#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 28. August ...

1941: Erlass zur Umsiedlung der Wolgadeutschen

1941 beschloss der Oberste Sowjet der UdSSR die Deportation der Wolgadeutschen in Arbeitslager in Sibirien und Kasachstan. Sie wurden der Kollaboration mit den Nazis, sowie der Spionage beschuldigt. Die Männer und Frauen mussten in den Lagern schwerste Zwangsarbeit verrichten. Viele verloren dabei ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben. Wer nicht arbeiten konnte, kam in bewachte Sondersiedlungen. Erst 1955 erhielten die Russlandeutschen wieder mehr Freiheiten. Nach dem Zerfall der Sowjetunion siedelten zahlreiche Deutschlandstämmige und ihre Nachfahren in ihr ehemaliges Heimatland zurück: Zwischen 1989 und 2004 waren es rund 2,5 Millionen Menschen.

Die Wolgadeutschen lebten bereits seit dem 18. Jahrhundert in Russland. Die Zarin Katharina die Große hatte 1763 im Ausland dazu aufgerufen, unbevölkerte Gebiete ihres Reiches zu besiedeln. Sie hoffte so auf eine wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung in ihrem Land. Rund 25.000 Deutsche, darunter vor allem Hessen, Bayern, Rheinländer und Schwaben, kamen ihrer Aufforderung nach. 1924 gründeten die deutschen Kolonisten die Wolgarepublik, eine Autonome Sozialistische Sowjetrepublik, die mit dem Erlass von 1941 zerschlagen wurde.

Mitglieder der deutschen Folkloregruppe "Druschba" aus Saratow im Wolgagebiet in ihrer Tracht. Aufnahme vom Juni 1995.
Die Folkloregruppe "Druschba" aus dem Wolgagebiet in ihrer traditionellen Tracht, 1995. Bildrechte: dpa

1949: Endspiel im ersten FDGB-Pokalwettbewerb

1949 fand das Endspiel im ersten FDGB-Pokalwettbewerb statt, der nationale Fußball-Wettbewerb der DDR. Das Turnier wurde von der Einheitsgewerkschaft "Freier Deutscher Gewerkschaftsbund" ausgeschrieben. Der Sieger erhielt eine 40 Kilogramm schwere, bronzene Trophäe. Im ersten Jahr holte die Mannschaft "Waggonbau Dessau" den Pokal. Rekordhalter wurden der 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden mit jeweils sieben Titeln.

Nahaufnahme des Pokals
Der erste FDGB-Pokal steht heute im Sportmuseum Leipzig. Bildrechte: MDR/Thomm TV

1967: DDR bekommt Fünf-Tage-Arbeitswoche

1967 trat in der DDR die Fünf-Tage-Arbeitswoche in Kraft. Sie sah eine wöchentliche Arbeitszeit von 43,75 Stunden vor. Der Samstag war ab sofort gesetzlich frei. Gleichzeitig strich der Ministerrat fünf Feiertage, um die fehlende Arbeitszeit auszugleichen. In der Bundesrepublik handeln bis heute Unternehmer und Gewerkschaften die Zahl der Arbeitstage aus. Aus diesem Grund ist der Samstag in Deutschland ein Werktag, an dem keine Einschränkungen durch das Arbeitsrecht gelten.

Ausschnitt aus einer Zeitung 2 min
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2003: Peter Hacks stirbt

2003 starb der umstrittene DDR-Schriftsteller Peter Hacks. Am 21. März 1928 in Breslau geboren, kam Hacks 1946 für sein Studium der Soziologie, Philosophie, neueren deutschen Literatur und Theaterwissenschaft nach München. 1955 zog er in die DDR, wo er zu einem der bedeutendsten Dramatikern wurde. In den 1960er Jahren begründete er die "sozialistische Klassik". 1974 feierte Hacks mit dem Theaterstück "Gespräch im Hause Stein über den abwesenden Herrn von Goethe" seinen größten Erfolg. Er war bis zu seinem Lebensende überzeugter Kommunist. Peter Hacks starb 2003 in seinem Landhaus in Brandenburg.

Peter Hacks
Peter Hacks war ein deutscher Dramatiker, Lyriker, Erzähler und Essayist. Bildrechte: dpa