#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 3. April

1971: Der Gladbacher Pfostenbruch

Am 3. April 1971 kommt es bei einem Bundesligaspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen zum legendären Pfostenbruch vom Böckelberg. Als sich Gladbach-Stürmer Herbert Laumen nach einem Angriff am Netz des Gegnertors hochziehen will, bricht das morsche Holz des linken Pfostens und begräbt den Fußballer unter dem herabstürzenden Tor. Das Spiel muss vorzeitig beendet werden, der Gastgeberverein erhält eine Geldstrafe von 1.500 Mark. Gladbach verliert die Partie, gewinnt im gleichen Jahr aber noch den Titel - als erster Club zum zweiten Mal in Folge. Seit diesem Tag gibt es keine Holztore mehr in der Bundesliga.

Herbert Laumen (Gladbach) liegt im Tornetz nachdem er den berühmten Gladbacher Pfostenbruch verursacht hat
Herbert Laumen (Gladbach) liegt im Tornetz, nachdem er den berühmten Gladbacher Pfostenbruch verursacht hat. Bildrechte: imago/Sven Simon

1962: DDR-Arzt weiht selbstgebaute Herz-Lungen-Maschine ein

Weil der DDR-Herzchirurg Professor Karl-Ludwig Schober keine Herz-Lungen-Maschine aus dem Westen bestellen darf, baut er mit dem Physiologen Fritz Struß von der Universität Halle-Wittenberg und dessen Mitarbeitern kurzerhand selbst eine. Dafür beobachten die Hallenser Operationen ihrer West-Kollegen und beschaffen sich mit großem Aufwand die notwendigen Baumaterialien. Am 3. April 1962 kann der erste Patient, ein elfjähriger Junge, erfolgreich mit der selbstgebauten Herz-Lungen-Maschine operiert werden. Bis 1972 ist der Eigenbau, von Professor Schober auch "Diva" genannt, im Dienst.

OP-Team
1962 wird einem Jungen ein Defekt an der Vorhofscheidewand des Herzens behoben. Dabei kommt zum ersten Mal die Herzlungenmaschine "Made in GDR" zum Einsatz. Bildrechte: Professor Günter Baust

1990: Erster Urlaubsflug aus der DDR nach Mallorca

Am 3. April 1990 landet das erste Flugzeug der DDR-Fluggesellschaft Interflug auf der Urlaubsinsel Mallorca. Zuvor ist die Maschine in Ost-Berlin gestartet und über Dresden die Balearen-Insel angeflogen. An Bord: 95 DDR-Bürger und 50 Journalisten aus Ost und West. Damit können Reisegruppen von DDR-Bürgern von nun an regelmäßig ins westeuropäische Ausland reisen. Der Aufenthalt der Reisegruppe auf der spanischen Insel dauert eine Woche und kostet mehr als 1.500 Ost-Mark pro Person. Es ist zudem die erste Pauschalreise des neugegründeten Reiseveranstalters Transeuropa, der aus einer Kooperation der Interflug mit dem bundesdeutschen Reiseunternehmen TUI hervorgeht.

28.06.1969, Flugzeuge der Interflug am Terminal des Flughafen Berlin-Schönefeld.
Flugzeuge der DDR-Fluggesellschaft Interflug am Flughafen Berlin-Schönefeld. Bildrechte: IMAGO

1992: Einreisesperre für Trabant und Wartburg nach Polen

Am 3. April 1992 verhängt Polen ein Einreiseverbot für Autos der Marken Trabant und Wartburg. Die polnische Regierung wirft den deutschen Fahrzeughaltern vor, dass sie die seit der Wiedervereinigung 1990 unbeliebten Modelle einfach in Polen stehen lassen, um Verschrottungskosten zu umgehen. Trabant und Wartburg waren technisch veraltet und konnten nach der Wiedervereinigung nicht mit den Modellen aus dem Westen mithalten. Für viele Bürger galten sie als Sinnbild der Rückständigkeit. Am 6. April 1992 wird das Einreiseverbot aufgehoben. Die deutsche und die polnische Regierung einigen sich auf eine Zusammenarbeit, um das Problem der illegalen Verschrottung gemeinsam zu lösen.

2017: Erster Baby-Notarztwagen in Leipzig

Am 3. April 2017 wird Leipzigs erster Baby-Notarztwagen "Felix" in Betrieb genommen. Frühgeborene sollen bestenfalls überhaupt nicht transportiert werden. Weil einige Babys aber am Geburtsort nicht ausreichend versorgt werden können, müssen sie in eine Spezialklinik verlegt werden. Mit "Felix" können Frühchen und kranke Säuglinge sicher und schonend transportiert werden. Um beispielsweise Bodenwellen und Schlaglöcher von bis zu zehn Zentimeter auszugleichen, wurde in dem Baby-Notarztwagen ein spezielles Dämpfungssystem verbaut. Auch der eingebaute Transportinkubator unterscheidet ihn zum herkömmlichen Notarztwagen. Bei "Felix" ist er quer zur Fahrtrichtung montiert, was verhindert, dass Säuglinge Hirnblutungen oder Hirnquetschungen durch abruptes Bremsen bekommen. Der Lebensretter für die Kleinsten ist neben Leipzig auch in Chemnitz oder Halle im Einsatz.

Auf einer Wiese steht ein rot-weißer Krankentransporter, auf dem das Wort Baby-Notarztwagen zu lesen ist
Ein Baby-Notarztwagen des Modells "Felix" Bildrechte: MDR/Matthias Vollmer