#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 19. Juni

2012: Julian Assange flüchtet in Ecuadors Botschaft

Am 19. Juni 2012 flüchtet Wikileaks-Mitgründer Julian Assange in die ecuadorianische Botschaft in London, wo ihm politisches Asyl gewährt wird. Assange droht zu diesem Zeitpunkt eine Auslieferung an die schwedische Justiz, da Vorwürfe wegen sexueller Nötigung und Vergewaltigung gegen ihn erhoben werden. Fast sieben Jahre lang lebt Assange in der Botschaft. Als Ecuadors neuer Präsident Moreno ihm den Asylstatus 2019 entzieht, wird Assange von der britischen Polizei festgenommen und in die Haftanstalt Belmarsh gebracht. Im Dezember 2021 billigt ein Gericht in London die Auslieferung des gebürtigen Australiers an die Vereinigten Staaten, wo ihm wegen Spionagevorwürfen der Prozess gemacht werden soll. Assange wird vorgeworfen, gemeinsam mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und Afghanistan gestohlen und veröffentlicht zu haben. Bei einer Verurteilung drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft.

WikiLeaks-Gründer Julian Assange steht an einem Fenster der ecuadorianischen Botschaft.
WikiLeaks-Gründer Julian Assange an einem Fenster der ecuadorianischen Botschaft. Bildrechte: dpa

1990: Schengen-Abkommen wird vereinbart

Am 19. Juni 1990 wird nach jahrelangen Verhandlungen das Schengen-Abkommen vereinbart. Schengen ist eine Vision von Helmut Kohl und dem französischen Präsidenten François Mitterand. Im Juni 1985 treffen sich die Staatssekretäre von Luxemburg, Belgien, den Niederlanden, Frankreich und Deutschland in dem kleinen Mosel-Dorf Schengen, um auf dem Ausflugsdampfer "Princesse Marie Astrid" eine Vereinbarung zu unterzeichnen. Es soll nicht nur Waren, sondern auch Menschen in der Europäischen Gemeinschaft ermöglichen, Grenzen ohne Kontrolle zu passieren. Doch die Verhandlungen dauern. Anfang 1990 soll das Schengener "Durchführungsabkommen" final unterzeichnet werden. Doch wenige Tage vor dem Treffen zieht Bundesaußenminister Hans Dietrich Genscher die Notbremse, weil er fürchtet, dass mit dem Abkommen eine neue Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR gezogen würde. DDR-Bürger wären dann nämlich – ganz im Schengen-Deutsch – Drittausländer gewesen, die ein Visum hätten beantragen müssen für alle übrigen EG-Staaten. Eilig arbeiten die Unterhändler ein Zusatzprotokoll aus, das regelt, dass die DDR im Verhältnis zur Bundesrepublik kein Ausland mehr ist. Die innerdeutschen Grenzkontrollen sollen damit verlagert werden an die Außengrenzen der DDR. Unterschrieben wird das Vertragswerk schließlich am 19. Juni 1990.

Der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl (l) und der französische Präsident Francois Mitterrand (r) sind am 1. Juni 1993 in der französischen Stadt Beaune in ein Gespräch vertieft.
Der deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl (l) und der französische Präsident Francois Mitterrand (r). Bildrechte: dpa

1988: Michael Jackson-Konzert in West-Berlin

Am 19. Juni 1988 löst ein Michael Jackson-Konzert am Platz der Republik in West-Berlin Chaos in beiden Stadthälften aus: Während im Westen die Konzertbesucher kollabieren, noch bevor der Popsänger die Bühne betritt, kommt es in Ost-Berlin zu Auseinandersetzungen zwischen der Volkspolizei und tausenden "King of Pop"-Fans, die den Auftritt vom Brandenburger Tor aus miterleben wollen. Außerdem werden Fotografen, ARD- und ZDF-Kamerateams angegriffen - die Stasi will jegliche westliche Berichterstattung unterbinden.

Michael Jackson während eines Konzertes auf dem Platz der Republik in Berlin.
Michael Jackson bei seinem ersten Konzert in Berlin auf dem Platz der Republik, 1988. Bildrechte: imago/BRIGANI-ART

1972: Fidel Castro besucht die DDR

Am 19. Juni 1972, ein Jahr nachdem Erich Honecker die Führung der SED übernommen hat, besucht der kubanische Staatschef Fidel Castro erstmals die DDR. Auf dem Programm stehen Besuche in Volkseigenen Betrieben - und dort besonders bei den Kampfgruppen. Im Chemiekombinat Leuna bekommt Castro einen Karabiner von den Märzkämpfen 1921 geschenkt. Die DDR will sich so symbolisch als revolutionäres Vorbild der kubanischen Kämpfer darstellen. Castro schenkt dem Arbeiter- und Bauernstaat eine Insel: die "Isla Ernest Thaelmann". Der Gegenbesuch von Honecker auf Kuba findet 1974 statt. Castro möchte Honecker imponieren – zum Beispiel bei der "Staatsjagd". Die findet auf Kuba naturgemäß als Angeltour statt – und begeistert den passionierten Jäger Honecker so sehr, dass er selbst zur Angel greift. Nur den Verzehr der gefangenen Karibikfische verschmäht er.

1969: Erste Lebertransplantation in Deutschland

Am 19. Juni 1969 verkündet der Chef der Universitätsklinik Bonn, Alfred Gütgemann, eine Sensation: die erste Lebertransplantation beim Menschen in der Bundesrepublik ist gelungen. Der Spender ist ein Förster, der mit 30 Jahren einem Gehirnschlag erlegen war. Der Empfänger ist ein gleichaltriger Mann mit Leberkrebs.

1936: Max Schmeling gegen Joe Louis

Am 19. Juni 1936 kommt es für den deutschen Boxer Max Schmeling zum spektakulärsten Kampf seiner Karriere. Nachdem er den Weltmeistertitel 1932 verloren hat, soll der Sieg gegen den 22-jährigen Joe Louis ihn wieder für den Titel in Stellung bringen. Boxexperten räumten Max Schmeling keine Chancen ein. Doch dieser hat in der Deckung des Gegners eine kleine Lücke entdeckt und bringt Louis zu Fall. Vor einer Kulisse von 40.000 Menschen macht Schmeling in New York den Coup seines Lebens.