#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 30. März

2012: WM-Titel für Paarläufer Savchenko und Szolkowy

Am 30. März 2012 gewinnen die Paarläufer Aljona Savchenko und Robin Szolkowy zum vierten Mal einen WM-Titel im Eiskunstlauf. Ihre gezeigte Kür ist vom Tanztheater von Choreographin Pina Bausch inspiriert und verhilft den Sachsen zum Sieg mit einem Vorsprung von 0,11 Punkten. Mit ihrem vierten WM-Titel ziehen die Sportler aus Chemnitz mit den Paarläufern Maxi Herber und Ernst Baier gleich, denen der vierfache Sieg zuletzt 1939 für Deutschland gelang.

Aljona Savchenko und Robin Szolkowy
Zwei grobe Fehler leistet sich Eiskunstläufer Robin Szolkowy, doch es reicht für den vierten WM-Sieg im Paarlauf mit Partnerin Aljona Savchenko. Bildrechte: imago sportfotodienst

2006: "Brandbrief" über Missstände in Berliner Hauptschule

Am 30. März 2006 wird der Brief einer Schulrektorin an den Berliner Senat öffentlich. In ihrem "Brandbrief" beschreibt die Schulleiterin die Missstände, die an der Rütli-Hauptschule in Neukölln vorherrschen und im Laufe der nächsten Wochen Schlagzeilen machen. Von äußerst aggressiven und respektlosen Schülern, überforderten Lehrern und andauernden Sachbeschädigungen ist darin die Rede. Die Rütli-Schule im Berliner Bezirk Neukölln gilt wegen des hohen Anteils von Schülern mit Migrationshintergrund als "Problemschule". Im Zuge der Berliner Schulreform wird die Rütli-Hauptschule wenige Jahre später in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt.

Schüler betreten die Rütli-Hauptschule in Berlin
Eingang zur Rütli-Hauptschule in Berlin 2006 Bildrechte: imago/Christian Schroth

1992: Neue 20-Mark-Scheine eingeführt

Am 30. März 1992 werden neue 20-Mark-Scheine eingeführt. Darauf zu sehen ist Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797-1849). Hinter ihrem Portrait ist die Stadt Meersburg am Bodensee, der letzte Wohnsitz der berühmten Dichterin, zu erkennen. Die frischen Banknoten sollen besonders sicher gegen Fälschungen sein. Von 1990 bis 1992 wird die neuen D-Mark-Serie mit optimierten Sicherheitsmerkmalen herausgegeben. Sie ist die letzte Serie vor der Einführung des Euro im Jahr 2002.

20-Mark-Schein
Wer beim Aufräumen einen alten D-Mark-Schein findet, kann diesen jederzeit bei der nächsten Filiale der Bundesbank abgeben und dort in Euro umtauschen lassen. Bildrechte: dpa

1991: Ausgrabungen im Schmachtenhagener Forst

Am 30. März 1991 finden Soldaten der NVA bei Ausgrabungen im Schmachtenhagener Forst in Brandenburg ein Massengrab. Darin vermutet man die Überreste von ungefähr eintausend Häftlingen des ehemaligen sowjetische Speziallagers Sachsenhausen. Das Lager war während des Zweiten Weltkrieges eines der vielen Konzentrationslager in Deutschland gewesen. Am 10. August 1945 nahm die SMAD das Lager als Speziallager und Militärgefängnis wieder in Betrieb, um unter anderem ehemalige NSDAP-Funktionäre und Kriegsgefangene zu internieren. 1950 wurde es wieder aufgelöst. Erst nach 1990 beginnt man, die Geschehnisse in den sowjetischen Lagern aufzuarbeiten.

Vorschaubild Video Sachsenhausen 7 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
7 min

Eine Dokumentation des Deutschen Fernsehfunk 1990 über das ehemalige sowjetische Soziallager Sachsenhausen.

Mo 29.03.2021 11:14Uhr 07:04 min

https://www.mdr.de/geschichte/stoebern/video-504728.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

1990: Stasi-Akten über West-Spione sollen vernichtet werden

Am 30. März 1990 wird die schnelle Vernichtung von Stasi-Akten über Spione im Westen angewiesen. Zwischen 1949 und 1989 sollen rund 12.000 Bundesbürger für das MfS spioniert haben. Einer der bekanntesten ist der "Kanzleramtsspion" Günter Guillaume. Die Auslandsspionage gehört zur Hauptverwaltung Aufklärung (HVA). Die Abteilung darf sich nach dem Mauerfall selbst auflösen und vernichtet fast alle ihre Akten selbst. Wochenlang laufen Reißwolf und Papiermühlen auf Hochtouren. Gleichzeitig zerreißen Stasi-Mitarbeiter die übrigen Akten bis zur Unkenntlichkeit.

Seit Anfang der 1990er-Jahre werden die zerrissenen Akten rekonstruiert, die von DDR-Bürgern bei der Erstürmung der Stasi-Zentralen sichergestellt werden. Übernommen hat das zunächst das Stasi-Unterlagen-Archiv, seit 2021 werden die Akten im Bundesarchiv in Koblenz gelagert. Das Material füllt insgesamt 16.000 Säcke.

Stasi-Unterlagen
Einige Akten konnten vor der Zerstörung bewahrt werden. Die zerissenen Akten werden nach und nach rekonstruiert. Bildrechte: imago/epd

1981: Anschlag auf US-Präsident Reagan

Am 30. März 1981 verübt der Student John Hinckley ein Attentat auf US-Präsident Reagan. Vor dem Hilton Hotel in Washington D.C. schießt Hinckley sechsmal auf Reagan. Eine der Kugeln trifft und verletzt Reagan schwer, er überlebt jedoch. Der Attentäter wird nach seiner Verhaftung für psychisch krank befunden und freigesprochen, allerdings ordnet das Gericht die langjährige Sicherungsverwahrung Hinckleys an.

Nach eigenen Angaben hatte Hinckley sich in die Schauspielerin Judie Foster verliebt, nachdem er sie als Hauptdarstellerin im Film "Taxi Driver" gesehen hatte. Weil seine Flirtversuche erfolglos geblieben waren, hatte er beschlossen, einen Anschlag auf den Präsidenten zu verüben, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen.

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