Masern an polnischer Grundschule ausgebrochen

In zwei Orten bei Warschau sind Masern ausgebrochen. Keines der infizierten Kinder war gegen die hochansteckende Krankheit geimpft. Dabei gibt es bei unseren polnischen Nachbarn eine Impfpflicht.

Das Institut für Epidemiologie der kleinen Stadt Pruszków bei Warschau spricht von zehn bestätigten Masernfällen bei den Grundschülern und ihren Familien. Es handelt sich laut Medienberichten um eine sechsköpfige Familie sowie vier Einzelpersonen, darunter zwei ukrainische Kinder. Alle besuchen dieselbe Grundschule des Ortes, an der 450 Kinder unterrichtet werden.

Die Staatliche Gesundheitskontrolle (Sanepid) berichtet außerdem von elf Masernfälle in dem benachbarten Ort Piastów. Ob und wie die Fälle zusammenhängen, ist noch nicht klar. Fest steht allerdings schon, dass keines der infizierten Kinder – weder in dem einen noch in dem anderen Ort - gegen Masern geimpft war.

Die staatliche Gesundheitsbehörde versucht indes, Menschen zu finden, die möglicherweise mit den Infizierten Kontakt hatten, um diese auf Masern testen zu können. Sie wolle so eine Epidemie verhindern, heißt es auf der Internetseite der Behörde. Außerdem sollen Kinder der Grundschule identifiziert werden, die noch nicht geimpft sind, um sie zur kostenlosen Impfung zu schicken.

Masern trotz Impfpflicht

In Polen gehört die Masernimpfung zur obligatorischen kostenlosen Impfung, die im Alter von 13 bis 14 Monaten und im Alter von 10 Jahren durchgeführt wird.

Doch immer mehr Eltern in Polen weigern sich, ihre Kinder impfen zu lassen. Die Impfgegner brachten in diesem Jahr einen Gesetzesentwurf ins polnische Parlament ein. Sie fordern die Abschaffung der Impfpflicht.

(adg)

Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV: MDR um 4 | 24.04.2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. November 2018, 16:08 Uhr