verfügte, dass das Vermögen der Partei an die Bundesrepublik übergehen solle. Dem Urteil war ein Verbotsantrag der Bundesregierung vorausgegangen. Es war das zweite Mal seit Gründung der Bundesrepublik, dass eine Partei für verfassungswidrig erklärt und verboten wurde. Das Urteil schlug in Zeiten des Kalten Krieges juristisch und politisch hohe Wellen. Viele Widerstandskämpfer gegen die Nationalsozialisten waren Kommunisten und Mitglieder der Partei. Die Bundesregierung fürchtete eine politische Einflussnahme der DDR-Regierung auf die bundesdeutschen Kommunisten. 1952, nachdem die KPD im Bundestag ihren Koalitionsstatus verloren hatte, rief die Partei gar zum "revolutionären Sturz des Regimes Adenauer" auf. Vor allem der letzte Punkt war für die Richter unvereinbar mit der "freiheitlich demokratischen Grundordnung" der Bundesrepublik.

Auf das Verbot folgte die Verurteilung von ungefähr 3.000 Menschen mit möglicher kommunistischer Einstellung. Bis heute bleibt das Verbot der KPD bestehen. 1968 gründete sich jedoch die Deutsche Kommunistische Partei (DKP) als Nachfolgerin.

Szene aus der Aktuellen Kamera 1986 2 min
Bildrechte: Aktuelle Kamera (DRA)

2002: Elbe erreicht Höchststand in Dresden

Normalerweise steigt der Pegel der Elbe in Dresden nicht viel höher als zwei Meter. Doch am Morgen des 17. August erreichte der Elbpegel in der Stadt einen neuen Höchststand: 9,40 Meter. Seit Tagen stand die Stadt unter Wasser, viele Teile der Stadt waren evakuiert worden. Bereits in der Woche zuvor waren Semperoper, Zwinger und Landtag überflutet worden. Die Flut verursachte allein in der Dresdner Semperoper Schäden in Höhe von 27 Millionen Euro. Die "Jahrhundertflut" 2002 forderte insgesamt 21 Menschenleben in Sachsen. Ausgelöst wurde sie durch die heftigsten Regenfälle seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Erst am 26. August wurde der Katastrophenalarm für die Stadt aufgehoben. Unter anderem waren weite Teile Mitteldeutschlands, Tschechiens und Österreichs in dieser Zeit von Überflutungen betroffen.

Die Fluten des Elbehochwassers im Innenhof des Dresdener Zwingers
Ein Helfer des THW kämpft sich durch die Fluten des Elbehochwassers im Innenhof des Dresdener Zwingers. Bildrechte: dpa